Schwere Vorwürfe

28. August 2018 15:25; Akt: 28.08.2018 17:08 Print

Schimpfte Wiener Polizei Innsbruck-Fans "Woame"?

"Ihr Woamen ghört zsammghaut", sollen Polizisten Fans von Innsbruck beim Auswärtsspiel bei Rapid gerufen haben. Wünschten die Beamten eine Eskalation?

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Von Fan-Transparenten über Pyro-Eklats bis hin zu Platzstürmen. In dieser Diashow sind die größten österreichischen Fan-Skandale des Jahrtausends in Bildern gefasst. 24. Oktober 2017: Beim Amateur-Derby in der Regionalliga Ost stürmen rund 250 vermummte Fans den Platz der Austria-Akademie. Erst ein Eingreifen der Exekutive kann die Situation klären. Das Spiel endet 1:1. 19. August 2017: Ein ekelhaftes Transparent der Rapid-Ultras im Duell mit Sturm Graz. Hier werden Journalisten mit Terroristen verglichen. 13. August 2017: Der Stangenwurf-Eklat von Maria Enzersdorf. Beim Duell zwischen Admira und Rapid flogen Stangen aufs Spielfeld. 6. August 2017: Das 2:2 im ersten Wiener Derby der Saison sorgt für Schlagzeilen. In der Nachspielzeit wird die Partie unterbrochen, Austria-Spieler Raphael Holzhauser wird vom "Wut-Ordner" beschimpft. 9. Mai 2017: Das Amateur-Derby zwischen Rapid und Austria endet in einem Skandal, nachdem Hütteldorfer "Fans" zu antisemitischen Gesängen gegriffen hatten. Endstand: 2:1 zugunsten der Veilchen. 25. Februar 2016: Eine ganz besonders geschmacklose Botschaft der Rapid-Fans an den Europa-League-Gegner FC Valencia. "Hure Valencia" war zu lesen. Dafür gab es 20.000 Euro Strafe durch die UEFA. Valencia gab die sportliche Antwort. Gesamtscore: 0:10! 25. Februar 2016: Im selben Spiel entrollten Rapid-Fans ein Banner, auf dem Funktionäre des Europa-League-Gegners Valencia beschimpft werden. Das war wohl die Reaktion der Ultras auf das Hinspiel im legendären Mestalla. 200 Rapid-Ultras hatten auf den Stadionbesuch verzichtet, weil sie ihre Fan-Utensilien nicht mit in die Arena nehmen durften. 6. April 2014: Nach einem Training der Austria Amateure passen Rapid-Ultras den violetten Nachwuchsspieler Valentin Grubeck ab und schlagen ihn brutal zusammen. Der Stürmer muss im Krankenhaus behandelt werden. Heute ist Grubeck beim LASK tätig. 22. Mai 2011: Unmittelbar nach dem 2:0 der Wiener Austria beim Derby in Hütteldorf stürmen hunderte Fans in der 26. Minute aufs Spielfeld. Die Partie wird abgebrochen und mit 3:0 zugunsten der Veilchen gewertet. 22. Mai 2011: Hier ist das Gesicht des Abbruch-Derbys. Der entblößte Panathinaikos-Hooligan wurde als "Hass-Grieche" bekannt. 4. Dezember 2009: Die Austria-Fans sorgen im Europa-League-Duell mit Athletic Bilbao (0:3) beinahe für einen Abbruch. Nach dem zweiten Gegentor kommt es zu schweren Ausschreitungen. Die Veilchen werden mit zwei Geisterspielen, eines davon auf Bewährung, bestraft. 24. August 2008: Bereits nach sechs Minuten endete im Wiener Derby die Karriere von Georg Koch. Neben dem damaligen Rapid-Keeper explodierte ein Knallkörper. Koch erlitt dabei ein Gehörtrauma und einen Kreislaufzusammenbruch, kehrte nicht mehr auf den grünen Rasen zurück. 22. Oktober 2005: Das 275. Wiener Derby wird zu einem echten Skandal. Nachdem beide Fanlager Feuerwerkskörper aufs Feld schießen, startet die Partie mit einer halbstündigen Verspätung. Rapid tritt nur unter Protest an. 22. Oktober 2005: Die Rapid-Fans reagieren auf ihre ganz eigene Art auf das Horror-Foul von Joey Didulica an Axel Lawaree im Mai 2005 und zünden eine Puppe mit dem Trikot des Austria-Tormanns am Galgen hängend mitten im Fan-Sektor an. 5. Mai 2005: Beim Stand von 3:0 für den GAK stürmen zahlreiche Austria-Fans in der 79. Minute das Spielfeld. Es kommt zu einer 15-minütigen Unterbrechung, ehe die Partie fertiggespielt werden kann. 20. Mai 2004: Beim 2:0-Sieg von Salzburg über Rapid durchbrechen zahlreiche Hütteldorfer Ultras die Absperrungen. Das Spiel wird vorzeitig abgepfiffen und voll gewertet. 29. Mai 2003: Die Austria feiert den Meistertitel. Hier jubeln Ernst Dospel und Ivica Vastic. Doch dem gingen dramatische Szenen voraus. Beim Stand von 2:0 für Schwarz Weiß Bregenz stürmten hunderte violette Anhänger bereits in der 77. Minute aufs Spielfeld, um den Titelgewinn zu feiern. Erst das Zureden der Verantwortlichen kann die Fans beruhigen, die Partie wird nach 25-minütiger Unterbrechung fertiggespielt. 27. Juli 2002: Auch bei Testspielen können die Emotionen überkochen. So wie beim Freundschaftsspiel zwischen Rapid und Arsenal London in Eisenstadt. Es kam dabei zu einer Schlägerei auf den Zuschauerrängen. Rund 200 unbeteiligte Fans, die sich in Sicherheit bringen wollten, stürmten aufs Feld. 5. August 2001: Beim Spiel zwischen Rapid und dem GAK (0:4) starteten rund 50 unzufriedene Fans einen Sitzstreik auf dem Spielfeld, riefen lautstark: "Wir wollen unser Geld zurück." Die Einsatzkräfte konnten den Protest nach wenigen Minuten auflösen.

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Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die von der Faninitiative Innsbruck nach der Auswärtspartie von Wacker beim SK Rapid am Sonntag erhoben werden.

Als die Innsbrucker im Vorfeld der Partie gemeinsam zum Stadion marschierten, sollen sie von der Wiener Polizei beschimpft und attackiert worden sein. "Eine Gruppe von BeamtInnen stürmte in den vorderen Teil der Gruppe und versuchte, wild um sich schlagend, einzelne Personen herauszuziehen. Nur das solidarische Verhalten aller Wacker-Fans verhinderte hier Schlimmeres", schreibt die Faninitiative in einer Mitteilung auf Facebook (gesamtes Posting folgt unten). "Dass eine Eskalation um jeden Preis gewünscht war, spürte man ab diesem Zeitpunkt deutlich."

Doch damit nicht genug. Auch beim Einlass in das Allianz Stadion soll die Polizei unter Mithilfe des Ordnerdienstes von Rapid die Kontrollen mit Absicht solange hinaus gezögert haben, dass die Fans nicht mehr rechtzeitig ins Stadion kommen konnten. Ein Umstand, der auch der Rechtshilfe Rapid nicht verborgen blieb. "Es wurde längst zur traurigen Normalität: Wien und insbesondere das @Weststadion sind für beachtenswerte Fanszenen definitiv keine Reise wert. Sowohl der @skrapid als auch die Polizei behandeln Gäste scheiße", hielt die Rechtshilfe Rapid auf Twitter fest.

Innsbrucker Fans berichten zudem von Provokationen der Polizei. Nachdem die Wacker-Anhänger in der 35. Minute des Bundesligaspiels in den Auswärtssektor stürmten, Böller und Rauchbomben "aus Protest" zündeten, sollen sie von Beamten mit dem homophoben Spruch "Ihr Woamen ghört zammghaut" außerhalb des Stadion empfangen worden sein. Videoaufnahmen sollen dies belegen, die Innsbrucker Fans wollen sie aus Angst vor weiteren Repressalien der Polizei in der Zukunft aber nicht veröffentlichen.

Auf Anfrage der Tageszeitung "Standard" sprach die Wiener Polizei zunächst von einem "zufriedenstellenden Einsatz", ehe sie einen Tag später aber mitteilte, dass sie die schweren Vorwürfe der Faninitiative Innsbruck aber noch einmal überprüfen will. Sobald dies geschehen ist, soll eine ausführliche Stellungsnahme folgen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rene am 28.08.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Rapid hat eigene Polizei

    Ist ja nix neues das bei Rapid bei Heimspielen sogar eine eigene Polizei hat wie man sieht.

  • Toni am 31.08.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte in Ruhe lassen

    Unser Polizei ist schon in Ordnung. Wir alle sehen wie es für unserer Polizei beim ausüben ihrer Arbeit immer gefährlicher wird.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Toni am 31.08.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte in Ruhe lassen

    Unser Polizei ist schon in Ordnung. Wir alle sehen wie es für unserer Polizei beim ausüben ihrer Arbeit immer gefährlicher wird.

  • Rene am 28.08.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Rapid hat eigene Polizei

    Ist ja nix neues das bei Rapid bei Heimspielen sogar eine eigene Polizei hat wie man sieht.