"Investieren in Ausländer"

06. Februar 2019 07:16; Akt: 06.02.2019 07:33 Print

Vanek kehrt Nationalteam endgültig den Rücken zu

Thomas Vanek geht in der besten Eishockey-Liga der Welt für Detroit auf Torejagd. Mit dem Nationalteam hat er aber abgeschlossen und übt Kritik.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Sternstunden des Sportjahres 2018 zum Durchklicken. Dem Deutschen Thomas Dreßen gelang ausgerechnet auf der legendären Streif in Kitzbühel der ganz große Wurf. Der Deutsche raste zum Abfahrtssieg, gewann sein erstes Weltcuprennen auf dem Hahnenkamm. Tausende Fans jubelten dem damals 24-Jährigen bei der Siegerehrung zu. Österreichs Rodel-Ass David Gleirscher katapultierte sich in Pyeongchang in die Weltspitze. Der Tiroler raste im Olympischen Eiskanal am 10. Februar sensationell zur Goldmedaille, es folgte die Bronzemedaille im Teambewerb. Da glänzt es doppelt in Gold bei Marcel Hirscher! Der Ski-Superstar vergoldete seine Karriere bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gleich zwei Mal. Am 13. Februar raste Hirscher zum Olympiasieg in der Alpinen Kombination, fünf Tage später holte sich der Salzburger auch im Riesentorlauf die Goldene. Da schmerzte das Aus im Slalom kaum. Ester Ledecka strahlte bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang mit ihren Goldmedaillen um die Wette. Kein Wunder, die Tschechin hat Historisches geschafft. Sie ist die erste Sportlerin, die in zwei Sportarten Olympisches Gold holte. Ledecka schnappte sensationell Österreichs Anna Veith die Goldene im Ski-Super-G weg, um sich darauf auch im Parallel-Riesentorlauf mit dem Snowboard zur Olympiasiegerin zu krönen. Olympische Spiele - und Matthias Mayer ist da! Der Kärntner krallte sich nach dem Abfahrts-Titel 2014 in Pyeongchang 2018 die Goldmedaille im Super-G. Snowboard-Queen Anna Gasser holte sich fast schon programmierte Goldmedaille in Pyeongchang ab. Die Kärntnerin war am 22. Februar im Big Air, ihrer Spezialdisziplin, eine Klasse für sich. Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher schwebt auf Wolke sieben! Im März holte sich der Salzburger zum siebten Mal in Folge die Große Kristallkugel als Sieger des Gesamtweltcups. Ein Rekord für die Ewigkeit, den so schnell wohl niemand brechen wird. Und Hirscher hat noch immer nicht genug! Vitoria Guimaraes, Olympique Marseille, Konyaspor, Real Sociedad, Borussia Dortmund und Lazio Rom! All diese Klubs hatte Österreichs Meister Red Bull Salzburg in der Europa League auf der Abschussliste. Die "Bullen" stießen mit ihrem Offensiv-Pressing bis ins Halbfinale der Europa League vor, begeisterten den ganzen Kontinent. Erst im neuerlichen Duell mit Marseille kam das unglückliche Aus nach Verlängerung. Red Bull Salzburg ist nicht unbesiegbar! Das zeigte Sturm Graz im Finale des ÖFB Cups 2018 in Klagenfurt. Die Steirer vermasselten den "Bullen" den fünften Cupsieg in Folge. Sturm gewann das Endspiel mit 1:0 nach Verlängerung, dank des Treffers von Stefan Hierländer in der 112. Minute. Es war der fünfte Titel im ÖFB-Cup für die Grazer. Aller guten Dinge sind drei! Real Madrid holte sich in einem denkwürdigen Finale gegen den FC Liverpool mit einem 3:1-Erfolg den dritten Titel in der "Königsklasse" in Folge. Die zwei Patzer von "Reds"-Keeper Loris Karius sowie die Ringer-Attacke von Real-Kapitän Sergio Ramos gegen Mohamed Salah sollten für Schlagzeilen sorgen. Für Superstar Cristiano Ronaldo war es das letzte Spiel für die Madrilenen. Zum Mann des Spiels wurde jedoch Gareth Bale mit einem Doppelpack. Eine Fußball-Sternstunde der besonderen Art für den ÖFB. Denn kaum ein Sieg schmeckt besser, als gegen den Erzrivalen Deutschland. Am 2. Juni wurde der da noch amtierende Weltmeister im Test in Klagenfurt mit 2:1 bezwungen. Martin Hinteregger und Alessandro Schöpf hatten die Führung durch Mesut Özil gedreht. Es war der erste Sieg über den DFB seit 1986. "Cordoba heißt jetzt Klagenfurt", jubelte Marko Arnautovic. Am 10. Juni war ganz Österreich im Tennis-Fieber. Dominic Thiem hatte mit dem Erreichen des French-Open-Finals den größten Erfolg seiner Karriere eingefahren. Nur Rafael Nadal trennte den Lichtenwörther vom zweiten österreichischen Grand-Slam-Sieg nach Thomas Muster 1995. Doch an diesem Nachmittag war der Spanier eine Nummer zu groß für Thiem, gewann mit 6:4, 6:3 und 6:2. "Vive la France" in Russland! Frankreich krönte sich mit einem klaren 4:2-Sieg über Sensationsteam Kroatien zum zweiten Mal nach 1998 zum Weltmeister. Ein Mandzukic-Eigentor, sowie Treffer von Antoine Griezmann, Paul Pogba und Kylian Mbappe verhalfen den Franzosen zum ganz großen Wurf. Kroatien-Kapitän Luka Modric wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. So jubelt man, wenn man Formel-1-Weltmeister geworden ist. Lewis Hamilton holte sich mit Rang vier in Mexiko den fünften WM-Titel seiner Karriere. Und das hochverdient. Elf Siege holte der Mercedes-Pilot, stand in 17 von 21 Rennen auf dem Stockerl. Dieser Jubel bringt Rapid Millionen! Trotz eines durchwachsenen Herbsts - Trainerwechsel von Goran Djuricin zu Didi Kühbauer inklusive - stiegen die Hütteldorfer mit einem 1:0-Heimsieg gegen die Glasgow Rangers ins Sechzehntelfinale der Europa League auf. Zum ersten Mal seit 2015. Eine grün-weiße Sternstunde in einem sonst eher kargen Herbst.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit 35 Jahren nähert sich Thomas Vanek dem Ende seiner erfolgreichen Eishockey-Karriere. Der Steirer wurde 2003 von den Buffalo Sabres an fünfter Stelle gedraftet und schlug voll ein.

Im Jänner 2019 absolvierte er sein 1000. Spiel in der NHL, der besten Eishockey-Liga der Welt, spielt aktuell für die Detroit Red Wings.

Der ehemalige Sportler des Jahres (2007) hat mit Österreich allerdings abgeschlossen. Das Nationalteam ist für ihn kein Thema mehr. Das stellte Vanek nun in einem Interview mit der "Krone" klar.

Vanek verfolge das Geschehen der heimischen Liga und des ÖEHV-Teams aus der Ferne, übt aber schwere Kritik an den Strukturen.

"Ich habe schon vor 10, 15 Jahren gesagt, was falsch läuft. Dass wir die Liga von oben verändern wollen, mit dieser Punkteregel und so weiter. Doch wenn Du etwas verändern willst, musst Du unten, sprich im Nachwuchs beginnen."

Es werde zu viel in Imports, zu wenig in den eigenen Nachwuchs investiert. Es fehle die Breite und im Jugendbereich das Geld.

"Wenn man die Schweiz ansieht, da kommen immer mehr Spieler in die NHL: Nico Hirscher war vor zwei Jahren der Nummer-1-Pick. Unglaublich, unvorstellbar. Das wäre für Österreich genauso möglich. Wenn man einen besseren Job im Nachwuchs machen würde."

Unter Teamchef Roger Bader sei das Nationalteam schon einmal auf dem richtigen Weg. Der Schweizer setze auf die Jugend, das gefällt Vanek.


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Heute Sport)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Abdullah am 06.02.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für ein paar Dollar mehr....

    wechselt der jedes Jahr den Verein und will sich jetzt noch mit Kommentaren über die Heimat wichtig machen. Nach seiner eigenen Logik hätte er ja genauso als Ausländer niemals in der NHL spielen dürfen, wenn die nur auf ihren Nachwuchs gesetzt hätten.

  • Wolfgang Winkler am 06.02.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    dafür haben wir eine Menge an Präsidenten, Funktionäre und Besserwisser - wie beim Schisport - alles Jugendliche tapfere Männer in der Entscheidungsebene

  • Typisch rot weiß rot am 07.02.2019 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    Entbehrlicher Charakter

    Nach dem Saufgelage bei den olympischen Spielen habe ich persönlich ein Interesse in diesen Herrn eingestampft. Gstopft ist er eh genug, wird ihm nicht stören. Es werden aber andere an seiner Stelle in Erscheinung treten. Hat ohnehin immer eine andere kleinliche Ausrede gehabt um nicht in rot-weiß-rot spielen zu müssen. NHL-Topspieler aus anderen Nationen Treten stolz in ihren Landesfarben mit deren Natinalteams an wenn sie nicht gerade im Play off sind.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Typisch rot weiß rot am 07.02.2019 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    Entbehrlicher Charakter

    Nach dem Saufgelage bei den olympischen Spielen habe ich persönlich ein Interesse in diesen Herrn eingestampft. Gstopft ist er eh genug, wird ihm nicht stören. Es werden aber andere an seiner Stelle in Erscheinung treten. Hat ohnehin immer eine andere kleinliche Ausrede gehabt um nicht in rot-weiß-rot spielen zu müssen. NHL-Topspieler aus anderen Nationen Treten stolz in ihren Landesfarben mit deren Natinalteams an wenn sie nicht gerade im Play off sind.

  • Abdullah am 06.02.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für ein paar Dollar mehr....

    wechselt der jedes Jahr den Verein und will sich jetzt noch mit Kommentaren über die Heimat wichtig machen. Nach seiner eigenen Logik hätte er ja genauso als Ausländer niemals in der NHL spielen dürfen, wenn die nur auf ihren Nachwuchs gesetzt hätten.

  • Wolfgang Winkler am 06.02.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    dafür haben wir eine Menge an Präsidenten, Funktionäre und Besserwisser - wie beim Schisport - alles Jugendliche tapfere Männer in der Entscheidungsebene