Thiem gibt in Australien auf

17. Januar 2019 12:29; Akt: 17.01.2019 17:51 Print

"Etwas im Körper, was da nicht hingehört"

Dominic Thiems Aus in der zweiten Australian-Open-Runde tat schon beim Zusehen weh. Jetzt erklärt er, warum er das Match aufgeben musste.

Bildstrecke im Grossformat »
Wir blicken in unserer großen Diashow auf die Karriere von Dominic Thiem - Klicken Sie sich durch! Dominic Thiem wurde am 3. September 1993 in Wiener Neustadt geboren. Bild: 2006 beim Generali Bambini Cup Er wuchs in Lichtenwörth auf, einer kleinen Gemeinde 50 Kilometer südlich von Wien. Bild: 2010 Austrian Open in Kitzbühel. Im Alter von sechs Jahren begann Thiem mit dem Tennisspielen. Schon in der Volksschule trainierte er täglich mehrere Stunden. Seine späteren Erfolge sind kein Zufallsprodukt. Bild: 2010 Australian Open Junioren Eine hartnäckige Darmerkrankung hätte Thiem fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Später brach er die Schule ab, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können. Bild: 2010 Bank Austria Tennis Trophy 2011 gelang ihm der Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb der French Open. Das Endspiel verlor er gegen den US-Amerikaner Björn Fratangelo. 2011 schlug der 18-jährige Thiem in Wien Tennis-Legende Thomas Muster in dessen Abschiedsmatch. In der zweiten Runde unterlag er dem Belgier Steve Darcis. In seinem ersten Profijahr 2012 gewann Thiem ITF-Future-Turniere in Tschechien und Marokko. Autogrammjäger hatten Thiem damals schon auf dem Radar. Thiem ist nicht nur im Tennis begabt. An ihm ist ein Fußball-Talent verloren gegangen. Thiem hat auch einen Lieblingsklub. Sein Herz schlägt für den FC Chelsea. Auf diesem Bild ist er 2013 im Pulli mit dem Chelsea-Logo zu sehen. Probleme mit den Weisheitszähnen vermiesten Thiem den Start ins Jahr 2013. Er verpasste das Davis-Cup-Match gegen Kasachstan. Erst im März feierte er sein Comeback und siegte beim Future-Turnier in Kroatien. Thiem besiegte in Kitzbühel Jürgen Melzer und erreichte das Viertelfinale. Dort war gegen Albert Montañés Endstation. Anschließend feierte er seinen ITF-Turniersieg in Este und den Finaleinzug beim Challenger-Turnier in Como. Erstmals gelang ihm der Sprung unter die Top 200 der Welt. Sein Trainer Günter Bresnik war dabei immer an der Seite des Youngsters. 2014 gelang der Durchbruch. Als Qualifikant erreichte Thiem bei den Australian Open die zweite Runde, landete kurz danach in den Top 100. Anschließend folgte in Kitz das erste Finale bei einem ATP-Turnier und bei den US Open das Achtelfinale. In Nizza gewann Thiem 2015 seinen ersten Titel auf der Tour. In Umag ließ er im Juli gleich den zweiten folgen. Ein neuer Look musste her. Der blonde Thiem kletterte die ATP-Weltrangliste empor. 2016 besiegte er in Buenos Aires Rafael Nadal, stieg in die Top 15 der Welt auf. Gegen den Deutschen Alexander Zverev verteidigte er 2016 in Nizza seinen Titel. Ein Duell, das Thiem wohl noch lange begleiten wird. Die beiden gelten als die größten Talente ihrer Generation. Die blonden Haare waren da schon wieder Geschichte. Im Zebra-Outfit stürmte Thiem 2016 ins Halbfinale der French Open, verpasste gegen Novak Djokovic den Finaleinzug. Thiem stieg zur Nummer 7 der Welt auf. Gleich danach besiegte er im Stuttgart-Halbfinale Tennis-Legende Roger Federer, schlug im Finale Philipp Kohlschreiber und gewann als erster Österreicher einen Titel auf Rasen. 2016 erreichte Thiem zum ersten Mal die World Tour Finals. Er schlug Monfils, verlor gegen Djokovic und Raonic. 2017 sicherte sich Thiem in Rio de Janeiro seinen achten Titel. In Paris und Rom erreichte er jeweils das Halbfinale, in Madrid und Barcelona das Finale - beide Male schlug ihn ein Nadal in Überform. Trotz eines Durchhängers gegen Saisonende rückte Thiem auf Rang vier der ATP-Weltrangliste vor und qualifizierte sich souverän für das ATP-Saisonfinale. Im November kam heraus, dass Thiem mit Tennis-Kollegin Kristina Mladenovic zusammen ist. Beflügelt von der Liebe startete Thiem stark ins Jahr 2018. In Buenos Aires holte er im Februar den ersten Turniersieg. Auch in Lyon schnappte sich Thiem den Titel. Beide Male triumphierte er auf seinem Lieblingsbelag Sand. In Madrid scheiterte Thiem erst im Finale an Alex Zverev. Dann die French Open. Thiem kämpfte sich bis ins Finale des Grand-Slam-Turniers durch. Da war aber Endstation gegen Rafael Nadal. Bei den US Open stand Thiem als erster Österreicher im Viertelfinale. Dann wieder das Aus gegen Nadal, aber der Österreicher gab sich erst nach einem spannenden Fünfsatz-Krimi über 4:49 Stunden geschlagen. "Mein erstes episches Match", meinte er nach der Partie. Am 23. September erreichte Thiem einen weiteren Meilenstein. In St. Petersburg gewann der Niederösterreicher seinen ersten Titel in der Halle. Bei den Masters-1000 in Paris-Bercy stieß Thiem ins Halbfinale vor, dort musste er sich Karen Khachanov geschlagen geben. Das reichte aber für die Qualifikation für die ATP-Finals 2018 in London. Auch 2019 gab es für Thiem Turniersiege zu bejubeln. Nämlich in Indian Wells ... ... und in Barcelona. Bei den French Open gelang ihm erneut der FInaleinzug - und wieder setzte es eine Niederlage gegen Rafael Nadal. Thiem stellte in diesem Jahr auch sein Trainerteam um. Die langjährige Zusammenarbeit mit Günter Bresnik wurde beendet. Neuer Coach an der Seite von Thiem: Nicolas Massu. In Wimbledon lief es nicht nach Wunsch, Thiem scheiterte in der ersten Runde an Sam Querrey.

Zum Thema
Fehler gesehen?

"Der ganze Körper hat ungewohnt weh getan", klagt Dominic Thiem. Er hatte sich heroisch in fünf Sätzen in die zweite Runde der Australian Open gekämpft. Dort war gegen den jungen Lokalmatadoren Alexei Popyrin (19) Endstation.

Popyrin spielte zwar druckvolle Aufschläge, hatte seinen Aufstieg in die dritte Runde aber vor allem einem Umstand zu verdanken: Thiems Körper. Der Lichtenwörther war nicht wiederzuerkennen.

Von Beginn an war der Wurm im Spiel. Ende des ersten Satzes entlud sich die aufgestaute Wut. Thiem zertrümmerte seinen Schläger. Seine Fans rätselten zu diesem Zeitpunkt noch, warum er nicht zu seinem Spiel fand.

Wenig später war klar, wo der Hund begraben war. Thiem verlor Satz eins, rief den Arzt. Der kam Mitte des zweiten Satzes. Der 25-Jährige schilderte seine Abgeschlagenheit. Der Doc verabreichte ihm eine Pille. Was auch immer der Wirkstoff selbiger wahr – sie half nichts.

"Es ist dann schlechter statt besser geworden und dann geht es so zu Ende", lamentiert Thiem. "Ich bin nicht auf der Höhe." Am Mittwoch habe er sich noch gut gefühlt.

Am Matchtag spürte er: "Da ist irgendwas in meinem Körper, was da nicht hingehört."

Diese Aussage schockiert alle Fans des heimischen Tennis-Stars. Am Freitag tritt Thiem den Rückflug aus Australien an, kündigte Bluttests an, um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Auch der Davis Cup könnte in Gefahr sein. Am 1. und 2. Februar trifft Österreich in Salzburg auf Chile. Thiem hatte für das Duell in der Weltgruppe fix zugesagt.

Das ist die Freundin von Dominic Thiem


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Heute Sport)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hubert Huber am 17.01.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Auch im Kopf

    Es steckt nicht nur etwas im Körper, aber auch im Kopf muss etwas verändert werden - es passt die Einstellung nicht und ich glaube auch sein Umfeld gehört verändert, sonst wird nie der Klassespieler, der angeblich in ihm steckt...

  • Gerald am 17.01.2019 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    War eh klar

    Vl ein tampon im korper? Vl ein stift in der nase? Ein dildi im popsch?

  • Freund am 19.01.2019 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ein

    Lieber Dominik! Nimm dir 1 Jahr Auszeit und versprich mir dass du in der Zeit nicht über Tennis sprechen wirst geschweige denn einen Trainer benötigst. Geniesse diese Zeit zusammen mit deiner Freundin und ich versichere dir dass du stärker zurückkommen wirst als jemals zuvor. Du brauchst einfach Abstand zu dem ganzen Profisport-Wahnsinn. Das Leben ist viel zu kurz um dauernd auf 3 Kirtagen tanzen zu wollen. Geld hast du ja inzwischen genug.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Freund am 19.01.2019 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ein

    Lieber Dominik! Nimm dir 1 Jahr Auszeit und versprich mir dass du in der Zeit nicht über Tennis sprechen wirst geschweige denn einen Trainer benötigst. Geniesse diese Zeit zusammen mit deiner Freundin und ich versichere dir dass du stärker zurückkommen wirst als jemals zuvor. Du brauchst einfach Abstand zu dem ganzen Profisport-Wahnsinn. Das Leben ist viel zu kurz um dauernd auf 3 Kirtagen tanzen zu wollen. Geld hast du ja inzwischen genug.

  • Gerald am 17.01.2019 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    War eh klar

    Vl ein tampon im korper? Vl ein stift in der nase? Ein dildi im popsch?

  • Hubert Huber am 17.01.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Auch im Kopf

    Es steckt nicht nur etwas im Körper, aber auch im Kopf muss etwas verändert werden - es passt die Einstellung nicht und ich glaube auch sein Umfeld gehört verändert, sonst wird nie der Klassespieler, der angeblich in ihm steckt...