Im Mittelmeer

28. März 2019 09:26; Akt: 28.03.2019 09:26 Print

108 Migranten in Seenot kapern Schiff ihrer Retter

Ein Handelsschiff hatte die Schiffbrüchigen aufgenommen. Die Geretteten weigerten sich nach Libyen zurückgebracht zu werden und übernahmen die Kontrolle. "Piraten", wettert Salvini.

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Die Besatzung des Handelsschiffs "El Hiblu 1" hatte am Mittwoch 108 Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer gerettet. Der Kapitän musste später gegenüber den maltesischen Behörden bestätigen, nicht mehr die Kontrolle über sein eigenes Schiff zu haben. An Bord sollen sich nach einer Meldung der Presseagentur APA 108 Migranten, darunter 31 Frauen, befinden.

Malta hatte einige Schiffseinheiten und Hubschrauber als Eskorte entsendet. Etwa dreißig Seemeilen vor der Insel übernahm das Militär die Kontrolle über den Frachter, der unter der Flagge des ozeanischen Inselstaates Palau fährt. Er wird voraussichtlich gegen 8.30 Uhr im Hafen der Hauptstadt Valletta anlegen.


Der zuletzt durchgegebene Kurs der El Hiblu 1 kurz vor Malta. Bild: Screenshot marinetraffic.com

"Es sind keine Schiffbrüchigen, es sind Piraten", wetterte Italiens Innenminister Matteo Salvini. Das Schiff habe die Migranten vor der libyschen Küste aufgenommen und seinen Kurs in Richtung Tripolis fortgesetzt. Sechs Seemeilen vor dem Ziel hätte es jedoch plötzlich den Kurs in Richtung Norden geändert.

Die italienische NGO "Mediterranea Saving Humans" stellt sich schützend dazwischen: An Bord befänden sich Menschen, die vor "libyschen Konzentrationslagern" geflohen seien. "Diese Migranten dürfen weder als Piraten, noch als Kriminelle, sondern als Asylsuchende auf der Flucht vor Libyens Konzentrationslager behandelt werden", so die NGO. Es sei die Pflicht Italiens, diese Menschen aufzunehmen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Como am 28.03.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Piraterie

    Da gibt es naturgemäß widersprüchliche Angaben. Aber wenn ein Frachter Schiffbrüchige aufnimmt, von diesen gezwungen werden, den Kurs zu ändern. So ist das Piraterie und ist entsprechend zu ahnden. Unabhängig was NGOs meinen. Richtig wäre, dass alle aufgenommene Personen an ihren Ursprungsort zurück gebracht werden und die Rädelsführer inhaftiert werden und ein ordentliches Verfahren nach dem Seerecht durchgeführt wird. Wenn das nicht gemacht wird, wird die Piraterie unter dem Deckmantel Flucht gefördert werden.

  • Marie am 28.03.2019 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Wer ein schiff entführt begeht einen terroristischen akt. Hoffentlich werden hier spezialeinheiten aktiv um die crew zu retten.

  • Fritz Trözter am 28.03.2019 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NGOs

    Die Pflicht Italiens ist die Aufnahme. Sagen die NGOs. Wenn dies geschieht ist bald ein Kreuzfahrtschiff das nächste Ziel. Ist ja auch eher menschenwürdig. Und es gibt sicher mehrere hundert Millionen denen es laut NGOs schlecht geht. Bald uns auch wenn die NGOs sich durchsetzen. Nur wohin gehen wir dann?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Heimatland am 28.03.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Piraten

    Wenn sie dann über kurz oder lang bei uns landen, kapern sie das nächstbeste Auto und zwingen den Fahrer sie irgendwohin zu bringen und schnappen sich was sie wollen, egal ob Frauen oder Sachwerte (was für sie ein und dasselbe ist) und können nicht mehr abgeschoben werden, weil die Herkunftsländer froh sind sie los zu sein und sie nicht mehr zurücknehmen.

  • Baldi am 28.03.2019 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Welcome

    Das werden sicher neue Fachkräfte auf dem Weg ins gelobte Land sein. Durch die Digitalisierung werden auch kriminelle und sonstige dunkle Gestalten angelockt. Der einfachste Weg wäre,Buisnessclass - Direktflug nach Brüssel zu unserem GinTonic Experten.

  • shoot gun am 28.03.2019 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Piraterie

    Einfach vorbeifahren und das Problem löst sich von selbst.

  • Schifferlversenken am 28.03.2019 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Aktiver Grenzschutz

    Vermint die Gegend. Thema erledigt.

  • Christian am 28.03.2019 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Am besten das Schiff...

    ...für die nächsten 6 Monate zur genauesten Untersuchung festsetzen und dann wird das die Reederei finanziell schon merklich spüren ! Es wird in Zukunft VORHER zum nachdenken anregen !

    • Ehklar am 28.03.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christian

      Der Kapitän hat ja tatsächlich Seenotrettung gemacht, ist nach int. Seerecht dazu auch verpflichtet. Später wurde das Schiff gekapert.

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