ACAB, Pyro, Derby

18. Dezember 2018 10:27; Akt: 18.12.2018 13:17 Print

Waren das die Auslöser für den Polizei-Kessel?

1.338 Rapid-Fans wurden vor dem Derby von der Polizei in einem siebenstündigen Einsatz festgehalten. Ein Revanchefoul? Hier die Vorgeschichte.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Rapid-Fans gegen die Polizei – nach dem Wiener Derby gehen die Wogen hoch! Mehr als sechseinhalb Stunden wurden 1.338 grün-weiße Schlachtenbummler vor und während des Wiener Derbys gegen Erzrivale Austria Wien festgehalten. Handelt es sich dabei um ein Revanchefoul? Fest steht: Es gibt eine Vorgeschichte.

Und die zieht sich schon über mehrere Jahre. Negativer Höhepunkt: Der Derby-Abbruch im Hanappi-Stadion im Mai 2011, als der berühmt-berüchtigte "Hass-Grieche" mit zahlreichen anderen Chaoten im Hanappi-Stadion den Rasen stürmte. Auch danach kam es bei den Duellen mit der Austria immer wieder zu Problemen. So wurde Austrias Raphael Holzhauser bei einem Eckball mit Gegenständen beworfen. Nach dem letzten Derby in Hütteldorf stürmten 30 Fans in Richtung Austria-Sektor und warfen einen brennenden Bengalo in das violette Publikum.

Auch die Politik spielt eine Rolle: Weil die Regierung Pyrotechnik im Stadion verbieten will, wurde sie zum Gegenstand der Kritik im Block West. So wurden Innenminister Herbert Kickl und Polizeipräsident Gerhard Pürstl auf Transparenten ins Fadenkreuz genommen und als Kasperl und Pezi dargestellt. Revanche der Polizei: Hausbesuche bei einigen Fans.

Am vergangenen Donnerstag brachten die Rapid-Fans im Europa-League-Heimspiel gegen die Glasgow Rangers wieder eine Provokation in Richtung Polizei: Auf der Choreo waren die Zahlen 1312 zu sehen. Aber offenbar nicht nur, weil es das Datum des Spiels war. Sondern weil es sich dabei um einen versteckten Code handelt: die Buchstaben 1, 3, 1 und 2 im Alphabet stehen für ACAB – "All Cops Are Bastards". Der Tropfen, der das Fass bei der Polizei zum Überlaufen brachte? Fest steht: Die Vorfälle beim Wiener Derby werden nicht zur Entspannung beitragen.



Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(heute.at)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dean am 18.12.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Warum - Polizei Revanche Foul ???

    Also ich habe anhand diverser Videos im Netz folgendes feststellen können. Vermummte Personen, Rauchbomben, Böller, Lautstark skandierte Gewaltsäußerungen, und zu guter letzt Wurfgeschoße von einer Brücke auf eine starkbefahrene Stadtautobahn. Denke es bedurfte hier gar keines Revanche Fouls. Die Fans haben der Polizei exklusiv Gründe für Ihr einschreiten geliefert. Nachdem sie sich weigerten Ausweise zu zeigen hats halt unnötig länger gedauert. Echt dumm gelaufen für die Rowdys.

    einklappen einklappen
  • Anton K. am 18.12.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken

    Liebe Rapidlernen, wenn Ihr Euch mit der Polizei anlegt dann werdet Ihr und Euer Verein verlieren! Da können Euch auch nicht Hr.Tomanek und Co. mehr helfen. Ihr schadet nicht nur Euch selbst sondern auch Österreich im internationalen Ansehen! Darüber solltet Ihr Mal nachdenken!!!!!!

    einklappen einklappen
  • Fanopa am 18.12.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir reichts

    Ich war jahrzehntelang Rapid-Anhänger, auch wenn es in letzter Zeit sportlich nicht sehr gut lief. Die Eigenzüchtung der Ultras störte mich schon immer. Dass nun die Rapid-Führung deren Rücken stärkt und den Chaoten zu Klagen rät, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Damit habt ihr entschieden, welche "Sorte" Fans gewünscht sind. Schweren Herzens nehme ich dies zur Kenntnis und begebe mich auf die Suche nach einem "neuem" Verein für mich und meine Enkel.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Fritz L. am 18.12.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO Polizei !

    Dann sollen sie sich menschenwürdig benehmen!! Dann braucht auch keine Polizei einzugreifen. Zum Unruhestiften wars bzw. wärs ihnen auch nicht zu kalt gewesen. Dass auch Unschuldige darunter zum Handkuss kamen ist bedauerlich, aber wie sollten hier anders die Kriminellen herausgefiltert werden?

  • Gerd Grobbauer am 18.12.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Opfer

    Die sind in bildungsfernen Sphären geboren und aufgewachsen, die können nichts dafür und diesen Text nicht verstehen

  • Tom Tom am 18.12.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    ...am besten kalt serviert.

    Ich bin überzeugt das ganze war eine Machtdemonstration der Polizei. Die Choreo beim Rangersmatch war sicher der entgültige Auslöser. Aber dieser Einsatz ging zu weit. Zu viele Unschuldige mussten das über sich ergehen lassen. Und die müssen jetzt handeln. Über die Polozei möcht oder darf ich ja nichts sagen. Aber denken.

  • safti am 18.12.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldslämmer ??

    jetzt die Fans als Unschuldslämmer hinzustellen ist eine Frechheit. die waren schon beim weggehen von Weststation nicht friedlich . Habe es selber miterlebt. Bin als grüner geboren und bleibe auch grüner . aber was da seit Jahren abgeht hat nichts mehr mit Fan zu tun. Und Rapidvorstand steht noch dahinter und gibt denen recht. Das ist die Frechheit daran.Was hat das mit Fan zutun . Was glaubt ihr was los gewesen ware wenn die im Station gewesen wären bei dem Ausgang. Es hätte Krieg gegen während und nach dem Spiel kennen wir doch schon alles.

  • stealth71 am 18.12.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Werfen von, wenn auch nur Schneebällen,

    auf die Tangente und auch die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen, ist zu verurteilen und gehört auch geandet, aber hier wurde wohl einigermaßen übers Ziel geschossen. Ein Resultat von 2 Anzeigen aus 1337 Personen entspricht 0,14 Prozent, wenn das reicht, dass man 1337 Personen unter Generalverdacht für 7 Stunden einsperrt, ohne Sanitäre Möglichkeiten, sie möglicherweise von Amtswegen einer Gefährdung aussetzt (wegen der Wahl des Anhalteortes) - tja, ich weiß nicht, ob dass den Offiziellen nicht noch auf den Kopf fallen wird.

    • Michaela am 18.12.2018 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo!

      Danke! Endlich jemand, der gewisse Sachen verurteilt, dennoch sachlich bleibt. Es war reine Schikane, so viele Menschen auf diesem engen Fleckerl so lange festzuhalten. Warum bzw. wie es dazu kam, dazu mag ich mich nicht äußern (ich war nicht dabei), aber WIE geahndet wurde, ist eine Frechheit!

    einklappen einklappen