0:0 gegen Villarreal

09. November 2018 10:22; Akt: 09.11.2018 10:22 Print

Spanier granteln! "Wie hat Rapid 32 Meistertitel?"

Rapid rang Villarreal in der Europa League einen Punkt ab. In Spanien kam das torlose Remis überhaupt nicht gut an.

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Wie tut sich Rapid in der Zwölferliga, welche Kicker sorgen für Furore, was treiben die Fans? "Heute" fasst die bisherige Saison in Bildern zusammen. Klicken Sie sich durch die Fotos! Neues Jahr, neues Glück? Rapid beendete das Vorjahr auf Rang drei, erreichte somit das erklärte Minimalziel. Allerdings stand danach ein Kaderumbruch ins Haus. Louis Schaub heuerte beim 1. FC Köln an. Joelinton kehrte nach Hoffenheim zurück, Mario Pavelic ging nach Rijeka. Beim Trainingsstart am 20. Juni konnten die Hütteldorfer aber auch schon zwei neue Namen präsentieren. Stürmer Andrija Pavlovic wurde von Kopenhagen losgeeist. Mit Manuel Martic kam zudem ein "Sechser" aus St. Pölten. In Oberösterreich schwitzten die Rapidler (im Bild Pavlovic) für die neue Saison. Auch Sportdirektor Fredy Bickel, der alle Hände voll zu tun hatte. Christoph Knasmüllner, der bei Barnsley nicht glücklich wurde, unterschrieb bei den Hütteldorfern. Der 26-Jährige soll als Regisseur eine zentrale Rolle einnehmen. Wenig später verließ Abwehrchef Lucas Galvao die Hütteldorfer. Der Brasilianer versucht sich in der zweiten deutschen Liga beim FC Ingolstadt. Mit der Ablöse (rund drei Millionen Euro) finanzierte Rapid gleich zwei Neue. Stürmer Deni Alar kam von Sturm Graz retour. Mateo Barac von Osijek wurde als Galvao-Nachfolger verpflichtet. Ein Testmatch gegen KS Samara gewannen die Hütteldorfer mit 1:0. Kelvin Arase erzielte das Goldtor. Gegen Slavia Prag setzte es jedoch eine 0:2-Pleite. Schlechte Nachrichten überbrachte Philipp Schobesberger. Der Flügelflitzer musste sich einer Hüft-Operation unterziehen. Eine lange Pause über mehrere Monate ist gewiss. Rapid reagierte auf den Ausfall und lieh den Rumänen Andrei Ivan vom russischen Klub Krasnodar aus. Dann der nächste Schock: Andrija Pavlovic (r.) zog sich in der Vorbereitung einen Muskelriss zu. Eine Operation blieb dem Serben erspart. Allerdings war auch ihm eine lange Zwangspause sicher. Dem nicht genug, suchte auch Giorgi Kvilitaia das Weite. Der verletzte Georgier entschied sich für einen Wechsel zu Gent. Zumindest finanziell für Rapid ein Gewinn. Am 14. Juli dann das erste Highlight. Rapid eröffnete mit einem Testkracher gegen den HSV die Heim-Saison. Das Spiel gegen den deutschen Absteiger ging knapp mit 1:2 verloren. Die nächste schlechte Nachricht ließ nicht lange auf sich warten. Christopher Dibon, der fast ein Jahr pausieren musste, erlitt einen Rückschlag und musste erneut kürzer treten. Das erste Pflichtspiel absolvierte Rapid mit Bravour. In der ersten Runde des ÖFB-Pokals feierten die Hütteldorfer gegen Kufstein einen klaren 5:0-Erfolg. Neuzugang Andrei Ivan bejubelt seinen Doppelpack mit einem Salto. Auch Deni Alar netzte zwei Mal. Es folgte die Präsentation des neuen Auswärts-Trikots. Unter anderem vor dem Lindwurm in Klagenfurt. Das Shirt ist in den Gründungsfarben Rot und Blau gehalten. Emotional wurde es am 22. Juli. Steffen Hofmann, der 540 Pflichtspiele für Rapid absolvierte, trat mit einem Abschiedsspiel endgültig ab. Hofmann und alte Weggefährten wie Jimmy Hoffer und Branko Boskovic besiegten eine B-Elf der aktuellen Mannschaft mit 4:2. Der "Fußballgott" erzielte für die Sieger alle vier Treffer. Rapid schlug noch einmal am Transfermarkt zu und holte den 20-jährigen Barcelona-Stürmer Jeremy Guillemenot. Das Talent aus der Schweiz war zuletzt an CE Sabadell (dritte spanische Liga) verliehen. Die Zwölferliga eröffnete Rapid mit einem glatten 3:0-Erfolg gegen die Admira. Den Schlusspunkt setzte Bolingoli. Es folgte daheim ein 1:1 gegen Altach. Coach Djuricin war nach der Partie sauer, dass wie im Vorjahr unnötig Punkte "verschenkt" werden. Es folgte die nächste Verletztenmeldung. Maxi Hofmann erlitt einen Muskelfaserriss in der rechten Wade - einige Wochen Zwangspause. Das Europacup-Comeback lief bei Slovan Bratislava nicht nach Wunsch. Nach einer 1:0-Führung hieß es am Ende 1:2, Deni Alar vergab einen Elfmeter in der Schlussphase. Nach dem mageren Europacup-Auftritt kam Rapid auch in der Liga nicht in Schwung. Gegen den WAC gab es nur ein 0:0, nur einen Torschuss von Veton Berisha bekamen die Fans zu sehen. Der Befreiungsschlag gegen Slovan Bratislava. Im Allianz Stadion gab es ein 4:0 und damit den Aufstieg ins Europa-League-Playoff. Man of the Match: Christoph Knasmüllner mit seinem Triplepack. Der nächste Rückschlag folgte in Pasching. Die Grün-Weißen steckten eine 1:2-Niederlage gegen den LASK ein und rutschten in der Tabelle sogar auf Rang 7 zurück. "Ich kann nicht immer einen Sieg fordern", verblüffte Coach Djuricin die Fans mit seiner Analyse. Im Europa-League-Playoff ein Erfolgserlebnis: Im Hinspiel gegen Steaua Bukarest gab es zu Hause ein 3:1. Dann in der Liga der nächste Sieg: 2:1 gegen Wacker Innsbruck. Im Rückspiel gegen Steaua Bukarest gab es auswärts ein 1:2. Trotzdem reichte es für den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase. Im Bundesliga-Gastspiel bei Sturm reichte es nur zu einem 1:1. Generell blieben in der Liga die Ergebnisse aus. Im Derby setzte es eine 0:!-Pleite gegen die Austria - Rückfall auf Tabellenrang sieben. Doppelt bitter: Einige Fans hatten sich (mal wieder) nicht im Griff, stürmten nach dem Schlusspfiff auf den Rasen. Für Trainer Goran Djuricin wurde es langsam eng, auch wenn es von der Klubspitze Rückendeckung gab. Ex-Meistermacher Peter Pacult brachte sich via "Sky" als möglicher Nachfolger ins Spiel. In der Europa League zeigte Rapid ein anderes Gesicht, gewann zum Auftakt gegen Spartak Moskau mit 2:0. In der Liga folgte jedoch der nächste Rückschritt. Das Spitzenspiel gegen Salzburg ging mit 1:2 verloren. Pikant: Djuricin trat mit einer "B-Elf" an, schonte einige Stammspieler für den Cup-Fight gegen Mattersburg. Eine Taktik, die nur bedingt aufging. Rapid lieferte ein schwaches Spiel ab, setzte sich erst im Elfer-Schießen gegen Mattersburg durch. Das nächste "Schicksalsspiel" verlor Rapid. Gegen St. Pölten musste man sich daheim mit 0:2 geschlagen geben. Nach neun Liga-Runden hielt Rapid bei neun Punkten - Rang sieben. Logische Konsequenz: Goran Djuricin (l.) wurde als Trainer entlassen. Ein Nachfolger war schnell gefunden. Didi Kühbauer kehrte zu seinem "Herzensklub" zurück. Das Debüt auf der Trainerbank feierte Kühbauer in der Europa League auswärts gegen die Glasgow Rangers. Vor 50.000 Fans setzte es eine 1:3-Pleite. In der Liga mühte man sich zu einem 1:0-Erfolg über Mattersburg. Wichtig für die Stimmung im Umfeld des Vereins. Goldtorschütze: Christoph Knasmüllner (l.) mit seinem ersten Meisterschafts-Treffer. Danach ging es in die Länderspielpause. Dann kam es knüppeldick. In der Liga kassierte Rapid eine völlig verdiente 0:3-Pleite gegen Aufsteiger Hartberg. Wenige Tage später ließ man sich in der Europa League von Villarreal abschießen - 0:5. Die Stimmung war erneut im Keller. Präsident Krammer und Sportdirektor Bickel nahmen die Spieler in die Pflicht und stellten ihnen die Rute ins Fenster. Gegen die Admira zeigte die Standpauke Wirkung. Rapid gewann gegen den Tabellen-Letzten locker mit 2:0. Und auch im Cup durfte man ein Erfolgserlebnis feiern.Rapid schlug im Achtelfinale den WAC auswärts mit 3:0. Pavlovic traf im Doppelpack - seine ersten Pflichtspieltore.

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Anstatt der nächsten Packung setzte es im Gruppen-Rückspiel gegen Villarreal eine Überraschung. Rapid eroberte nach dem 0:5 in Spanien zuhause einen Punkt. Die Hütteldorfer hielten die Null und mit dem 0:0 die Chancen auf den Aufstieg in der Europa League am Leben.

Das schmeckte den Gästen gar nicht. Ein Blick auf die größten Sport-Seiten der Iberer offenbart jede Menge Frust. Die "Marca" grummelt über das "traurige Unentschieden", verglich den Auftritt von Villarreal mit einem "Ausflug eines Pensionistenvereins". Hauptsächlich werden im Artikel die Spanier abgewatscht, dabei aber auch über die Rapidler abfällig geschrieben: "Ein schlechtes Spiel gegen eine sehr limitierte Mannschaft."

Noch weiter geht die "AS". "Auch Rapid, ein unkoordiniertes und desorganisiertes Team, wenn es darum geht, Druck zu machen, hatte ein paar Chancen", analysiert das Blatt. "Es scheint unglaublich, dass eine solche Mannschaft 32 Meistertrophäen in ihrer Vitrine stehen hat. Letztlich konnte niemand das Unentschieden verhindern, auch weil sowohl Villarreal als auch Rapid nur ein Schatten davon sind, was sie einmal waren."

Da schwingt viel Verbitterung mit. In Hütteldorf sieht man den Auftritt vom Donnerstagabend mit ganz anderen Augen. Im Vergleich zum 0:5 vor zwei Wochen trat das Team von Trainer Didi Kühbauer wie verwandelt auf. Freilich klappen noch nicht alle Abläufe perfekt. Rapid zeigte sich als Einheit, erkämpfte sich den Punkt vor eigenem Publikum und ließ die Spanier nicht gut aussehen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • johann schwarz am 09.11.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    wen wundert es?

    wenn man rapid jetzt beobachtet kann man es ja wirklich nicht glauben, dass diese Mannschaft so viele titeln hat. vielleicht sollte man es mit einem neuen sportlichen vorstand probieren, an den Trainern kann es nicht gelegen sein. aber alle halbwegs brauchbaren österreichischen Talente sofort verkaufen und dafür ausrangierte ausländische kicker besorgen, kann nicht die lösung sein. Salzburg zeigt es vor, wie man gute nachwuchsarbeit durchführen kann und damit sogar viel Geld verdient.

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  • Franz am 09.11.2018 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Die sollten sich eher fragen wie sie vom Abstiegsplatz weg kommen

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  • Selbst schuld am 09.11.2018 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    wenn man mit der C-Mannschaft antritt.

    Noch dazu haben wir in Österreich eine in Europa einzigartige Zähleweise der Meisterschaftstitel.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Selbst schuld am 09.11.2018 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    wenn man mit der C-Mannschaft antritt.

    Noch dazu haben wir in Österreich eine in Europa einzigartige Zähleweise der Meisterschaftstitel.

  • johann schwarz am 09.11.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    wen wundert es?

    wenn man rapid jetzt beobachtet kann man es ja wirklich nicht glauben, dass diese Mannschaft so viele titeln hat. vielleicht sollte man es mit einem neuen sportlichen vorstand probieren, an den Trainern kann es nicht gelegen sein. aber alle halbwegs brauchbaren österreichischen Talente sofort verkaufen und dafür ausrangierte ausländische kicker besorgen, kann nicht die lösung sein. Salzburg zeigt es vor, wie man gute nachwuchsarbeit durchführen kann und damit sogar viel Geld verdient.

    • boernsn am 10.11.2018 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @johann schwarz

      "Diese" Mannschaft hat auch keine 32 Titel geholt "Diese" Mannschaft hat noch nicht mal einen Titel geholt! Das Team hatte den gleichen Namen aber die Mannschaft war meist eine andere!!

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  • Franz am 09.11.2018 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Die sollten sich eher fragen wie sie vom Abstiegsplatz weg kommen

    • Franz Gans am 09.11.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franz

      einfach die Austria nächste Runde verdrängen!.....easy!!!!

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