Französisches Camp Calais

29. Februar 2016 15:30; Akt: 07.03.2016 03:40 Print

Ausschreitungen bei Räumung von Flüchtlingslager

Seit Montag wird das umstrittene Flüchtlingslager Calais geräumt und abgerissen. Am Abend kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Flüchtlinge zündeten Zelte und Baracken an und warfen mit Steinen auf Fahrzeuge. Die Polizei antwortete mit Tränengas und Wasserwerfern. Auch am Dienstag soll die Räumung trotz Protesten mehrerer fortgesetzt werden.

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Seit Montag wird das  geräumt und abgerissen. Am Abend kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Flüchtlinge zündeten Zelte und Baracken an und warfen mit Steinen auf Fahrzeuge. Die Polizei antwortete mit Tränengas und Wasserwerfern. Auch am Dienstag soll die Räumung trotz Protesten mehrerer fortgesetzt werden. 


Mit Bulldozern und reiner Muskelkraft wurden am Montag Baracken und Zelte niedergerissen. Auch am Dienstag soll das Camp in Calais weiter geräumt werden. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass die Räumung des Lagers in der nordfranzösischen Hafenstadt zwei Wochen dauern wird.

Blockade, Steinwürfe und Feuer

Am frühen Montgabend blockierten 150 Flüchtlinge eine Straße in der Nähe des Lagers und warfen Steine auf Transportfahrzeuge. Polizisten drängten sie zur Seite.

Doch im Laufe der Nacht eskalierte die Situation weiter. Zwölf Behausungen brannten ab, weil sie Campbewohner angezündet hatten. Einsatzkräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein.

Etwa 800 bis 1.000 Menschen leben derzeit in dem als "Dschungel" bekannten Lager. Protestanten sprechen von mindestens 3.400 Betroffenen, unter ihnen seien viele Frauen und Kinder. Sie glauben den Worten der Präfektur von Calais, wonach alle Bewohner eine neue Unterkunft erhalten, nicht.

Versammlungsort der "Eurotunnel-Flüchtlinge"

Calais geriet in die Schlagzeilen, da sich in dem Ort seit Jahren Menschen ansammeln, die durch den Eurotunnel nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort ein besseres Leben und beantragen deshalb in Frankreich kein Asyl. Menschenrechtsaktivisten kritisierten in der Vergangenheit immer wieder die slumartigen Zustände der Flüchtlingssiedlung. 

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