Olympia als Ziel

13. August 2018 16:30; Akt: 13.08.2018 16:30 Print

Flüchtling holt Marathon-Bronze, Strache gratuliert

Lemawork Ketema flüchtete 2013 nach Österreich, 2015 wurde er eingebürgert. Jetzt holte er EM-Bronze – obwohl er nie Mindestsicherung bezog und pleite ist.

Hier erzählt Lemawork Ketema seine bewegende Lebensgeschichte.

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Lemawork Ketema – diesen Namen müssen sich heimische Sportfans gut merken. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 2:13:22 Stunden legte der 32-Jährige die mit Abstand beste Zeit eines Österreichers bei einem Marathon-EM-Rennen hin.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Herzog und Christian Steinhammer holte Ketema damit EM-Bronze – ein Erfolg, der auch bei Sportminister Heinz-Christian Strache für Freude sorgte. "Ich sehe diese Leistungen als Hinweis für neue Impulse im Österreichischen Leichtathletikverband", erklärte der FP-Politiker.

Der Weg des gebürtigen Äthiopiers Ketema in die europäische Marathon-Elite war allerdings von Schicksalsschlägen geprägt. 2013 war er für den Salzburg-Marathon in Österreich, nachdem er 2011 das Land ein erstes Mal kennen lernte. "Er kam dann Hals über Kopf nach Salzburg. Man hatte ihn vorher eingesperrt, weil er politisch verfolgt wurde. Er kaufte sich das Ticket selbst, lief in Salzburg (Platz drei, Anm.) und traute sich nicht mehr heim", erinnert sich sein Trainer und Manager Harald Fritz im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. "In seiner Familie waren Leute umgekommen, auch Freunde waren verschwunden. In Äthiopien ist man nicht zimperlich."

2015 beschloss der Ministerrat die Einbürgerung

In Fritz fand Ketema rasch einen Freund. "Wenn in den Stockerauer Auen ein Schwarzer in dieser Geschwindigkeit durch den Wald hirscht, fällt er auf", blickt Fritz zurück. Er begann Laufschuhe und weitere Ausrüstung für Ketema zu sammeln und half ihm durch das Asylverfahren. Mit Erfolg, im Dezember 2015 wurde die Einbürgerung durch den Ministerrat beschlossen.

Fritz legt Wert auf die Feststellung, dass sein Schützling, der heute gut Deutsch spricht, nach seiner Zeit als Asylant nie Mindestsicherung in Anspruch genommen hat. "Er sagte immer, ich habe einen Job, ich bin Läufer. Er hat nie einen Euro aus dem Sozialtopf genommen. Er lebt von mageren Förderungen." 2017 betrug das Budget des Wahl-Wieners 20.000 Euro – zu wenig für den Leistungssport.

"Wissen nicht, wie wir uns auf die WM vorbereiten können"

Bereits das Training für die EM war nur mit Glück durchführbar, jetzt ist Ketema pleite. Fritz hofft, dass mit Marathon-Bronze das Interesse von Sponsoren geweckt wurde. "Wir wir uns auf die WM im nächsten Jahr vorbereiten können, wissen wir noch nicht."



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(Heute Sport)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franzi am 13.08.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    So gehts auch

    Das ist ein cooler Typ. Sportler sind immer eine Berreicherung sofern sie nicht dopen sondern ihre echte Leistung zeigen. Der hat ein Ziel und dem läuft er nach jeden Tag, Bravo weiter so.

  • In Wien am 13.08.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kroate

    Nach zwei Jahren schon eingebürgert? Wenn man was braucht von dem jenigen, dann geht das ganz schnell. Ob er sich mit Österreich identifiziert, wage ich zu bezweifeln. Jetzt zeigt man wieder ein Paradebeispiel einer Integrierung, um von den zahlreichen Fällen der nicht fähigen Internierung abzulenken.

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  • Christian am 13.08.2018 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hals über Kopf nach Salzburg ???

    Hals über Kopf nach Salzburg ??? Per Flugzeug ?...oder waren da doch noch Slowenien, Kroatien, Italien, Spanien, Frankreich oder Griechenland dazwischen ?...warum wurde er dort verfolgt ? Ist in der EU eigentlich nicht üblich ! ;)

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • YYYY am 14.08.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    XXXX

    Da sieht man wieder wie österreich mit der Staatsbürgerschaft umher schmeißt. Nach zwei Jahre hat es sich keiner verdient .

  • manola am 14.08.2018 01:50 Report Diesen Beitrag melden

    Förderungen ?

    Also Förderungen wird er wohl nicht sofort bezogen haben ,stellt sich die Frage wovon hat er vorher gelebt ?Die ganze Geschichte hat irgendwie einen Beigeschmack ,sorry.Auch die Einbürgerung zeigt wieder einmal wie rasch das gehen kann.

  • seven am 13.08.2018 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Europa adé

    In spätestens 10 Jahren ist Europa ein afrikanischer Kontinent.

    • Korbi am 14.08.2018 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @seven

      Das ist rein rechnerisch nicht möglich.

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  • Karin am 13.08.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinheit

    Nach 2 Jahren eingebürgert, ist unabhängig seiner Lebensgeschichte und sportlichen Leistung eine Gemeinheit!

    • Karim am 13.08.2018 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karin

      Na und. Du hast gar nichts geleistet ausser in Ö geboren zu sein und hast auch die Staatybürgerschaft. Ist das gerecht? Wohl kaum!

    • Fred von Jupiter am 14.08.2018 00:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Karin

      Für Strache ist es okay, also folge deinem Herrn!

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  • In Wien am 13.08.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kroate

    Nach zwei Jahren schon eingebürgert? Wenn man was braucht von dem jenigen, dann geht das ganz schnell. Ob er sich mit Österreich identifiziert, wage ich zu bezweifeln. Jetzt zeigt man wieder ein Paradebeispiel einer Integrierung, um von den zahlreichen Fällen der nicht fähigen Internierung abzulenken.

    • Fanz am 13.08.2018 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @In Wien

      Da frage ich mich wer bei so einer absolut korrekten Aussage, den Daumen runter gibt.

    • Fred von Jupiter am 14.08.2018 00:25 Report Diesen Beitrag melden

      @In Wien

      Strache sieht das anders.

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