Gilt als Kriegsverbrecher

25. Februar 2018 15:32; Akt: 25.02.2018 15:32 Print

Kim schickte schlimmsten General zur Abschlussfeier

Mit der Abschlussfeier gingen die Olympischen Spiele zu Ende. Nordkoreas Diktator Kim Jong-un provozierte dabei mit seinem berüchtigsten General.

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Schwere Stürze, bittere Ausfälle, verfehlte Ziele - bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang spielten sich zahlreiche Dramen ab. "Heute" blickt zurück. Österreich zitterte mit Markus Schairer! Der Vorarlberger stürzte beim Snowboardcross-Bewerb in Pyeongchang schwer, brach sich einen Halswirbel. Für Markus Schairer ging es schnellstmöglich in die Heimat. Nach der Überstellung ins Landesklinikum Feldkirch wurde der Snowboarder operiert, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Auf der Horror-Cross-Strecke erwischte es auch Christoph Wahrstötter. Österreichs Medaillenhoffnung wurde von seinem Gegner Erik Mobärg abgeschossen, rutschte durch ein Netz und musste mit einer schweren Gehirnerschütterung ins Spital. Ebenfalls im Skicross erwischte es den kanadischen Routinier Chris Delbosco schwer. Der 35-Jährige zog sich einen Beckenbruch zu, Frankreichs Hoffnung Terence Tchiknavorian zog sich einen Schienbeinbruch zu. Slalom-Drama Teil 1: Marcel Hirscher scheiterte im ersten Durchgang des Olympia-Slaloms, verpasste damit die Chance auf historisches Dreifach-Gold in Korea. Slalom-Drama Teil 2: Nach dem Aus von Marcel Hirscher war alles für Henrik Kristoffersen angerichtet, doch der Norweger warf die Nerven und Gold weg, fädelte im zweiten Durchgang nach Halbzeit-Führung ein. Die Kanadierin Kim Boutin erlebte ihr eigenes Olympia-Drama! Nachdem die Südkoreanerin Choi Min-jeong im Shorttrack über 500 Meter disqualifiziert worden war, erbte Boutin die Bronzemedaille. Es folgten unsportliche Aktionen des südkoreanischen Publikums. Von Pfiffen bis hin zu Morddrohungen. Lara Gut erlebte bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang zuerst ein sportliches-, und dann ein Verletzungsdrama. In Riesentorlauf und Abfahrt schied sie aus, im Super-G verpasste sie eine Medaille als Vierte knapp. Darüber hinaus verletzte sich die Schweizerin beim Abfahrts-Aus am Knie, musste Olympia vorzeitig beenden, um den weiteren Saisonverlauf nicht zu gefährden. Das große Tränen-Drama von Lindsey Vonn! Bei ihrer letzten Olympia-Abfahrt verpasste die US-Amerikanerin das heiß ersehnte Gold, musste sich mit Bronze begnügen. "Ich werde Olympia vermissen", erklärte die 33-Jährige mit Tränen in den Augen. Das Hundertstel-Drama! Janine Flock hatte die Goldmedaille vor Augen, doch am Ende schaute nur Rang vier raus. Läppische zwei Hundertstel hinter Bronze. Das Schuss-Drama! Österreichs Biathlon-Staffel lag im abschließenden Teambewerb auf Medaillenkurs. Julian Eberhard stürmte als Zweiter zum Schießstand, doch dann kam der böige Wind auf! Eberhard kam damit überhaupt nicht zurecht, musste zwei Mal in die Strafrunde. Damit war die Medaille weg. Die Biathleten kamen auf Rang vier. Kanadas Eishockey-Drama! 2010 und 2014 holten die Kanadier jeweils die Olympische Goldmedaille im Eishockey. Auf dem Weg dorthin scheiterten die Cracks in Pyeongchang allerdings am Sensationsteam Deutschland mit 3:4. Das Zuschauer-Drama! Die Olympischen Spiele in Pyeongchang waren kein Kassenschlager. Bis auf die Eis-Bewerbe waren die Ränge spärlich besucht. Vor allem bei den Ski-Bewerben herrschte Dorfmeisterschaftsstimmung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zu kalt, zu weit von der Hauptstadt Seoul entfernt, zu uninteressant für die einheimische Bevölkerung und oftmals zu teure Ticketpreise. Unfassbar! Teresa Stadlober verirrte sich über die 30km Langlauf in der Loipe und fuhr auf die falsche Runde. Vor ihrem folgenschweren Patzer lag sie noch auf Medaillenkurs, am Ende wurde es nur Rang 9

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Bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Pyeongchang tummelte sich jede Menge Politprominenz auf den Rängen. Die USA etwa schickten Ivanka Trump, die Tochter von US-Präsident Donald Trump, um die Olympia-Helden gebührend zu verabschieden.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un nutzte die Abschlussfeier hingegen noch für eine letzte Provokation. Er entsandte mit Kim Yong-chol den berüchtigsten General seiner Armee ins das Nachbarland Südkorea. Dort gilt der hochdekorierte Militär in den Augen von konservativen Politiker als "Kriegsverbrecher". Chol wird vorgeworfen, für einen Angriff auf die südkoreanische Korvette „Cheonan“ im Jahr 2010 verantwortlich zu sein, bei deren Untergang 46 Seeleute ihr Leben verloren. Nordkorea bestreitet dies, eine ungeklärte Explosion an Bord des Schiffes soll für dessen Untergang verantwortlich sein.

Angehörige fordern Hinrichtung des Nordkorea-Generals

Der Olympia-Besuch von Kim Yong-chol lässt jetzt ein letztes Mal die Wogen zwischen den beiden verfeindeten Nation hochgehen. Angehörige der Todesopfer des versenkten südkoranischen Kriegsschiffes protestierten in der Hauptstadt Seoul gegen die Visite des Generals und forderten dessen Hinrichtung.

Die südkoreanische Regierung hingegen verteidigte den geplanten Empfang Chols. Sie hofft, dass damit der Dialog zwischen den beiden Ländern vorangebracht und die Beziehungen verbessert werden können. Es wird vermutet, dass Chol dabei noch einmal die zu Beginn der Spiele ausgesprochene Einladung an Südkoreas Präsident Moon nach Nordkorea bekräftigen wird.


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(red.)

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