Ausschreitungen in Paris

06. Januar 2019 16:37; Akt: 06.01.2019 16:37 Print

Bei Gelbwesten-Demo: Boxer verprügelt Polizisten

Ein Profiboxer mischte am Samstag bei den Protesten der Gelbwesten in Paris mit. Videos zeigen den Mann, wie er Polizisten mit Faustschlägen bearbeitet.

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Bei den Gelbwesten-Protesten in Paris wird ein Polizist durch Schläge auf einer Seine-Brücke verletzt. Die Behörden leiteten Ermittlungen zu diesem Fall ein – und machten auf Twitter deutlich, dass sie den Angreifer identifiziert haben.

"Monsieur, Sie, der einen Kollegen zu Boden schlug, sind identifiziert. Für einen Boxer scheinen Sie sich offensichtlich nicht sehr an Regeln zu halten. Wir werden Ihnen jene des Strafgesetzbuches beibringen", twitterte die Polizei und stellte ein Foto eines Boxers im Ring dazu.

Die Angriffe des schwarz gekleideten, unverhüllten Mannes gegen einen Polizisten auf der Seine-Brücke sind schwere Kost: Ein Video zeigt den Hünen, wie er einen Polizisten mit harten Fauschlägen zu Boden drischt und dann gegen den am Boden liegenden Mann tritt. Der Polizist trug schwere Quetschungen an Brust und Beinen davon.

Ein anderes Video zeigt den gleichen Mann, wie er auf einen weiteren Polizisten einschlägt. Dieser kann sich mehr schlecht als recht mit einem Schild schützen. Die harten Faustschläge, die Beinarbeit, überhaupt die ganze Körpersprache dieses unbändigen Kraftpakets – alles weist daraufhin, dass hier ein Profiboxer außer Kontrolle geraten ist.

Französischer Champion der Halbschwergewichte

Französische Social-Media-User haben den Mann schnell als den 38-jährigen Christophe Dettinger identifiziert. 2007 und 2008 war er französischer Champion in der Klasse der Halbschwergewichte, was ihm laut Wikipedia den Spitznamen Massy Gypsy (etwa: massiger Zigeuner) einbrachte.

Französische Medien zufolge wurde der Mann mittlerweile zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Videoaufnahmen des Prügel-Boxers werden in Frankreich kontrovers diskutiert. Der linke Abgeordnete Jean-Luc Mélenchon sprach von einem Mann-gegen-Mann-Kampf und kritisierte die Polizei. Sein Tweet zog den Ärger von Innenminister Christophe Castaner und von Publizist Bernard-Henri Lévy auf sich, die Solidarität mit der Polizei fordern.

35 Verdächtige in Paris in Polizeigewahrsam

Nach den Gelbwesten-Protesten vom Wochenende sitzen in Paris mittlerweile 35 Verdächtige in Polizeigewahrsam. Unter ihnen befinden sich acht Minderjährige, wie die Staatsanwaltschaft in der französischen Hauptstadt am Sonntag mitteilte. Zwei Verdächtige erhielten demnach eine Verwarnung durch die Polizei, eine weitere Verdächtige wurde von der Staatsanwaltschaft verwarnt.

Insgesamt beteiligten sich etwa 3500 Menschen an den Kundgebungen in Paris. Landesweit waren am Samstag rund 50.000 Anhänger der Gelbwesten auf die Strasse gegangen. Neben Paris kam es dabei auch in anderen Städten zu Krawallen.

Die Gelbwesten-Bewegung setzt der Regierung von Staatschef Emmanuel Macron seit November zu. Bei ihren Kundgebungen demonstriert sie gegen Steuer- und Preiserhöhungen sowie für eine verbesserte Kaufkraft der Franzosen. Bei den Protesten gab es mehrfach gewaltsame Zusammenstösse.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz L. am 07.01.2019 00:30 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsrandalierer

    Das sind sowieso Berufsrandalierer, die mit den ursprünglich friedlichen Protesten der "Gelbwesten" nichts gemein haben. Deshalb sollten entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

    einklappen einklappen
  • *666* am 06.01.2019 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Paris Gelbwesten-Demo

    Die friedlich demonstrierenden "Gelbwesten" sollten einmal zuhause bleiben, und das Feld den Radikalen allein überlassen, dann weiß die Polizei, wer die Unruhestifter sind und kann sie alle gleich festnehmen. VIVE LA FRANCE.

  • ray becker am 07.01.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    der Polizist hat Schlagstock in der Hand, normalerweise liegt der "boxer" am boden. das braucht sich auch kein Polizist gefallen lassen aber der linke mob dreht sich die Sache wie er braucht. wenn linke "Staatsgewalt" schreien klingt das wie hohn.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Harold-Joseph am 07.01.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    zu wenig und schlecht organisiert

    SCHLIMM - wenn man sowas sieht. Es waren zu wenigePolizisten vor Ort. Man lernt bei der Polizei u.a. verschiedeste Taktiken um mit Gewalt bei Demostrationen fertig zu werden. So müssen/sollten "Anführer/Redelsführer" von der Masse isoliert werden - durchbrechende- gewalttätige Demostranten eingefangen/isoliert und zu einem rückwärtigen-eingerichteten Sicherheitsbereich gebracht werden. So eine CrowdControl-Einheit soll/ist aufgebaut wie die Spieler bei einem Rugby Spiel: 1.Linie die Blocker 2.Linie die Verstärkung/Verteidigung 3,Linie die Fänger, letzte Reihe letzter Mann gibt Befehle ..

  • ray becker am 07.01.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    der Polizist hat Schlagstock in der Hand, normalerweise liegt der "boxer" am boden. das braucht sich auch kein Polizist gefallen lassen aber der linke mob dreht sich die Sache wie er braucht. wenn linke "Staatsgewalt" schreien klingt das wie hohn.

  • Fritz L. am 07.01.2019 00:30 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsrandalierer

    Das sind sowieso Berufsrandalierer, die mit den ursprünglich friedlichen Protesten der "Gelbwesten" nichts gemein haben. Deshalb sollten entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

    • Klarheit am 07.01.2019 01:13 Report Diesen Beitrag melden

      Die Neoliberalen haben die Hosen voll

      Hätten die bloß nicht Eric Drouet festgenommen so lange die Konflikte nicht vollständig aufgeklärt sind.

    einklappen einklappen
  • Andreas am 06.01.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei

    Na dann schau nach Mal wenn die ersten gelben hier auftauchen...mit unserer Polizei die grossteils dann ihre Schüler an die Front schickt. Wird lustig werden...

  • *666* am 06.01.2019 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Paris Gelbwesten-Demo

    Die friedlich demonstrierenden "Gelbwesten" sollten einmal zuhause bleiben, und das Feld den Radikalen allein überlassen, dann weiß die Polizei, wer die Unruhestifter sind und kann sie alle gleich festnehmen. VIVE LA FRANCE.