Ab 14.9., Westlicht

13. September 2018 03:30; Akt: 12.09.2018 15:17 Print

Das sind die besten "World Press Photos" des Jahres

Diese Fotos lassen niemanden kalt: Die "World Press Photo"- Schau zeigt von 14.9.-21.10. im Wiener WestLicht die besten Presse-Schnappschüsse des Jahres.

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"World Press Photo des Jahres": 3. Mai 2017 Maduro wollte das von der Opposition dominierte Parlament durch eine verfassungsgebende Versammlung ersetzen und sich damit die gesetzgeberischen Befugnisse faktisch selbst sichern. Oppositionsführer riefen zu Massenprotesten auf, um vorgezogene Präsidentschaftswahlen zu verlangen. Am 3. Mai kam es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Nationalgarde. Die Demonstranten, viele mit Kapuzen, Masken oder Gasmasken, entzündeten Feuer und warfen mit Steinen. Der 28- jährige José Victor Salazar Balza geriet in Brand, als der Tank eine Motorrads explodierte. Er überlebte mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Rasant wachsende Einkommen haben in China zu einem Wandel der Essgewohnheiten und einer steigenden Nachfrage nach Fleisch, Milchprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln geführt. China nutzt rund 12 Prozent der weltweiten urbaren Flächen um knapp 19 Prozent der Weltbevölkerung zu ernähren. Neue Technologien und eine Agrarreform versprechen partielle Lösungen, Probleme bleiben jedoch bestehen angesichts von industriell verschmutzten Böden und einer durch massenhafte Arbeitsmigration von Bauern und jungen Menschen in die Städte alternden Landbevölkerung. Das Breitmaulnashorn gilt als potenziell gefährdet. Für Rhinozeros-Horn werden besonders in Vietnam und China hohe Preise gezahlt, wo es als Heilmittel gilt, mancherorts wird es aber auch als Partydroge konsumiert. Ein Kilogramm kann zwischen 20,000 und 50,000 Euro einbringen. Die Zahl der in Südafrika von Wilderern erlegten Tiere stieg von 13 im Jahr in 2007 auf den traurigen Rekord von 1215 in 2014. Zwar ist sie seitdem leicht rückläufig, die Verluste bleiben aber untragbar. Botswana rettet Nashörner von den Brennpunkten der Wilderei in Südafrika und siedelt sie in die eigenen Naturschutzgebiete um. Am 10. Juli, nach monatelangen Kämpfen, erklärte die irakische Regierung Mossul für vollständig vom IS befreit, auch wenn in manchen Stadtteilen noch erbittert gekämpft wurde. Mossul war drei Jahre zuvor vom IS erobert worden. Die Schlacht um die Rückeroberung der Stadt hatte im Oktober 2016 begonnen und erfolgte in zwei Abschnitten: Zuerst wurde Ende Januar 2017 die Osthälfte zurückerobert, es folgte die weit schwierigere Offensive auf das am jenseitigen Tigrisufer gelegene West-Mossul, insbesondere auf die dichtbesiedelte Altstadt. Ganze Viertel wurden dem Erdboden gleichgemacht; viele Zivilisten gerieten während der Kämpfe ins Kreuzfeuer. Einem UN-Bericht zufolge fielen dem Konflikt mindestens 4194 Zivilisten zum Opfer, andere Quellen gehen von erheblich höheren Zahlen aus. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen wies auf die verbreitete Verwendung von Zivilisten als menschliche Schutzschilde hin. IS-Kämpfer versuchten, Gebiete durch die Anwesenheit ziviler Geiseln vor militärischen Operationen zu schützen. Nachdem die Menschen in West-Mossul monatelang in den letzten IS-Gebieten der Stadt eingeschlossen waren, litten sie unter schwerer Lebensmittel- und Wasserknappheit. Wer sich entschloss, in der Stadt zu bleiben, statt eines der zahlreichen Vertriebenenlager aufzusuchen, war zum Überleben anfänglich auf Hilfslieferungen angewiesen. Nach Angriffen auf Dörfer von Rohingya-Muslimen in Myanmar, bei denen ihrer Häuser niedergebrannt wurden, versuchten Hundertausende Rohingya zu Fuß oder mit Booten nach Bangladesch zu entkommen. Viele von ihnen kamen bei der Flucht ums Leben. Nach UNICEF-Angaben waren über 50 Prozent der Flüchtenden Kinder. In Bangladesch wurden die Geflüchteten in bestehenden und behelfsmäßigen Lagern untergebracht. Die Grundversorgung wurde kritisch; nach Angaben eines Mediziners von Ärzte ohne Grenzen drohten Krankheiten durch durch den Mangel an sauberem Wasser, Unterkünften und sanitären Einrichtungen. Trotz ihres zahlenmäßig größten Vorkommens gelten die Felsenpinguine als bedroht. Der Rückgang der Bestände ist vermutlich auf ein abnehmendes Nahrungsangebot zurückzuführen. Felsenpinguine verbringen fünf bis sechs Monate auf dem Meer und kommen nur zur Aufzucht der Jungen an Land. Sie bewegen sich meist hüpfend fort, statt wie andere Arten watschelnd, und tauchen bis zu 100 Meter tief nach Fischen, Schalentieren, Tintenfischen und Krill Traditionell dürfen Mädchen auf dem Sansibar-Archipel nicht schwimmenlernen. Hauptsächlich liegt das an den Vorschriften der konservativen islamischen Kultur und dem Mangel an körperbedeckender Badebekleidung. Im Dorf Nungwi, an der Nordspitze von Sansibar, bietet jetzt das Panje-Projekt (panje bedeutet großer Fisch) Frauen und Mädchen die Möglichkeit, in langen Badeanzügen das Schwimmen zu üben. So können sie ins Wasser gehen, ohne gegen ihre kulturellen oder religiösen Überzeugungen zu verstoßen. 58 Menschen wurden getötet und über 500 verletzt, als Amokschütze Stephen Paddock das Feuer auf eine Menschenmenge von rund 22.000 Besucher des Country-Festivals Route 91 Harvest vor dem Mandalay Bay Resort and Casino, Las Vegas, Nevada, USA, eröffnete. Paddock schoss zehn Minuten lang aus einer Suite im 32. Stock des Hotels. Nach dem Amoklauf tötete sich Paddock selbst. In seinem Hotelzimmer wurden 23 Schusswaffen gefunden, einige davon so umgebaut, dass sie wie vollautomatische Waffen 400 bis 800 Schüsse pro Minute abfeuern konnten.

Zum Thema
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Bereits zum siebzehnten Mal ist das WestLicht Schauplatz von World Press Photo. 2017 zog das Event mehr als 26.000 Besucher in die Westbahnstraße. Die prämierten Einzelbilder und Fotoserien lassen als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise prägende Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur.

Gewinner: "Venezuela steht in Flammen"

Zum World Press Photo des Jahres kürte die Jury ein Bild des Agence France-Presse Fotografen Ronaldo Schemidt mit dem Titel „Venezuela Crisis“. Bei Protesten gegen die geplanten Verfassungsreformen von Staatspräsident Nicolás Maduro kam es am 3. Mai 2017 in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Der 28-jährige José Victor Salazar Balzar wurde bei den Unruhen durch die Explosion eines Motorrads erfasst. Er überlebte mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades.
Für Jurorin Whitney C. Johnson von National Geographic ist klar: „Der brennende Mann mit der Maske steht nicht bloß für sich, sondern verkörpert ein Venezuela in Flammen.“

Nationalismus, Flüchtlinge, Umwelt

Zu den dominierenden Themen im Wettbewerb gehören der aufflammende Nationalismus in den USA, die Proteste gegen die Regierung Maduro in Venezuela, die in der europäischen Aufmerksamkeit oft in den Hintergrund gedrängte Rohingya-Krise in Myanmar, die Kämpfe im Norden Iraks und das Schicksal von Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Europa. Neu eingeführt wurde in diesem Jahr die Wettbewerbskategorie „Environment“, in der es um den Einfluss der menschlichen Zivilisation auf die Umwelt geht.
Eine Arbeit mit Österreichbezug gewann in der Kategorie „Langzeitprojekte“: In einfühlsamen Bildern begleitet die Serie „Ich bin Waldviertel“ der niederländische Fotografin Carla Kogelman seit 2012 das Aufwachsen der Geschwister Hannah und Alena, die mit ihrer Familie in Merkenbrechts nahe der tschechischen Grenze leben.

73.044 Schnappschüsse

Insgesamt wurden im Wettbewerb 42 Fotografen aus 22 Ländern in acht Kategorien ausgezeichnet. Beworben hatten sich 4.548 Kandidaten aus 125 Nationen mit insgesamt 73.044 Fotografien.
Seit 1955 schreibt die World Press Photo Foundation, eine unabhängige Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, den World Press Photo Contest aus. Eine jährlich wechselnde Jury beurteilt die Einsendungen von Fotografen aus aller Welt.

Infos und Tickets gibt's hier.

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(MT)

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  • LukasT am 13.09.2018 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Misserverständliches Titelfoto

    Beim ersten Anblick vermutet man, dass der Demonstrant von der Opposition angezündet wurde. Allerdings, wenn man den Artikel liest, ist er selbst verantwortlich.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • LukasT am 13.09.2018 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Misserverständliches Titelfoto

    Beim ersten Anblick vermutet man, dass der Demonstrant von der Opposition angezündet wurde. Allerdings, wenn man den Artikel liest, ist er selbst verantwortlich.