Wolfsblog

08. Mai 2019 17:12; Akt: 21.05.2019 13:50 Print

Was tun, wenn Sie einem Wolf begegnen?

Wolfsexperte Kurt Kotrschal widmet sich heute der Frage, ob der Wolf für den Menschen gefährlich ist und wie man sich bei einer Begegnug verhalten sollte.

Wolfsexperte Kurt Kotrschal geht diese Woche der Frage auf den Grund, ob und wie gefährlich der Wolf für den Menschen ist.  (Bild: iStock)

Wolfsexperte Kurt Kotrschal geht diese Woche der Frage auf den Grund, ob und wie gefährlich der Wolf für den Menschen ist. (Bild: iStock)

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(Text von Kurt Kotrschal; Wolfsexperte, Verhaltensforscher und Biologe.)

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Ganz Österreich ist Wolfsgebiet. Es leben zwar bloß drei Rudel nördlich der Donau und eines entsteht gerade im Wienerwald. Dennoch kann jederzeit und an jedem Ort ein Wolf auftauchen. Beherzigen müssen das vor allem die Halter von Schafen und anderen Weidetieren. Die sind jetzt zu schützen, um sie nicht zu verlieren. Und um den Wölfen beizubringen, dass Schafe keine gute Beute sind. Dafür steht übrigens eine großer Fördertopf der EU bereit. Man muss unsere Politiker aber erst noch sanft dazu überreden, dieses Geld auch abzuholen.

Aber können wir die Kinder noch draußen spielen lassen? Kann man im Wolfswald noch Schwammerl suchen? Wird es für den Hund gefährlich, wenn wir spazieren gehen? Müssen wir uns also vor den Wölfen fürchten?

Was tun beim Campen, wenn Sie mit dem Hund unterwegs sind oder Wolfsspuren entdecken? Klicken Sie sich oben durch die Bildergalerie.

Trotz der zunehmenden Zahl von Wölfen in Europa ist in den letzten Jahrzehnten so gut wie nichts passiert (wenn man kein Schaf ist). Wölfen steht ein Überangebot von Nahrung in Form von Hirschen, Rehen und Wildschweinen zur Verfügung, sie haben also keinerlei Grund sich an Menschen zu vergreifen. In Deutschland wurden im letzten Jahrzehnt ein paar Wölfe ganz legal abgeschossen, weil sich ihre Distanz zu Menschen verringerte. Das passiert aber nur, wenn Wölfe angefüttert werden, etwa um sie besser fotografieren zu können.

Sogar in Gebieten mit Wolfsrudel ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie einem Wolf begegnen werden. Aber was tun, wenn doch?

Letztlich sind Wölfe eine wertvolle Bereicherung unserer Natur. Sie sorgen für eine reichhaltige Kleintierfauna, weil sie Rotfüchse oder Goldschakale kontrollieren. Und sie sorgen besser als menschliche Jäger für einen gesunden Wildbestand. Freilich muss sich die Jagd auf ihre Anwesenheit einstellen, denn Wölfe verändern das Verhalten ihrer Beutetiere. Gefahr für Menschen geht von ihnen nicht aus, wenn wir uns richtig verhalten. Aber das gilt ja letztlich für jedes Wildtier.

Wenn Sie aus der Ferne ein wolfsartiges Tier sehen, dann freuen Sie sich mal in aller Ruhe. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass es sich um einen Hund handelt. Ist es tatsächlich ein Wolf, wird er meist die Flucht ergreifen. Sollte ein neugieriger Jungwolf am Wanderweg stehenbleiben, um sich den Menschen mal genauer anzusehen, einfach warten. Falls der Wolf nicht weggeht, was ganz selten passiert: Groß machen und eventuell anschreien, vielleicht auch einen Ast oder Stein werfen. Das würde sich nicht bei einem Bären empfehlen, bei einem Wolf aber wirkt das zuverlässig.

Schicken Sie Ihre Fragen zum Wolf an tiere@heute.at.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Uwe Ploen am 09.05.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Werden wir da ganz vorsichtig darauf vorbereitet, dass Bären auch noch angesiedelt werden sollen? So, wie man es den Franzosen angetan hat? Als ob die Wölfe nicht mehr als genug Schaden anrichten würden. Der gesamte Alpenraum muss frei bleiben von Großraubtieren. Man sieht in Deutschland, wie schwer es ist, im flachen Land wolfsabweisende Zäune zu bauen. Und das in alpinen Lagen? Als ob nicht auch so schon genug Tiere abstürzen! Als ob es nicht bei Wolfspräsenz immer mehr aggressive Mutterkühe gäbe! Da kann bald niemand mehr mit dem Familienhund ungefährdet wandern. Die Alpenlandwirtschaft ist wichtiger als die Wölfe.

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  • Wm am 08.05.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Wenn ich einen Wolf sehe beobachte ihn und freue mich darüber das die Natur sich etwas zurückkämpft. Das einzige was mich traurig macht ist das zuviele Menschen auf die Hetze der Politiker reinfallen und die Schauergeschichten (der Wolf frisst eure Kinder oder so) ohne nachzudenken glauben. Mehr Misstrauen und mehr Hausverstand wäre angebracht.

  • lucifer am 09.05.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    höllenfürst

    ich greife nach meiner 45er und bereite dem ungemach ein ende...lächelnd... die gute tat für heute ... ironie muss alles dürfen, gell...

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hans Uwe Ploen am 09.05.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Werden wir da ganz vorsichtig darauf vorbereitet, dass Bären auch noch angesiedelt werden sollen? So, wie man es den Franzosen angetan hat? Als ob die Wölfe nicht mehr als genug Schaden anrichten würden. Der gesamte Alpenraum muss frei bleiben von Großraubtieren. Man sieht in Deutschland, wie schwer es ist, im flachen Land wolfsabweisende Zäune zu bauen. Und das in alpinen Lagen? Als ob nicht auch so schon genug Tiere abstürzen! Als ob es nicht bei Wolfspräsenz immer mehr aggressive Mutterkühe gäbe! Da kann bald niemand mehr mit dem Familienhund ungefährdet wandern. Die Alpenlandwirtschaft ist wichtiger als die Wölfe.

    • Dee am 21.05.2019 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Ich finde die Tiere haben das gleiche Recht zu existieren wie wir auch man kann nicht alles so lenken wie es einem selbst passt

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  • lucifer am 09.05.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    höllenfürst

    ich greife nach meiner 45er und bereite dem ungemach ein ende...lächelnd... die gute tat für heute ... ironie muss alles dürfen, gell...

    • Ali Mente am 09.05.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wäre schön

      Ich würde fotografieren und filmen, wenn möglich.

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  • Wm am 08.05.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Wenn ich einen Wolf sehe beobachte ihn und freue mich darüber das die Natur sich etwas zurückkämpft. Das einzige was mich traurig macht ist das zuviele Menschen auf die Hetze der Politiker reinfallen und die Schauergeschichten (der Wolf frisst eure Kinder oder so) ohne nachzudenken glauben. Mehr Misstrauen und mehr Hausverstand wäre angebracht.