Frankreich

04. Juli 2019 13:45; Akt: 04.07.2019 14:16 Print

Ehepaar zerrt Hahn Maurice vor Gericht

In Frankreich ist ein Pensionistenpaar derart vom Kikeriki des Nachbar-Hahns genervt, dass es vor Gericht zog. Der Fall löste eine nationale Diskussion aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Hahn, der angeblich zu laut kräht, beschäftigt ein Gericht in Frankreich. Der Prozess um Güggel Maurice begann am Donnerstag unter großer Medienaufmerksamkeit in Rochefort in Westfrankreich. Der Hahn selbst blieb dem Verfahren fern – er leidet nach Angaben seiner Besitzerin unter "Stress" und akuter Heiserkeit.

Ein Rentnerpaar wirft Hahn Maurice vor, es mit seinem frühen Morgengruß regelmäßig um den Schlaf zu bringen. "Sie wollen einfach nur Ruhe und Frieden", sagt ihr Anwalt. Maurice gehöre nachts eingesperrt. "Schließlich handelt es sich um eine Wohnsiedlung, wir sind hier nicht auf dem Land." Die Kläger haben ein Ferienhaus auf der Insel Oléron an der französischen Atlantikküste, die für ihre Ruhe und die langen Sandstrände bekannt ist.

Geräusche als nationales Kulturerbe?

Die Besitzerin von Hahn Maurice, Corine Fesseau, lebt bereits seit 35 Jahren auf der Insel und hat seit einigen Jahren eine kleine Hühnerzucht. Ihr viertes Hühnchen entpuppte sich allerdings als waschechter Hahn. Maurice kräht standeslaut jeden Morgen ab 6.30 Uhr. Der Hühnerstall ist wenige Meter vom Schlafzimmer der Kläger entfernt. Eine außergerichtliche Einigung zwischen den Streithähnen scheiterte.

Der Prozess um den Gockel bewegt ganz Frankreich, denn der gallische Hahn ist Wappentier des Landes. Zudem symbolisiert er den Konflikt zwischen Landbewohnern und Zugezogenen. Der Bürgermeister eines französischen Dorfes unweit von Rochefort hat eine Initiative angekündigt, um Geräusche auf dem Land als "nationales Kulturerbe" unter Schutz stellen zu lassen. (vro/afp)

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(isa)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Desert Eagle am 04.07.2019 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wer keinen Gockelhahn hören

    will, darf nicht am Land wohnen.

    einklappen einklappen
  • Franz am 04.07.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hahn

    Der Bürgermeister hat das gut gemacht das nächste mal wir vielleicht eine Kuh, ein Esel oder sogar Singvögel vor Gericht gebracht. Ehrlich die Menschen sind verrückte und gehören in die Klapsmühle.

  • ECHTER Österreicher am 04.07.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Güggel"?

    "Güggel"? Ist das der Ausdruck von Neoösterreichern statt Gockel?

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Innes am 07.07.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spät

    Krähen um 06:30 ist sowieso spät, Hähne krähen normal schon vor Sonnenaufgang... dh der Hahn dürfte vorher sowieso in einem Stall sein ... kein Grund sich aufzuregen; wegen Autos oder überlauten Motorrädern regt sich keiner so auf

  • Wm am 05.07.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    PS hab auch so ne Streit are alte Nachbarin, der gehen meine Hunde am A.... Als sie mir erklärte das sie Eigentum im Wohnblock hat, lachte ich sie nur mehr aus und erklärte ihr das von ca 11000 Anteilen ich mit der größeren Wohnung 600 Anteile hätte und sie nur um die 400 wenn überhaupt. Und sie solle die Fenster im Sommer schließen worauf sie mir frech antwortete ob ich die Fenster bei 30 Grad schließe, ich verneinte mit einem aber " mich regte der Umgebungslärm auch nicht auf und wenn s ihr nicht passt solle sie in die Wüste ziehen da ist dann gar kein Lärm.

  • Wm am 05.07.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Die Alten wollen keinen Frieden die wollen Streit. Hier wäre ein Gesetz von Vorteil, das die Alten zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wegen Blockierung des Gerichts für wirklich wichtige Sachen

  • Wm am 05.07.2019 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Dann sollen sie in die Großstadt ziehen oder Fenster schließen

  • 1002Himmelszelt am 05.07.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Auto ja, Tiere und Kinder nein?

    Warum mauern sich die egoistischen Alten nicht einfach in der Stadt ein, vielleicht in einem Bunker, weil sie die Natur eh nicht leiden können? Was haben die dort auf der Insel zu suchen? Nur um den Einheimischen auf den Geist zu gehen?!