Olympia-Ass im "Heute"-Talk

03. August 2016 17:43; Akt: 26.08.2016 03:40 Print

Fahnenträgerin Liu Jia: "Das bedeutet mehr als EM-Gold"

Egal wie die Olympischen Sommerspiele in Rio verlaufen, für Liu Jia sind sie bereits jetzt speziell. Österreichs Tischtennis-Queen hat die große Ehre, am 5. August bei der Eröffnungsfeier die rot-weiß-rote Fahne ins gigantische Maracana-Stadion zu tragen. Im "Heute"-Talk verrät die 34-Jährige, welchen Stellenwert das für sie hat.

 (Bild: GEPA pictures/ Mario Kneisl)

(Bild: GEPA pictures/ Mario Kneisl)

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Egal wie die Olympischen Sommerspiele in Rio verlaufen, für Liu Jia sind sie bereits jetzt speziell. Österreichs Tischtennis-Queen hat die große Ehre, am 5. August bei der Eröffnungsfeier die rot-weiß-rote Fahne ins gigantische Maracana-Stadion zu tragen. Im "Heute"-Talk verrät die 34-Jährige, welchen Stellenwert das für sie hat.
Sie bestreiten in Rio bereits Ihre fünften Sommerspiele – und sind bei der Eröffnung Fahnenträgerin. Was bedeutet das für Sie?

"Das ist eine unglaubliche Ehre, das macht mich stolz. Aber ich spüre auch die Verantwortung und eine gewisse Nervosität. Das ist sicher auch für mich ein Lebenshöhepunkt. Mein Mann hat gesagt, für ihn bedeutet es mehr als eine EM-Goldene. Nicht jeder hat das Privileg, die Fahne zu tragen. Vielleicht hat er Recht. Ich könnte theoretisch jedes Jahr Europameisterin werden, aber ich habe 20 Jahre gebraucht, um die Fahne zu tragen."

 

Wie gehen Sie an Ihre fünften Spiele heran?

"Ich fühle mich viel besser geerdet als je zuvor. Beim ersten Mal in Sydney war ich als Tourist dabei, jetzt habe ich eine klares sportliches Ziel."

 

Und zwar?

"Das sage ich nicht. Das hat aber einen Grund: Ich will mir nicht zusätzlichen Druck aufladen. Ich werde nach den Spielen sagen, ob ich mein Ziel erreicht habe."

 

In London blieb das komplette rot-weiß-rote Team ohne Medaille. Angst, dass das wieder passiert?

"Psychologisch gesehen ist es nicht schlau, wenn wir andauernd an die Medaille denken. Wir haben jeden Tag hart an uns gearbeitet. Wir sind alle Leistungssportler, wollen natürlich so viel wie möglich gewinnen. Aber wenn von außen zu viel Druck kommt, kann das nach hinten losgehen. Man hat das bei der Fußball-EM gesehen. Das möchte ich nicht haben. Es gehört Punkt für Punkt gespielt, die Auslosung muss passen, die mentale Stärke. Man darf nicht nur an das Ergebnis denken."

 

Haben Sie realistisch betrachtet Medaillen-Chancen?

"China, Korea, Japan sind natürlich die Favoriten. Aber wir Europäer können Überraschungen schaffen, wenn wir an uns glauben. Den Druck haben die anderen."

 

Beschäftigt Sie das Thema Zika-Virus?

"Nein. Ich habe mich nicht mit den negativen Dingen beschäftigt. Ich lass mich davon nicht beeinflussen."

 

Erich Elsigan


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