Knickerbocker4immer

21. September 2018 04:00; Akt: 20.09.2018 23:03 Print

Thomas Brezina: "Auch ich bin manchmal verzweifelt"

von Manuela Tiefnig - Vier Knickerbocker hauen noch immer massenhaft Fans vom Hocker, so auch in Thomas Brezinas neuem Schmöker „Schatten der Zukunft“.

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Kindheitsidol (Bleib auf der Spur, Tom Turbo!), Hundefan (Jack Russell Terrier Joppy wird bald ein Jahr alt) und scheinbar unendlicher Optimist: Autor Thomas Brezina gehen, zu unserer Freude, niemals die Ideen aus. Soeben legt er mit dem 2. Teil der "Knickerbockerbande4immer" nach - in "Schatten der Zukunft" blühen Hobbydetektive wieder auf. Der meistgegoogelte Austro-Promi 2017, der nichts von erhobenem Zeigefinger und Zynismus gegenüber Kindern hält, hat durchaus auch schwierigere Phasen im kreativen Schreibprozess zu meistern. Wie er damit umgeht, warum Knickerbocker einfach niemals locker lassen oder sogar fad werden und warum seine Fans einen anderen Geschmack haben als er selbst: der Talk.


"Heute": In Ihren Büchern und auf Ihrem Instagramaccount bekommt man den Eindruck, dass Sie ein sonniges, schwereloses, glückliches Leben führen. Was bedeutet Glück für Sie?

Thomas Brezina: Glück ist für mich ein Moment, wenn etwas geschieht, das mein Leben freudig berührt. Persönlich ist mir aber die Freude wichtiger. Das ist eine Lebenseinstellung, die wie ein zweiter Blutkreislauf durch uns fließt.

"Heute". Lilo, Poppi, Dominik und Axel ermitteln jetzt schon seit fast 30 Jahren. Besteht da nicht die Gefahr, dass da in naher Zukunft die Faszination flöten geht?

Thomas Brezina: Mitglied einer solchen Bande wäre ich als Kind gerne gewesen - und offenbar auch viele andere. Die vier Mitglieder Axel, Lilo, Poppi und Dominik haben Eigenschaften, in denen sich jeder wiederfinden kann. So fühlen sich die Leser als Teil der Bande und stehen mitten im Abenteuer. Auch bei der Erwachsenen Knickerbocker-Bande scheint diese Identifikation wieder da zu sein. Zu meiner großen Freude!

"Heute": Was macht das mit einem, wenn unzählige Fans, die mit Ihren Büchern aufgewachsen sind, heute Schlange stehen und Autogramme wollen, Ihre Bücher kaufen, auf Social Media mitmischen …

Thomas Brezina: Es gibt für mich als Autor keine größere Auszeichnung, als die Begeisterung meiner LeserInnen von damals und heute zu erleben und zu spüren. Danke!

"Heute": Wie gehen Sie mit Krisen um? Also solche Momente, wo selbst das Motto „Knickerbocker lassen niemals locker“ schwer einzuhalten ist?

Thomas Brezina: Für mich ist es immer besonders wichtig, mit Menschen, denen ich sehr vertraue, zu reden. Dann werde ich klarer im Kopf. Auch ich bin manchmal verzweifelt, aber zum Glück ist es mir bisher immer gelungen einen konstruktiven Weg zu finden. Rückblickend kann ich sagen, dass aus einigen der größten Krisen meine wichtigsten Erkenntnisse und sogar größten Erfolge gekommen sind.

"Heute": Ist es eine Inspiration, Bücher für Kinder und erwachsene Kinder zu schreiben und damit die Welt durch Kinderaugen zu sehen? Hält das jung?

Thomas Brezina: Meine Bücher sollen Menschen begeistern. Ich stelle mir immer vor, wie ein mittelalterlicher Geschichtenerzähler vor meinem Publikum zu stehen und zu erzählen. Nur wenn ich das Gefühl habe, dass ihre Augen leuchten, schreibe ich den Satz auch hin. Von Kindern können wir uns ihre Spielfreude abschauen. Die erwachsenen Knickerbocker kämpfen mit ähnlichen Problemen wie ihre mittlerweile erwachsenen Leser. Auch hier geht es mir darum zu zeigen, welche Wege sie versuchen und gehen.

"Heute": In "Tu es einfach und glaub daran" geben Sie sich als Ratgeber. Woher kommen die Ratschläge, wer hat Ihnen die meisten Tipps fürs Leben mitgegeben?

Thomas Brezina: In meinem Leben hatte ich zahlreiche Lehrer und Menschen, von denen ich viel über ein freudiges Leben lernen konnte. Meine Eltern waren bereits ein großes Vorbild für mich. Mein Vater war ein Arzt aus Leidenschaft und meine Mutter hat mir den Spruch mitgegeben: "Lass die Zeit für dich arbeiten." Sie hat so recht!

"Heute": In einem Interview habe ich gelesen, dass Menschen erstaunt wären, wenn sie einen Tag in Ihrem Leben selbst erleben dürften. Warum?

Thomas Brezina: Manche Leute haben die Vorstellung, der Beruf des Autors besteht hauptsächlich aus fröhlichem Schreiben. Es ist wunderbar, eine Geschichte oder ein Projekt fertig gestellt zu haben. Der Weg dorthin aber ist gepflastert mit Zweifeln, großen Anstrengungen und manchen Stunden, die gar nicht so fröhlich sind. Weil das Ziel aber so herrlich ist, nehme ich alles immer wieder gerne auf mich.

"Heute": Welche Wichtigkeit hat es, als Autor mit seinen Fans direkt zu kommunizieren, wie Sie das so herrlich auf Social Media tun?

Thomas Brezina: Diesen Dialog schätze ich sehr, weil ich vieles auf diese Art und Weise erfahren habe, das sehr hilfreich war. So konnten die Menschen, die mir auf Instagram oder Facebook folgen, entscheiden, wie das Cover der Knickerbocker-Bande für immer Bücher aussehen soll. Sie haben immer etwas anderes gewählt, als ich genommen hätte.

Thomas Brezina liest am Freitag, 21. September, ab 19 Uhr im Thalia Wien Mitte aus seinen beiden Büchern "Schatten der Zukunft" und "Tu es einfach und glaub daran".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karin am 21.09.2018 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lass Dich überraschen

    Gut vorstellbar, dass der als Edellinker inzwischen verzweifelt ist, wenn er laufend beobachten muss, wie Linke Demagogen und Wähler der SPÖ davon laufen.

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  • Karin am 21.09.2018 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lass Dich überraschen

    Gut vorstellbar, dass der als Edellinker inzwischen verzweifelt ist, wenn er laufend beobachten muss, wie Linke Demagogen und Wähler der SPÖ davon laufen.