Netflix-Film

07. Februar 2019 15:31; Akt: 07.02.2019 15:31 Print

Horrorkunst à la Dorian Gray und American Psycho

von Leonard Dworschak - "Velvet Buzzsaw" ("Die Kunst des toten Mannes") wandelt sich vom gesellschaftskritischen Drama zum blutigen Schocker.

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Rhodora Haze (Rene Russo) zeigt dem Kunstkritiker Morf Vandewalt (Jake Gyllenhaal) "Die Kunst des toten Mannes". (Jake Gyllenhaal) hat einige der Bilder bereits gesehen. Josephina (Zawe Ashton) hat sie in der Wohnung ihres verstorbenen Nachbarn Dease gefunden. Rhodora (Rene Russo, li.) und Josephina (Zawe Ashton) begutachten die Werke von Dease. Morf (Jake Gyllenhaal) will mehr über die Lebensgeschichte von Dease herausfinden. Morf (Jake Gyllenhaal) erhält angsteinflößende Neuigkeiten über die Werke von Dease. Der Agent Jon Dondon (Tom Sturridge) macht eine gruselige Entdeckung. Coco (Natalia Dyer) stößt beim Kaffeebringen auf eine Leiche. Gretchen (Toni Collette, li.) und Rhodora (Rene Russo) betrachten ein Gemälde von Dease. Der Maler Piers (John Malkovich) ist ausgelaugt und fängt wieder mit dem Trinken an. Josephina (Zawe Ashton) wird von einem mysteriösen Graffiti angezogen. Damrish (Daveed Diggs) und Josephina (Zawe Ashton) unterhalten sich über die Bedeutung von Kunst. Jon Dondon (Tom Sturridge) sieht sich ein Bild von Dease an. Rhodora (Rene Russo) in ihrer Galerie Piers (John Malkovich) und Rhodora (Rene Russo) besuchen ein Begräbnis. Morf (Jake Gyllenhaal) unterhält sich mit der Galeristin und Agentin Rhodora (Rene Russo). Damrish (Daveed Diggs, li.) unterhält sich mit Piers (John Malkovich, re.) Nach ihren Jobs bei Rhodora, Jon Dondon und Gretchen heuert Coco (Natalia Dyer) bei Morf (Jake Gyllenhaal) an. Coco (Natalia Dyer) hat bei Gretchen (Toni Collette) eine neue Anstellung gefunden. Kunstberaterin Gretchen (Toni Collette) sieht sich die Installation "Sphere" näher an. Morf (Jake Gyllenhaal) bandelt mit Josephina (Zawe Ashton) an.

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Willkommen in der Kunstszene von Los Angeles. Hier entscheidet der Kritiker Morf Vandewalt (Jake Gyllenhaal) über Aufstieg und Fall. Was er für gut befindet, verhökert die Händlerin Rhodondra (Rene Russo) für Millionenbeträge. In jungen Jahren wollte sie mit ihrer Punkband Velvet Buzzsaw noch das System stürzen, heute reduziert sie die Kunst auf Preisschilder und Exklusivverträge.

Als ihre Assistentin Josephina (Zawe Ashton) auf eine Sammlung unbekannter, formvollendeter Gemälde stößt, reiben sich Morf und Rhodondra in gieriger Vorfreude die Hände. Dass die Werke von Josephinas verstorbenem Nachbarn Dease (Alan Mandell) stammen, der die Verbrennung der Bilder testamentarisch festgelegt hat, wird zugunsten des großen Reibachs unter den Tisch gekehrt.

Zu spät erkennen Josephina, Morf und Rhodondra, dass Deases Gemälde ein mysteriöses Eigenleben führen, das auch andere Kunstwerke zu infizieren vermag. In den Museen, Galerien und Ausstellungsräumen türmen sich plötzlich die Leichen.

Ein bisschen Ellis, ein bisschen Wilde

"Velvet Buzzsaw" beginnt als Momentaufnahme einer profitgeilen Elite-Gesellschaft, deren Oberflächlichkeit und Arroganz zunehmend ins Extreme schlittert. Das erinnert ebenso stark an die Romane von Bret Easton Ellis ("American Psycho", "The Rules of Attraction", "Glamorama") wie die Gewalt-Exzesse, in die die Story mündet. Während Ellis' Protagonisten dazu verdammt sind, immer weiter in ihrem Teufelskreis zu rotieren, springen die Charaktere von "Velvet Buzzsaw" aber nach klassischem Horror-Rezept reihenweise über die Klinge.

Die Gesellschaftskritik schlägt nicht einfach in Grauen um, sondern mutiert zur bluttriefenden Groteske. Den makabren Höhepunkt gab es (leider) schon im Trailer des Films zu sehen. Ein modernes Kunstwerk reißt Gretchen (Toni Collette) den Arm ab. Die Museumsbesucher halten die Leiche samt Blutlache für einen Teil der Installation und feiern diese auf Instagram.

Den Modus Operandi hat sich "Velvet Buzzsaw" übrigens von Oscar Wildes "Dorian Gray" geliehen. Die Grauslichkeiten, die in den Kunstwerken gespeichert sind, entladen sich schließlich und reißen ihre neuen Besitzer ins Verderben.

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