Pläne nach French Open

12. Juni 2019 07:07; Akt: 12.06.2019 07:26 Print

Thiem: "Würde gerne mit Serena im Mixed spielen"

von S. Riegler - Bei einem Medientermin in Wien sprach Dominic Thiem über die French Open, den "Klo-Fehler" gegen Nadal, seine nächsten Pläne und Serena Williams.

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Wir blicken in unserer großen Diashow auf die Karriere von Dominic Thiem - Klicken Sie sich durch! Dominic Thiem wurde am 3. September 1993 in Wiener Neustadt geboren. Bild: 2006 beim Generali Bambini Cup Er wuchs in Lichtenwörth auf, einer kleinen Gemeinde 50 Kilometer südlich von Wien. Bild: 2010 Austrian Open in Kitzbühel. Im Alter von sechs Jahren begann Thiem mit dem Tennisspielen. Schon in der Volksschule trainierte er täglich mehrere Stunden. Seine späteren Erfolge sind kein Zufallsprodukt. Bild: 2010 Australian Open Junioren Eine hartnäckige Darmerkrankung hätte Thiem fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Später brach er die Schule ab, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können. Bild: 2010 Bank Austria Tennis Trophy 2011 gelang ihm der Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb der French Open. Das Endspiel verlor er gegen den US-Amerikaner Björn Fratangelo. 2011 schlug der 18-jährige Thiem in Wien Tennis-Legende Thomas Muster in dessen Abschiedsmatch. In der zweiten Runde unterlag er dem Belgier Steve Darcis. In seinem ersten Profijahr 2012 gewann Thiem ITF-Future-Turniere in Tschechien und Marokko. Autogrammjäger hatten Thiem damals schon auf dem Radar. Thiem ist nicht nur im Tennis begabt. An ihm ist ein Fußball-Talent verloren gegangen. Thiem hat auch einen Lieblingsklub. Sein Herz schlägt für den FC Chelsea. Auf diesem Bild ist er 2013 im Pulli mit dem Chelsea-Logo zu sehen. Probleme mit den Weisheitszähnen vermiesten Thiem den Start ins Jahr 2013. Er verpasste das Davis-Cup-Match gegen Kasachstan. Erst im März feierte er sein Comeback und siegte beim Future-Turnier in Kroatien. Thiem besiegte in Kitzbühel Jürgen Melzer und erreichte das Viertelfinale. Dort war gegen Albert Montañés Endstation. Anschließend feierte er seinen ITF-Turniersieg in Este und den Finaleinzug beim Challenger-Turnier in Como. Erstmals gelang ihm der Sprung unter die Top 200 der Welt. Sein Trainer Günter Bresnik war dabei immer an der Seite des Youngsters. 2014 gelang der Durchbruch. Als Qualifikant erreichte Thiem bei den Australian Open die zweite Runde, landete kurz danach in den Top 100. Anschließend folgte in Kitz das erste Finale bei einem ATP-Turnier und bei den US Open das Achtelfinale. In Nizza gewann Thiem 2015 seinen ersten Titel auf der Tour. In Umag ließ er im Juli gleich den zweiten folgen. Ein neuer Look musste her. Der blonde Thiem kletterte die ATP-Weltrangliste empor. 2016 besiegte er in Buenos Aires Rafael Nadal, stieg in die Top 15 der Welt auf. Gegen den Deutschen Alexander Zverev verteidigte er 2016 in Nizza seinen Titel. Ein Duell, das Thiem wohl noch lange begleiten wird. Die beiden gelten als die größten Talente ihrer Generation. Die blonden Haare waren da schon wieder Geschichte. Im Zebra-Outfit stürmte Thiem 2016 ins Halbfinale der French Open, verpasste gegen Novak Djokovic den Finaleinzug. Thiem stieg zur Nummer 7 der Welt auf. Gleich danach besiegte er im Stuttgart-Halbfinale Tennis-Legende Roger Federer, schlug im Finale Philipp Kohlschreiber und gewann als erster Österreicher einen Titel auf Rasen. 2016 erreichte Thiem zum ersten Mal die World Tour Finals. Er schlug Monfils, verlor gegen Djokovic und Raonic. 2017 sicherte sich Thiem in Rio de Janeiro seinen achten Titel. In Paris und Rom erreichte er jeweils das Halbfinale, in Madrid und Barcelona das Finale - beide Male schlug ihn ein Nadal in Überform. Trotz eines Durchhängers gegen Saisonende rückte Thiem auf Rang vier der ATP-Weltrangliste vor und qualifizierte sich souverän für das ATP-Saisonfinale. Im November kam heraus, dass Thiem mit Tennis-Kollegin Kristina Mladenovic zusammen ist. Beflügelt von der Liebe startete Thiem stark ins Jahr 2018. In Buenos Aires holte er im Februar den ersten Turniersieg. Auch in Lyon schnappte sich Thiem den Titel. Beide Male triumphierte er auf seinem Lieblingsbelag Sand. In Madrid scheiterte Thiem erst im Finale an Alex Zverev. Dann die French Open. Thiem kämpfte sich bis ins Finale des Grand-Slam-Turniers durch. Da war aber Endstation gegen Rafael Nadal. Bei den US Open stand Thiem als erster Österreicher im Viertelfinale. Dann wieder das Aus gegen Nadal, aber der Österreicher gab sich erst nach einem spannenden Fünfsatz-Krimi über 4:49 Stunden geschlagen. "Mein erstes episches Match", meinte er nach der Partie. Am 23. September erreichte Thiem einen weiteren Meilenstein. In St. Petersburg gewann der Niederösterreicher seinen ersten Titel in der Halle. Bei den Masters-1000 in Paris-Bercy stieß Thiem ins Halbfinale vor, dort musste er sich Karen Khachanov geschlagen geben. Das reichte aber für die Qualifikation für die ATP-Finals 2018 in London.

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Dominic Thiem macht nach den French Open einige Tage Pause in der Heimat. Trotz der Final-Niederlage gegen Rafael Nadal war der Niederösterreicher mit seinem Auftritt bei den diesjährigen French Open zufrieden.

Bei einer Pressekonferenz in Wien resümierte der 25-Jährige nochmal über die letzten beiden Wochen in Paris und sprach über seine nächsten Pläne.

Dominic Thiem über...

Die French Open: "Es waren sehr schöne und ereignisreiche zwei Wochen. Es ist immer speziell, in ein Grand-Slam-Finale einzuziehen."

Das Halbfinale gegen Novak Djokovic: "Das war wahrscheinlich mein größter Karriere-Erfolg. Ich habe die Nummer eins besiegt, noch dazu in meinem ersten Fünf-Satz-Match in Paris. Er ist eine Legende."

Das Finale gegen Rafael Nadal: "Man hat wieder gesehen, was für ein Ausnahmesportler er ist und warum er das Turnier schon zwölfmal gewonnen hat. Im Match habe ich auch Fehler gemacht. Nach dem Satzgewinn war ich voll auf der Höhe, dann kam die Toilettenpause und das System ging runter. Ich hätte auch aufs Klo gehen und mit neuen Sachen in den dritten Satz starten sollen. Stattdessen bin ich am Platz geblieben. Nadal hat das unglaublich ausgenützt."

Das Lob von Thomas Muster: "Es ist eine Riesen-Ehre, aber wenn ich mir seine Erfolge und meine anschaue, gibt es da noch einen Riesenunterschied. Es spornt mich natürlich an."

Den Zwischenfall mit Serena Williams: "Es war kurios und eigentlich nicht ärgerlich, jetzt im Nachhinein finde ich es sogar lustig. Mir ist das noch nie passiert. Es war ein organisatorisches Hoppala, ich hab nicht verstanden, warum das hohe Wellen geschlagen hat und ich möchte nochmal klarstellen, dass ich die Leistungen von Serena Williams unglaublich finde. Was sie im Tennissport geleistet hat, ist sensationell. Es war auch gar nicht ihr Fehler. In dem Moment war es einfach komisch. Ich würde gerne als Wiedergutmachung mit ihr im Mixed-Bewerb spielen, vielleicht in Wimbledon oder New York."

Die Trophäe für den zweiten Platz: "Ich hab sie in Paris bei Kiki vergessen. Es ist schon eine besondere Trophäe, aber es wird Zeit, dass ich den großen Pokal hole."

Seine Pläne auf Rasen: "Ab 17. Juni geht es in Halle weiter. Die Sandplatzsaison war lange, ich freue mich sehr, auf Rasen zu spielen, weil es nur ein kurzer Abschnitt ist und das prestigeträchtigste Turnier in Wimbledon stattfindet. Ich bezeichne mich nicht gern als Sandplatzspieler, meine größten Erfolge habe ich auf Hartplatz gefeiert. Ich möchte mich nicht zu sehr auf die French Open versteifen, es gibt so viele Highlights im Tennis."

Die Vergleiche mit Nadal und Co.: "Die Vergleiche sind völlig unangebracht. Nadal, Federer und Djokovic haben über 15 Grand-Slam-Turniere gewonnen. Ich habe gerade mal zwei Finalis gespielt. Aber ich werde jeden Tag hart arbeiten und dann wird man sehen, was ich erreiche, wenn ich so alt bin wie sie."


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