Verstörende Postings

01. August 2018 11:25; Akt: 01.08.2018 11:25 Print

Rassismus! Schweiz sperrt EM-Leichtathlet Mancini

Pascal Mancini wollte für die Schweiz bei der Leichtathletik-EM antreten. Die Eidgenossen verhängten jetzt eine Sperre. Grund: seine Facebook-Beiträge.

Pascal Mancini
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Ab 6. August steigt die Leichtathletik-EM in Berlin. Pascal Mancini wollte dort über die 100 Meter für die Schweiz antreten. Die Eidgenossen strichen ihn jetzt aus dem Kader. Grund dafür sind seine verstörenden Facebook-Beiträge, in denen er rassistische Ansichten verbreitet. Gegen den 29-Jährigen läuft ein Disziplinarverfahren. Reumütig gibt er sich nicht. Im Gegenteil: "Sie werden nie das Feuer der Wahrheit auslöschen, das in mir brennt", erklärt er nach dem EM-Aus.

Versteckter Rassismus

Worum geht es? Mancini war immer wieder mit rechtsextremen Aussagen oder Aktionen aufgefallen. Vor vier Jahren zeigte er bei den Schweizer Meisterschaften den "Quenelle-Gruß", der in der rechten Szene als "umgekehrter Hitlergruß" bekannt ist. Auf Facebook teilte er nach dem WM-Finalsieg von Frankreich ein "Affen-Video", das als versteckter rassistischer Angriff auf das französische Nationalteam gilt, in dem viele Spieler mit schwarzer Hautfarbe spielen. Kritik daran konterte er mit dem Zitat: "Die Anschuldigung des Rassismus wird verstärkt gebraucht, um die dominierende Sorge unserer Zeit zu zensieren: ein Fremder zu Hause zu werden."

Verstörende Postings

Darüber hinaus erstellte Mancini auf Youtube eine Playlist mit dem Titel "Weisser Soldat bester Rap". Darin fanden sich Videos von Neonazi-Bands, darunter Titel wie "Auschwitz avec toi" ("Auschwitz mit dir"), oder "Notre race est notre religion" ("Unsere Rasse ist unsere Religion"). Er zitierte auf Facebook mehrmals den ehemaligen SS-Offizier und Neonazi Leon Degrelle. Später behauptete er, nicht gewusst zu haben, dass es sich dabei um eine Person mit NS-Vergangenheit gehandelt habe.

Verband stoppt Sprinter

Der Schweizer Leichtathletik-Verband dagegen wusste bereits, dass es mit Mancini zu Problemen kommen würde. "Uns war seine Gesinnung bekannt, wir haben uns schon viel damit beschäftigt", erklärt Sportchef Peter Haas. Jetzt zog der Verband die Notbremse. Mancini sieht sich als Opfer. Er sieht sich als Opfer der Berichterstattung in den Medien: "Gratulation an den Journalisten, der einen guten Job gemacht hat", schreibt er ironisch auf Facebook.


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(heute.at)

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