Operation Aderlass

13. Mai 2019 12:20; Akt: 13.05.2019 13:17 Print

Hauke und Co. – nächster Profi gesteht Blutdoping

Der Doping-Skandal von Seefeld nimmt noch größere Ausmaße an. Nun hat ein weiterer Ex-Profisportler das Blutdoping beim Erfurter Arzt Mark S. gestanden.

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Österreichs Wintersport kommt nicht zur Ruhe. Im Rahmen der nordischen Ski-WM in Seefeld kam es zu einem Doping-Skandal. Nicht der erste in der jüngeren ÖSV-Geschichte. Ein Überblick in Bildern. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden in einem ÖSV-Langlauf-Quartier Geräte für Bluttransfusionen gefunden. Sportdirektor Walter Mayer wird bis 2010 von Olympia ausgeschlossen. führen, im Zuge der Olympischen Winterspiele in Turin, italienische Carabinieri in den Quartieren der Biathleten und Langläufer Doping-Razzien durch. Pikant: Der eigentlich gesperrte Walter Mayer ist vor Ort. Wolfgang Rottmann (l.), Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder werden in der Folge lebenslänglich für Olympia gesperrt. wird Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann wegen Anwendung einer verbotenen Methode für zwei Jahre gesperrt. Er beendet daraufhin seine Karriere. Später wurde ihm die Beteiligung am Besitz und Betrieb einer Blutzentrifuge vorgeworfen. wird bei Langläufer Johannes Dürr, bei einer Trainingskontrolle in Österreich vor dem olympischen 50-km-Rennen, EPO nachgewiesen. Er ist geständig und wird nicht nur aus dem ÖOC-Team, sondern auch aus dem ÖSV ausgeschlossen. ÖSV-Langläufer Harald Wurm wird für vier Jahre gesperrt. Der Tiroler habe gegen diverse Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen, so habe er unter anderem auch die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz Kobalt besessen und verwendet. Weiters habe er "intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden" angewandt. Bei einer Doping-Razzia während der Nordischen Ski-WM in Seefeld gab es insgesamt neun Festnahmen. Unter den des Dopings verdächtigten Sportlern sind auch die ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Die Ermittlungen laufen.

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Im März erschütterte ein Doping-Skandal die Sport-Welt. Der deutsche Arzt Mark S. hatte Blutdoping im großen Stil betrieben und dabei zahlreiche Profi-Athleten aus verschiedenen Sportarten als Kunden gehabt – darunter auch die beiden Österreicher Max Hauke und Dominik Baldauf. Nun wandte sich ein weiterer Sportler mit einem Geständnis an die Öffentlichkeit.

Nächster Radprofi gesteht

Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Betreiber des Blutdoping-Netzwerks Mark S. haben erneut Früchte getragen. Am Sonntag gab der frühere deutsche Radprofi Danilo Hondo in einem Interview mit dem ARD zu, 2011 die Dienste des Arztes in Anspruch genommen zu haben.

Laut ARD soll S. den Ermittlungsbehörden zuvor Hondo als einen seiner Kunden angegeben haben.

Bereits 2005 wurde der Sprintspezialist positiv auf die verbotene Substanz Carphedon getestet und daraufhin für zwei Jahre gesperrt. 2014 beendete Hondo schließlich seine aktive Karriere im Leistungssport. Unmittelbar nach seinem Geständnis wurde der Deutsche als Nationaltrainer der Schweizer Straßen-Radprofis entlassen.

Neben den Österreichern Stefan Denifl und Georg Preidler ist Hondo bereits der dritte Radprofi, der im Zuge der "Operation Aderlass" während der Nordischen Ski-WM aufgeflogen ist. Mitte März hatte die zuständige Staatsanwaltschaft von einer Liste von 21 Kunden des Arztes berichtet. Darauf sollen sich Athleten aus acht Nationen und fünf verschiedenen Sportarten befinden.

Im Zuge der großräumigen Razzia von Seefeld unter dem Namen Operation Aderlass waren zuvor bereits die österreichischen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf den Ermittlern ins Netz gegangen. Zudem legte auch Kronzeuge Johannes Dürr ein Geständnis ab.


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(red)

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