"Keine begründeten Ängste"

29. November 2018 16:08; Akt: 29.11.2018 16:52 Print

Ukraine verweigert Ex-Judoka Seisenbacher Asyl

Nach einem ersten negativen Asylbescheid wurde jetzt auch ein Rechtsmittel des ehemaligen Doppel-Olympiasiegers Peter Seisenbacher in der Ukraine abgelehnt.

Die Ukraine verweigert Ex-Judoka Peter Seisenbacher weiterhin Asyl.  (Bild: GEPA-pictures.com)

Die Ukraine verweigert Ex-Judoka Peter Seisenbacher weiterhin Asyl. (Bild: GEPA-pictures.com)

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Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem Ex-Judoka Peter Seisenbacher Missbrauch von Minderjährigen zwischen 1997 und 2004 vor. Für den 58-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung, ein Prozess konnte bis heute nicht stattfinden, da er sich in der Ukraine der österreichischen Justiz entzieht.

Wie jetzt bekannt wird, lehnte die Migrationsbehörde in Kiew bereits am 2. November 2017 einen Asylantrag des Doppel-Olympiasiegers von 1984 und 1988 ab. Dagegen legte der gebürtige Wiener ein Rechtsmittel ein, das wiederum am 20. November dieses Jahres von einem Verwaltungsgericht in Kiew abgelehnt wurde.

Diese Entscheidung wurde am Donnerstag im ukrainischen Gerichtsregister veröffentlicht und ist noch nicht rechtskräftig. Seisenbacher kann jetzt innerhalb von 30 Tagen Berufung einlegen.

"Ich bin geflohen, weil ich kein gerechtes Verfahren mehr erwarten konnte"

Seisenbachers Antrag sei offensichtlich unbegründet, da es keine begründeten Ängste gäbe, dass er aus ethnischen, religiösen, sozialen oder politischen Gründen verfolgt werden könnte, erklärte die zuständige Behörde.

Der Ex-Sportler sieht das anders. "Die österreichischen Behörden sind nicht fähig, Seisenbacher vor Menschenrechtsverletzungen zu schützen, da sie selbst Akteure seiner illegalen Strafverfolgung sind", zitierte das Urteil eine Erklärung Seisenbachers, der sich weiters über "psychische Gewalt" durch Medienberichte beklagte. "Ich bin geflohen, weil ich kein gerechtes Verfahren mehr erwarten konnte", begründete er seine Flucht aus Österreich.

Wie es jetzt mit Seisenbacher in der Ukraine weitergeht, ist derzeit unklar. Die Delikte, die ihm vorgeworfen werden, sind in der Ukraine bereits verjährt. Seit 2017 bemüht sich die österreichische Justiz bereits vergeblich um eine Auslieferung des Ex-Judokas.


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(Heute Sport)

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