Europa-League-Kracher

08. November 2018 07:17; Akt: 08.11.2018 07:17 Print

Rapid kickt mit "Psycho-Taktik" gegen Villarreal

von E. Elsigan - Zwei Wochen nach dem 0:5 gegen Villarreal trifft Rapid in Hütteldorf erneut auf die Spanier. Trainer Didi Kühbauer impft seinen Kickern Mut ein.

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Wie tut sich Rapid in der Zwölferliga, welche Kicker sorgen für Furore, was treiben die Fans? "Heute" fasst die bisherige Saison in Bildern zusammen. Klicken Sie sich durch die Fotos! Neues Jahr, neues Glück? Rapid beendete das Vorjahr auf Rang drei, erreichte somit das erklärte Minimalziel. Allerdings stand danach ein Kaderumbruch ins Haus. Louis Schaub heuerte beim 1. FC Köln an. Joelinton kehrte nach Hoffenheim zurück, Mario Pavelic ging nach Rijeka. Beim Trainingsstart am 20. Juni konnten die Hütteldorfer aber auch schon zwei neue Namen präsentieren. Stürmer Andrija Pavlovic wurde von Kopenhagen losgeeist. Mit Manuel Martic kam zudem ein "Sechser" aus St. Pölten. In Oberösterreich schwitzten die Rapidler (im Bild Pavlovic) für die neue Saison. Auch Sportdirektor Fredy Bickel, der alle Hände voll zu tun hatte. Christoph Knasmüllner, der bei Barnsley nicht glücklich wurde, unterschrieb bei den Hütteldorfern. Der 26-Jährige soll als Regisseur eine zentrale Rolle einnehmen. Wenig später verließ Abwehrchef Lucas Galvao die Hütteldorfer. Der Brasilianer versucht sich in der zweiten deutschen Liga beim FC Ingolstadt. Mit der Ablöse (rund drei Millionen Euro) finanzierte Rapid gleich zwei Neue. Stürmer Deni Alar kam von Sturm Graz retour. Mateo Barac von Osijek wurde als Galvao-Nachfolger verpflichtet. Ein Testmatch gegen KS Samara gewannen die Hütteldorfer mit 1:0. Kelvin Arase erzielte das Goldtor. Gegen Slavia Prag setzte es jedoch eine 0:2-Pleite. Schlechte Nachrichten überbrachte Philipp Schobesberger. Der Flügelflitzer musste sich einer Hüft-Operation unterziehen. Eine lange Pause über mehrere Monate ist gewiss. Rapid reagierte auf den Ausfall und lieh den Rumänen Andrei Ivan vom russischen Klub Krasnodar aus. Dann der nächste Schock: Andrija Pavlovic (r.) zog sich in der Vorbereitung einen Muskelriss zu. Eine Operation blieb dem Serben erspart. Allerdings war auch ihm eine lange Zwangspause sicher. Dem nicht genug, suchte auch Giorgi Kvilitaia das Weite. Der verletzte Georgier entschied sich für einen Wechsel zu Gent. Zumindest finanziell für Rapid ein Gewinn. Am 14. Juli dann das erste Highlight. Rapid eröffnete mit einem Testkracher gegen den HSV die Heim-Saison. Das Spiel gegen den deutschen Absteiger ging knapp mit 1:2 verloren. Die nächste schlechte Nachricht ließ nicht lange auf sich warten. Christopher Dibon, der fast ein Jahr pausieren musste, erlitt einen Rückschlag und musste erneut kürzer treten. Das erste Pflichtspiel absolvierte Rapid mit Bravour. In der ersten Runde des ÖFB-Pokals feierten die Hütteldorfer gegen Kufstein einen klaren 5:0-Erfolg. Neuzugang Andrei Ivan bejubelt seinen Doppelpack mit einem Salto. Auch Deni Alar netzte zwei Mal. Es folgte die Präsentation des neuen Auswärts-Trikots. Unter anderem vor dem Lindwurm in Klagenfurt. Das Shirt ist in den Gründungsfarben Rot und Blau gehalten. Emotional wurde es am 22. Juli. Steffen Hofmann, der 540 Pflichtspiele für Rapid absolvierte, trat mit einem Abschiedsspiel endgültig ab. Hofmann und alte Weggefährten wie Jimmy Hoffer und Branko Boskovic besiegten eine B-Elf der aktuellen Mannschaft mit 4:2. Der "Fußballgott" erzielte für die Sieger alle vier Treffer. Rapid schlug noch einmal am Transfermarkt zu und holte den 20-jährigen Barcelona-Stürmer Jeremy Guillemenot. Das Talent aus der Schweiz war zuletzt an CE Sabadell (dritte spanische Liga) verliehen. Die Zwölferliga eröffnete Rapid mit einem glatten 3:0-Erfolg gegen die Admira. Den Schlusspunkt setzte Bolingoli. Es folgte daheim ein 1:1 gegen Altach. Coach Djuricin war nach der Partie sauer, dass wie im Vorjahr unnötig Punkte "verschenkt" werden. Es folgte die nächste Verletztenmeldung. Maxi Hofmann erlitt einen Muskelfaserriss in der rechten Wade - einige Wochen Zwangspause. Das Europacup-Comeback lief bei Slovan Bratislava nicht nach Wunsch. Nach einer 1:0-Führung hieß es am Ende 1:2, Deni Alar vergab einen Elfmeter in der Schlussphase. Nach dem mageren Europacup-Auftritt kam Rapid auch in der Liga nicht in Schwung. Gegen den WAC gab es nur ein 0:0, nur einen Torschuss von Veton Berisha bekamen die Fans zu sehen. Der Befreiungsschlag gegen Slovan Bratislava. Im Allianz Stadion gab es ein 4:0 und damit den Aufstieg ins Europa-League-Playoff. Man of the Match: Christoph Knasmüllner mit seinem Triplepack. Der nächste Rückschlag folgte in Pasching. Die Grün-Weißen steckten eine 1:2-Niederlage gegen den LASK ein und rutschten in der Tabelle sogar auf Rang 7 zurück. "Ich kann nicht immer einen Sieg fordern", verblüffte Coach Djuricin die Fans mit seiner Analyse. Im Europa-League-Playoff ein Erfolgserlebnis: Im Hinspiel gegen Steaua Bukarest gab es zu Hause ein 3:1. Dann in der Liga der nächste Sieg: 2:1 gegen Wacker Innsbruck. Im Rückspiel gegen Steaua Bukarest gab es auswärts ein 1:2. Trotzdem reichte es für den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase. Im Bundesliga-Gastspiel bei Sturm reichte es nur zu einem 1:1. Generell blieben in der Liga die Ergebnisse aus. Im Derby setzte es eine 0:!-Pleite gegen die Austria - Rückfall auf Tabellenrang sieben. Doppelt bitter: Einige Fans hatten sich (mal wieder) nicht im Griff, stürmten nach dem Schlusspfiff auf den Rasen. Für Trainer Goran Djuricin wurde es langsam eng, auch wenn es von der Klubspitze Rückendeckung gab. Ex-Meistermacher Peter Pacult brachte sich via "Sky" als möglicher Nachfolger ins Spiel. In der Europa League zeigte Rapid ein anderes Gesicht, gewann zum Auftakt gegen Spartak Moskau mit 2:0. In der Liga folgte jedoch der nächste Rückschritt. Das Spitzenspiel gegen Salzburg ging mit 1:2 verloren. Pikant: Djuricin trat mit einer "B-Elf" an, schonte einige Stammspieler für den Cup-Fight gegen Mattersburg. Eine Taktik, die nur bedingt aufging. Rapid lieferte ein schwaches Spiel ab, setzte sich erst im Elfer-Schießen gegen Mattersburg durch. Das nächste "Schicksalsspiel" verlor Rapid. Gegen St. Pölten musste man sich daheim mit 0:2 geschlagen geben. Nach neun Liga-Runden hielt Rapid bei neun Punkten - Rang sieben. Logische Konsequenz: Goran Djuricin (l.) wurde als Trainer entlassen. Ein Nachfolger war schnell gefunden. Didi Kühbauer kehrte zu seinem "Herzensklub" zurück. Das Debüt auf der Trainerbank feierte Kühbauer in der Europa League auswärts gegen die Glasgow Rangers. Vor 50.000 Fans setzte es eine 1:3-Pleite. In der Liga mühte man sich zu einem 1:0-Erfolg über Mattersburg. Wichtig für die Stimmung im Umfeld des Vereins. Goldtorschütze: Christoph Knasmüllner (l.) mit seinem ersten Meisterschafts-Treffer. Danach ging es in die Länderspielpause. Dann kam es knüppeldick. In der Liga kassierte Rapid eine völlig verdiente 0:3-Pleite gegen Aufsteiger Hartberg. Wenige Tage später ließ man sich in der Europa League von Villarreal abschießen - 0:5. Die Stimmung war erneut im Keller. Präsident Krammer und Sportdirektor Bickel nahmen die Spieler in die Pflicht und stellten ihnen die Rute ins Fenster. Gegen die Admira zeigte die Standpauke Wirkung. Rapid gewann gegen den Tabellen-Letzten locker mit 2:0. Und auch im Cup durfte man ein Erfolgserlebnis feiern.Rapid schlug im Achtelfinale den WAC auswärts mit 3:0. Pavlovic traf im Doppelpack - seine ersten Pflichtspieltore.

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Chance zur Revanche! Vor zwei Wochen kassierte Rapid in der Europa League eine blamable 0:5-Abfuhr gegen Villarreal. Heute (18.55 Uhr, "Heute" tickert live) sind die Hütteldorfer daheim um Wiedergutmachung bemüht.

22.100 Fans fiebern im ausverkauften (aber nicht vollen – hier gehts zur Story) Allianz Stadion mit. Die Ausgangslage ist klar: Bei einer Pleite schwinden die Aufstiegschancen, mit einem Sieg zieht man in Gruppe G an den Spaniern vorbei, ist zumindest Zweiter. Gutes Omen: Seit sechs (!) Jahren ist Rapid in der Gruppenphase daheim ungeschlagen.

"Das wird ein cooles Spiel. Wir wissen, welche Fehler wir gemacht haben", versichert "Goalgetter" Mario Sonnleitner. "Das Spiel beginnt wieder bei 0:0. Wir müssen einen guten Mix aus Offensive und Defensive finden".

"Mit Glaube Berge versetzen"

Trainer Didi Kühbauer versucht es mit Psychologie. "Obwohl die Spanier besser sind, können wir sie schlagen. Das muss in die Köpfe rein. Mit Glaube kann man Berge versetzen", stellt der 47-Jährige klar.

Dass es bei Rapid oft nicht am Können, sondern am Kopf scheitert, berichtete bereits Verteidiger Marvin Potzmann im "Heute"-Gespräch.

Auf dem Rasen will Kühbauer mutige Spieler sehen. "Aber wir werden sicher nicht auf Teufel komm raus stürmen."

Schobesberger wieder da

Erfreulich: Philipp Schobesberger und Christopher Dibon stehen vor dem Comeback. Der Innenverteidiger litt zuletzt an einer Gehirnerschütterung. "Das Okay muss von seiner Seite kommen", sagt Kühbauer. "Wenn er sich fit fühlt, hat er gute Chancen zu spielen."


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas am 08.11.2018 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heim damals in Happel

    daheim ok Valencia war in Happel nicht vergessen 0:4. Dennoch würde ich sagen es schaut nicht gut aus!!!

  • franz unzufrieden am 08.11.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Beschwerde

    Warum wird immer alles doppelt gedruckt und man könnte die Kommentare nach den Bericht bringen und nicht immer nach den ganzen Mist den keiner lesen will

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  • franz unzufrieden am 08.11.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Beschwerde

    Warum wird immer alles doppelt gedruckt und man könnte die Kommentare nach den Bericht bringen und nicht immer nach den ganzen Mist den keiner lesen will

  • Andreas am 08.11.2018 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heim damals in Happel

    daheim ok Valencia war in Happel nicht vergessen 0:4. Dennoch würde ich sagen es schaut nicht gut aus!!!