Chatschanow vom Platz gefegt

06. Juni 2019 17:09; Akt: 06.06.2019 17:09 Print

Thiem im French-Open-Halbfinale gegen Djokovic

Dominic Thiem steht im Halbfinale der French Open. Österreichs Nummer eins bezwang im Paris-Viertelfinale den Russen Karen Chatschanow.

Bildstrecke im Grossformat »
Wir blicken in unserer großen Diashow auf die Karriere von Dominic Thiem - Klicken Sie sich durch! Dominic Thiem wurde am 3. September 1993 in Wiener Neustadt geboren. Bild: 2006 beim Generali Bambini Cup Er wuchs in Lichtenwörth auf, einer kleinen Gemeinde 50 Kilometer südlich von Wien. Bild: 2010 Austrian Open in Kitzbühel. Im Alter von sechs Jahren begann Thiem mit dem Tennisspielen. Schon in der Volksschule trainierte er täglich mehrere Stunden. Seine späteren Erfolge sind kein Zufallsprodukt. Bild: 2010 Australian Open Junioren Eine hartnäckige Darmerkrankung hätte Thiem fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Später brach er die Schule ab, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können. Bild: 2010 Bank Austria Tennis Trophy 2011 gelang ihm der Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb der French Open. Das Endspiel verlor er gegen den US-Amerikaner Björn Fratangelo. 2011 schlug der 18-jährige Thiem in Wien Tennis-Legende Thomas Muster in dessen Abschiedsmatch. In der zweiten Runde unterlag er dem Belgier Steve Darcis. In seinem ersten Profijahr 2012 gewann Thiem ITF-Future-Turniere in Tschechien und Marokko. Autogrammjäger hatten Thiem damals schon auf dem Radar. Thiem ist nicht nur im Tennis begabt. An ihm ist ein Fußball-Talent verloren gegangen. Thiem hat auch einen Lieblingsklub. Sein Herz schlägt für den FC Chelsea. Auf diesem Bild ist er 2013 im Pulli mit dem Chelsea-Logo zu sehen. Probleme mit den Weisheitszähnen vermiesten Thiem den Start ins Jahr 2013. Er verpasste das Davis-Cup-Match gegen Kasachstan. Erst im März feierte er sein Comeback und siegte beim Future-Turnier in Kroatien. Thiem besiegte in Kitzbühel Jürgen Melzer und erreichte das Viertelfinale. Dort war gegen Albert Montañés Endstation. Anschließend feierte er seinen ITF-Turniersieg in Este und den Finaleinzug beim Challenger-Turnier in Como. Erstmals gelang ihm der Sprung unter die Top 200 der Welt. Sein Trainer Günter Bresnik war dabei immer an der Seite des Youngsters. 2014 gelang der Durchbruch. Als Qualifikant erreichte Thiem bei den Australian Open die zweite Runde, landete kurz danach in den Top 100. Anschließend folgte in Kitz das erste Finale bei einem ATP-Turnier und bei den US Open das Achtelfinale. In Nizza gewann Thiem 2015 seinen ersten Titel auf der Tour. In Umag ließ er im Juli gleich den zweiten folgen. Ein neuer Look musste her. Der blonde Thiem kletterte die ATP-Weltrangliste empor. 2016 besiegte er in Buenos Aires Rafael Nadal, stieg in die Top 15 der Welt auf. Gegen den Deutschen Alexander Zverev verteidigte er 2016 in Nizza seinen Titel. Ein Duell, das Thiem wohl noch lange begleiten wird. Die beiden gelten als die größten Talente ihrer Generation. Die blonden Haare waren da schon wieder Geschichte. Im Zebra-Outfit stürmte Thiem 2016 ins Halbfinale der French Open, verpasste gegen Novak Djokovic den Finaleinzug. Thiem stieg zur Nummer 7 der Welt auf. Gleich danach besiegte er im Stuttgart-Halbfinale Tennis-Legende Roger Federer, schlug im Finale Philipp Kohlschreiber und gewann als erster Österreicher einen Titel auf Rasen. 2016 erreichte Thiem zum ersten Mal die World Tour Finals. Er schlug Monfils, verlor gegen Djokovic und Raonic. 2017 sicherte sich Thiem in Rio de Janeiro seinen achten Titel. In Paris und Rom erreichte er jeweils das Halbfinale, in Madrid und Barcelona das Finale - beide Male schlug ihn ein Nadal in Überform. Trotz eines Durchhängers gegen Saisonende rückte Thiem auf Rang vier der ATP-Weltrangliste vor und qualifizierte sich souverän für das ATP-Saisonfinale. Im November kam heraus, dass Thiem mit Tennis-Kollegin Kristina Mladenovic zusammen ist. Beflügelt von der Liebe startete Thiem stark ins Jahr 2018. In Buenos Aires holte er im Februar den ersten Turniersieg. Auch in Lyon schnappte sich Thiem den Titel. Beide Male triumphierte er auf seinem Lieblingsbelag Sand. In Madrid scheiterte Thiem erst im Finale an Alex Zverev. Dann die French Open. Thiem kämpfte sich bis ins Finale des Grand-Slam-Turniers durch. Da war aber Endstation gegen Rafael Nadal. Bei den US Open stand Thiem als erster Österreicher im Viertelfinale. Dann wieder das Aus gegen Nadal, aber der Österreicher gab sich erst nach einem spannenden Fünfsatz-Krimi über 4:49 Stunden geschlagen. "Mein erstes episches Match", meinte er nach der Partie. Am 23. September erreichte Thiem einen weiteren Meilenstein. In St. Petersburg gewann der Niederösterreicher seinen ersten Titel in der Halle. Bei den Masters-1000 in Paris-Bercy stieß Thiem ins Halbfinale vor, dort musste er sich Karen Khachanov geschlagen geben. Das reichte aber für die Qualifikation für die ATP-Finals 2018 in London. Auch 2019 gab es für Thiem Turniersiege zu bejubeln. Nämlich in Indian Wells ... ... und in Barcelona. Bei den French Open gelang ihm erneut der FInaleinzug - und wieder setzte es eine Niederlage gegen Rafael Nadal. Thiem stellte in diesem Jahr auch sein Trainerteam um. Die langjährige Zusammenarbeit mit Günter Bresnik wurde beendet. Neuer Coach an der Seite von Thiem: Nicolas Massu. In Wimbledon lief es nicht nach Wunsch, Thiem scheiterte in der ersten Runde an Sam Querrey.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dominic Thiem spielt weiter in Topform! Der Lichtenwörther fertigte im Viertelfinale der French Open den an Nummer zehn gesetzten Russen Karen Chatschanow in 1:48 Stunden mit 6:2, 6:4 und 6:2 ab. Die Partie war wegen Dauerregens in Paris von Mittwoch auf Donnerstag verlegt worden.

Der Weltranglisten-Vierte aus Niederösterreich hatte dabei den 23-Jährigen Russen permanent im Griff. Beeindruckend: Thiem ließ im gesamten Spiel keinen einzigen Breakball zu.

Im Halbfinale kommt es nun zu einem echten Tennis-Leckerbissen. Thiem bekommt es mit dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic zu tun. Der Serbe fertigte Alexander Zverev aus Deutschland mit 7:5, 6:2 und 6:2 ab. Die Partie ist als zweite Begegnung nach 12:50 angesetzt. Das erste Halbfinale bestreiten Rafael Nadal und Roger Federer.

Thiem dominant

Auf dem Court Suzanne Lenglen – dem zweitgrößten Platz in Roland Garros – erwischte der Niederösterreicher einen Blitzstart. Thiem nahm seinem Gegenüber den Aufschlag zum 2:1 ab, breakte den Russen zum 5:2 und servierte zum 6:2 aus. Chatschanow blieb zu fehleranfällig.

Enger gestaltete sich der zweite Satz. Thiem dominierte, sein Gegner hielt mit seinem Service dagegen, bis zum Stand von 4:4. Da nützte Thiem seinen einzigen Breakball, stellte auf 5:4 und servierte eiskalt zum 6:4 aus.

Auch im dritten Satz reichte ein Break. Chatschanow musste immer mehr Risiko nehmen, Thiem nützte das aus, schnappte sich das Service des 23-Jährigen zum 3:2. Da war der Widerstand des Russen gebrochen. Chatschanow schenkte seinen Aufschlag zum 5:2 zu null her. Thiem machte danach alles klar, servierte mit seinem ersten Matchball aus.

"Keinen Blödsinn gemacht"

"Ich hab heute über drei Sätze fast keinen Blödsinn gemacht. Also bin ich völlig zufrieden", strahlte der 25-Jährige nach dem Sieg. Nach der Verschiebung des Viertelfinals muss der Niederösterreicher am Freitag wieder auf den Platz. Für Thiem kein Problem: "Es gibt keine Zeichen von Müdigkeit."

Der Ticker zum Nachlesen



Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(wem)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • katja am 06.06.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter Daumen drücken!

    Bravo Dominic, tolle Leistung!

  • Kannitverstan am 06.06.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehrgut

    Hoffentlich stellt im die Frau Goldberg kein Bein, da er ja ein Niemand ist.

  • cb87 am 06.06.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Glückwunsch

    Super Leistung Dominic

Die neuesten Leser-Kommentare

  • cb87 am 06.06.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Glückwunsch

    Super Leistung Dominic

  • katja am 06.06.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter Daumen drücken!

    Bravo Dominic, tolle Leistung!

  • Kannitverstan am 06.06.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehrgut

    Hoffentlich stellt im die Frau Goldberg kein Bein, da er ja ein Niemand ist.