Britisches Chaos

17. Mai 2019 13:14; Akt: 17.05.2019 13:44 Print

Brexit-Deal in London endgültig gescheitert

Die britische Polit-Chaostruppe hat wieder zugeschlagen: Labour erklärte die Brexit-Gespräche mit der Regierung für gescheitert.

Corbyn und May, zwei geprüfte Verlierer. (Bild: Reuters)

Corbyn und May, zwei geprüfte Verlierer. (Bild: Reuters)

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Seit sechs Wochen kamen die Verhandlungen für eine gemeinsame Lösung der Brexit-Krise zwischen regierenden Tories und der oppositionellen Labour-Partei nicht weiter. Jetzt sind sie offiziell am Ende: Parteichef Jeremy Corbyn hat in einem Brief an Regierungschefin Theresa May erklärte, es sei "nicht gelungen, entscheidende Klüfte zwischen uns zu überwinden". Die Gespräche seien "so weit gegangen, wie es möglich war".

Kurz darauf bestätigte auch ein Sprecher Mays: "Es ist klar, dass wir keine umfassende Einigung mit Labour finden werden."

May versprach Rückzug


Mays Ankündigung, sich im Sommer aus der Parteiführung und nach einem Brexit-Deal von ihrem Regierungs- und Parteiamt zu verabschieden, hatte den Gesprächen offenbar den Todesstoß versetzt. Was schon länger vermutet wird, könnte dann wahrscheinlicher werden: Am Donnerstag sagte Ex-Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson, er werde sich um den Parteivorsitz bewerben und wolle britischer Premier werden.

Bei den Tories wird May dafür verantwortlich gemacht, den Austritt aus der EU nicht bis zum 29. März 2019 vollzogen zu haben. Sie selbst sieht die Schuld beim Parlament. Bei hauchdünner Mehrheit hatten zahlreiche Konservative drei Mal mit der Opposition gegen das von ihr mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen gestimmt.

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Wie es jetzt weitergeht ist einmal mehr völlig offen. May hatte mit der EU eine neue Brexit-Frist bis 31. Oktober vereinbart. Sie will den EU-Austritt aber vor der Sommerpause vollziehen.

Der Premierministerin war es zuvor gelungen, eine Revolte abzuwehren. Das sogenannte 1922-Komitee hatte einen klaren Zeitplan für ihren Rücktritt verlangt. Nun hieß es, man werde sich nach der Anfang Juni geplanten Abstimmung über das Gesetz zur Umsetzung des Brexit-Abkommens erneut treffen, "damit wir uns auf einen Zeitplan zur Wahl eines neuen Chefs der Konservativen Partei einigen", wie der Vorsitzende des Gremiums, Sir Graham Brady, sagte.

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LUCIFER am 17.05.2019 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    wie 2015. ALLE regierungen eu weit einig

    mich entsetzt das ALLE gleichgeschalteten parteien uns die mehrheits entscheidung durch eine volksabstimmung verweigern. bei DEM sind sie sich ALLE plötzlich ideologie übergreifend und ohne diskusion einig. welche macht steckt dahinter ? ans licht zerren , egal wer dahintersteckt.....

  • Leo King am 17.05.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Vorbild

    Wir sollten uns an den Briten ein Beispiel nehmen und diese unselige EU verlassen. Wenn wir vorangehen, würden viele andere mitmachen. Danach kann man sich die richtig eingestellten Bündnispartner suchen und mit denen eine eigene europäische Gemeinschaft gründen und somit unsere wirtschaftlichen Probleme, das Migrantenproblem und alle anderen Agenden ganz einfach selbst lösen.

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  • Anti Links am 17.05.2019 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeigt es ihnen

    Seit der Brexit-abstimmung wird uns ja von Linker Seite permanent über ihre Dauer-Propagandisten eingehämmert, dass der Ausgang eigentlich verkehrt war und die Briten ja unbedingt drinnen bleiben wollen. Bin gespannt, mit welchen Linken Märchen man uns ab 27.5. erklären wird, warum Farage und seine Brexit-Partei bei der kommenden EU-Wahl wieder haushoch gewonnen haben?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Anti Links am 17.05.2019 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeigt es ihnen

    Seit der Brexit-abstimmung wird uns ja von Linker Seite permanent über ihre Dauer-Propagandisten eingehämmert, dass der Ausgang eigentlich verkehrt war und die Briten ja unbedingt drinnen bleiben wollen. Bin gespannt, mit welchen Linken Märchen man uns ab 27.5. erklären wird, warum Farage und seine Brexit-Partei bei der kommenden EU-Wahl wieder haushoch gewonnen haben?

  • Kennen Sie den am 17.05.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Film

    Die Macht des Geldes?

  • LUCIFER am 17.05.2019 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    wie 2015. ALLE regierungen eu weit einig

    mich entsetzt das ALLE gleichgeschalteten parteien uns die mehrheits entscheidung durch eine volksabstimmung verweigern. bei DEM sind sie sich ALLE plötzlich ideologie übergreifend und ohne diskusion einig. welche macht steckt dahinter ? ans licht zerren , egal wer dahintersteckt.....

  • Leo King am 17.05.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Vorbild

    Wir sollten uns an den Briten ein Beispiel nehmen und diese unselige EU verlassen. Wenn wir vorangehen, würden viele andere mitmachen. Danach kann man sich die richtig eingestellten Bündnispartner suchen und mit denen eine eigene europäische Gemeinschaft gründen und somit unsere wirtschaftlichen Probleme, das Migrantenproblem und alle anderen Agenden ganz einfach selbst lösen.

    • Eugegner am 17.05.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Irrenhaus

      in Perfektion,so sieht es aus in der Eu,wenn man austreten möchte, es werden einen Prügel vor die Füsse geworfen,es geht schon soweit,dass sich niemand mehr auskennt und obendrein von der Eu Elite gemassregelt wird...sind wir Europäer schon in einer Sackgasse gelandet,wieviele Rechte haben wir noch?Für mich sieht es so aus,als wären wir alle Befehlsempfänger,sonst nichts...schöne Eu!

    • Denker am 17.05.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      Rationales denken wäre ein Vorteil

      Die Probleme liegen wohl nicht bei der EU sondern in GB. Die können sich nicht darauf einigen die EU zu verlassen. Den Vertrag hat GB mit der EU aus verhandelt. Es steht ihnen FREI zu gehen. Auch ohne Abkommen. Aber sie wollen weder das eine noch das andere. Ein Austritt aus der EU ist leicht in Worten gefasst doch die Tat selbst erscheint als fast unmöglich.

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