Womöglich schuldunfähig

22. März 2019 18:52; Akt: 22.03.2019 20:36 Print

Basel-Täterin (75) hatte einen amtlichen Vormund

Die offenbar geistig verwirrte Tätverdächtige war den Behörden bekannt. Die 75-Jährige hatte nach einem Konkurs einen amtlichen Beistand.

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Nach der Bluttat in Basel, bei der eine 75-jährige Frau einen siebenjährigen Buben mit einem Stich in den Hals tödlich verletzte, bleibt das Tatmotiv weiterhin ein Rätsel. Die mutmaßliche Täterin hatte sich Stunden nach der Tat selbst bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Zuvor hatte sie, wie am Freitag bekannt wurde, mehreren Personen und Institutionen von ihrer Tat berichtet.

Ihr Opfer wählte sie offenbar zufällig aus. "Die Frau kannte das Kind nicht", erklärte Kriminalkommissar Peter Gill am Freitag. Die Tatverdächtige ist möglicherweise Schuldunfähig. Eine psychiatrische Begutachtung wurde angeordnet. Über eine einschlägige Vorgeschichte oder frühere Behandlungen ist noch nichts bekannt.

Die 75-Jährige ist aber sehr wohl behördenbekannt, wie Telebasel und 20 Minuten recherchiert haben. Nach einem Konkursverfahren wurde sie spätestens 2008 bevormundet. Sie hatte damals Schulden über 100.000 Franken (knapp 90.000 Euro) angehäuft.

Wie es dazu kam, ist nicht bekannt. Ebenso ist nicht bekannt, wo sie zuletzt wohnte. Aus einem Appartmenthaus, das gut einen Kilometer vom Tatort entfernt ist, zog sie im Juni letzten Jahres aus. Dann verliert sich die Spur. Auch im Internet hinterließ die Frau mit Wurzeln im Kanton Luzern keine Spuren.

Behörden machen keine Angaben

Wenn sie nach wie vor einen amtlichen Beistand hatte, wäre die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt für ihre Unterbringung verantwortlich gewesen. Es ist allerdings unklar, wie umfassend die Beistandschaft war. Das Gericht listet vier verschiedene Beistandschaften auf, von der begleitenden bis zur umfassenden, bei der die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person praktisch vollständig entfällt.

Die Staatsanwaltschaft kommentierte oder bestätigte die Einzelheiten zur Person der Tatverdächtigen nicht. "Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens äußern wir uns dazu im Moment nicht", erklärte Peter Gill, der Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft. Auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt konnte Angaben zu ihrer Person auf Anfrage weder bestätigen noch kommentieren.

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(lha/las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Twinny am 23.03.2019 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unfassbar was für Monster frei herum laufen. Die Welt wird immer böser und verkehrter ! Dieser Arme Junge ! Mein Beileid an die Familie.

    einklappen einklappen
  • Lil am 22.03.2019 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Rip

    Schlimm für die Eltern !!! Ich wünsche Ihnen viel Kraft.

  • Versaute Gesellschaft am 23.03.2019 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    hatte Vormund, ist verwirrt und darf frei herumlaufen... Der Gedanke, dass das Interesse und die Sicherheit der Allgemeinheit VOR den Wünschen und Begierden des Einzelnen zu stehen hat ist wohl neu bzw. noch nicht angekommen! Ist aber bei uns auch nicht anders!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Versaute Gesellschaft am 23.03.2019 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    hatte Vormund, ist verwirrt und darf frei herumlaufen... Der Gedanke, dass das Interesse und die Sicherheit der Allgemeinheit VOR den Wünschen und Begierden des Einzelnen zu stehen hat ist wohl neu bzw. noch nicht angekommen! Ist aber bei uns auch nicht anders!

  • Parlo Palaver am 23.03.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage ist doch:

    Wer hat die alte Frau so verhetzt? Ich denke Jeder hier weiß es, will es aber nicht wahrhaben.

  • Karim am 23.03.2019 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    zieht den Vormund zur Verantwortung

    und verurteilt ihn

    • Karl Max am 23.03.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Karim

      Das ist ein Vormund, keine 24Stunden Überwachung

    einklappen einklappen
  • Twinny am 23.03.2019 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unfassbar was für Monster frei herum laufen. Die Welt wird immer böser und verkehrter ! Dieser Arme Junge ! Mein Beileid an die Familie.

    • ÖSTERREICHER am 24.03.2019 07:32 Report Diesen Beitrag melden

      Armer Junge, mein Beileid

      Muss dir leider sagen, nicht die Welt wird immer böser sondern die Menschen.

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  • Trinchen am 23.03.2019 06:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wundere mich,

    warum an der Problematik der Vormundschaft noch immer nicht gearbeitet wird. Diese Menschen werden letztendlich alleine gelassen und alle,die in ihrem Umfeld leben genauso.Der Vormund verwaltet die Finanzen der betroffenen Person,weiß sonst aber nicht viel von ihr.Dem Aspekt einer sozialen Betreuung wird ungenügend oder gar nicht nachgegangen.Personen,die entmündigt sind,sind oftmals gar nicht in der Lage ihre Situation richtig einzuschätzen und lehnen somit jegliche Hilfe ab,bzw. bekommen sie erst gar nicht angeboten.Kot und Urin auf den Gängen des Wohnhauses,Messiewohnung, Gestank,Lärm usw.