Star-Kletterer verschüttet

20. April 2019 11:16; Akt: 20.04.2019 11:38 Print

Zehn Jahre vor Unglück: Lama über "Todesangst"

Trauer um David Lama und Hansjörg Auer. Sie waren sich des Risikos ihrer großen Leidenschaft bewusst. Das zeigt ein Blick auf vergangene Interviews.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Weltweit trauern Wegbegleiter, Freunde, Kletter-Kollegen und allen voran die Familien um die drei verschütteten Alpinisten David Lama, Hansjörg Auer und ihren US-Kollegen Jess Roskelley.

Die beiden Tiroler und der Nordamerikaner verunglückten auf ihrer Tour im kanadischen Banff-Nationalpark. Bei einem Lawinenabgang wurden sie verschüttet. Die kanadischen Behörden gehen vom Tod der Kletterer aus, auch die Familie Lama verabschiedete sich schon in einem emotionalen Statement von ihrem geliebten David.

Lama über die Todesangst

Mit Lama verunglückte ein Superstar der internationalen Kletter-Szene. Sein spektakuläres Leben wurde schon in Büchern verewigt und verfilmt. Dass er selbst als einer der Besten seines Faches nicht vor einer Tragödie gefeit ist, war ihm stets bewusst.

Interviews aus der Vergangenheit zeigen das deutlich. Schon vor zehn Jahren sprach er in der "FAZ" offen über den Tod: "Die Gefahr ist meine Herausforderung, und die Todesangst ist ein absoluter Teil davon." Sie sei eine "positive Hilfe zum Überleben".

"Für mich ist ein Bergsteiger ein Realist", sagte Lama. "Wenn er zu negativ denkt, dürfte er gar nicht einsteigen. Ist er zu optimistisch, kommt er früher oder später um."

Sechs Jahre später sprach Lama mit dem "Standard" erneut über seine Ängste. "Angst hat jeder Mensch, manche haben Höhenangst, die habe ich aber nicht. Ich habe Angst vor Schlangen. Damit kann ich schwer umgehen. Aber man muss unterscheiden zwischen Angst und Panik."

Der reflektierte Ausnahme-Sportler schilderte weiter: "Auf die Angst sollte jeder Bergsteiger in gewisser Weise achten, denn sie zeigt Gefahren auf. Wenn man die kennt, dann kann man versuchen, sie zu minimieren oder auszuschalten. Panik hingegen lähmt dich, macht dich unfähig, richtig zu handeln. Daher ist Panik beim Bergsteigen so gut es geht zu vermeiden."

2019 dürfte das so außergewöhnliche Leben David Lamas (28) in den Rocky Mountains ein viel zu frühes Ende gefunden haben. Die Hoffnung schwindet, vier Tage nach dem Unglück stehen die Chancen auf das Überleben von Lama, Auer und Roskelley gleich null.


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(SeK)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Salzamt am 20.04.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    ..tut mir schrecklich leid um den jungen Burschen..nur Hochgebirge ist kein Spielplatz eben nicht..mein aufrichtiges Mitgefühl auch den Eltern..es ist eben schwierig einen jungen Menschen mit dermaßen viel Energie aufzuhalten..als Papa verstehe ich dass...

  • Poldi am 20.04.2019 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Mitleid

    tragisch für die Eltern. für David L. kein Mitleid, denn er kannte die Gefahr und lebte ständig damit dabei zu verunglücken.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Poldi am 20.04.2019 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Mitleid

    tragisch für die Eltern. für David L. kein Mitleid, denn er kannte die Gefahr und lebte ständig damit dabei zu verunglücken.

  • Salzamt am 20.04.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    ..tut mir schrecklich leid um den jungen Burschen..nur Hochgebirge ist kein Spielplatz eben nicht..mein aufrichtiges Mitgefühl auch den Eltern..es ist eben schwierig einen jungen Menschen mit dermaßen viel Energie aufzuhalten..als Papa verstehe ich dass...