Tierwaisen

09. Mai 2019 11:47; Akt: 21.05.2019 18:00 Print

Vogel, Eichhörnchen, Hase – Wildtierbabys in Not

Der Tierschutzhof "Pfotenhilfe" ist rappelvoll mit Wildtierwaisen. Schuld daran sind nicht selten Menschen, die die Babys am Boden finden und mitnehmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Der Tierschutzhof "Pfotenhilfe" in Salzburg päppelt derzeit dutzende Wildtierbabys auf.

Zum Thema
Fehler gesehen?

"Seit Wochen steht unsere Wildtierhotline nicht mehr still", so Geschäftsführerin des Tierschutzhofes "Pfotenhilfe Lochen" (Oberösterreich), Johanna Stadler, die die Wildtierbabys persönlich aufzieht und gesund pflegt. Täglich kommen neue Findelkinder dazu.

Umfrage
Haben Sie schon einmal ein Wildtierbaby gefunden?

Oben in der Bildergalerie finden Sie einige der Tierbabys, die gerade im Tierschutzhof aufgepäppelt werden – klicken Sie dich durch.

Füttern, baden, kuscheln

Dutzende Wildtierwaisen finden in dem Tierschutzhof derzeit Unterschlupf – Feldhasen, Eichhörnchen, Marder, Rehkitze, Singvögel, Enten, Mäuse, ein Lämmchen, Krähen, Tauben und Waldkäuze - alle im Babyalter, alle auf Hilfe angewiesen. Bedeutet für Johanna und Jürgen Stadler rund um die Uhr füttern, baden, aufpäppeln, schlafen und wieder füttern. "Das meiste macht meine Frau Johanna", so Jürgen Stadler.

Problem: Spaziergeher, die Wildtiere finden und mitnehmen

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint – ein großes Problem sind Menschen, die Wildtiere auf dem Boden oder im Feld entdecken, angreifen und/oder mitnehmen, weil sie denken, dass die Tiere Hilfe brauchen. Das ist oft genau die falsche Reaktion.

"In diesem Moment wird eine Familie auseinandergerissen, die keine Hilfe gebraucht hätte"

„Anders als die meisten Säugetiere, lässt die Hasenmutter ihre Babys unbeaufsichtigt und kehrt erst viele Stunden später zurück, um sie zu säugen. Die Kleinen sind in dieser Zeit auf sich alleine gestellt und verhalten sich ganz ruhig. Spaziergänger finden die vermeintlich hilflos zurückgelassenen Wildtiere und glauben oft, sie retten zu müssen. Die Mutter beginnt aufgeregt nach ihren Kindern zu suchen, während diese in unerfahrener Menschenhand kurze Zeit später sterben...“, so Stadler.

Was tun, wenn Sie ein Wildtierbaby finden?

Die Pfotenhilfe rät, die Finger von übereilten Tierrettungen zu lassen. Wenn Sie ein Wildtierbaby finden, von dem Sie glauben, dass es Hilfe braucht, wenden Sie sich an eine Wildtierstation und fragen nach.
Einzige Ausnahme: „Bringt meine Katze oder mein Hund ein Feldhasenbaby nach Hause, braucht dieses aber auf jeden Fall Hilfe, weil es nicht nur entführt wurde, sondern wahrscheinlich auch zumindest innere Verletzungen hat", so Stadler weiter.

Die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe gibt auf ihrer Wildtierhotline 0677/614 25 226 auch wertvolle Tipps für richtiges Verhalten, wenn man Hasen- und andere Wildtierbabys entdeckt und wie man Wildtiere sonst noch schützen und unterstützen kann.

Schicken Sie Ihre Fragen rund um Wildtiere an tiere@heute.at.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(mp)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.