Naturdrama in Sibirien

08. September 2016 18:05; Akt: 10.10.2016 23:11 Print

Fluss färbt sich blutrot: Weltuntergangsstimmung

Schenkt man der Bibel glauben, ist der Fluss Daldykan in Sibirien der erster Vorbote der Apokalypse. Der Wasserlauf fließt seit Dienstag blutrot durch die arktische Landschaft. Einwohner der Stadt Norilsk teilten Fotos über Social Media, Untersuchungen wurden eingeleitet. Das ortsansässige Bergbauunternehmen behauptet, der Fluss sei schon immer so gewesen.

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Lokale Behörden haben begonnen, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Man vermutet, dass die Firma Norilsk Nickel Schuld haben könnte. Das Bergbauunternehmen steht seit Jahren wegen seiner Umweltverbrechen in der Kritik. In Norilsk zu wohnen, kann das Leben verkürzen. Auffällig viele der Einwohner sterben frühzeitig an Lungenerkrankungen. 

"Fluss sah schon immer so aus"

Das russische Umweltministerium gab zu, dass es Beschwerden wegen unbekannter chemischer Verschmutzung gegeben habe. Vermutet wird, dass ein Schlammrohr gebrochen sein könnte. Das Unternehmen, das rund ein Viertel der Bevölkerung von Norislk beschäftigt, dementiert, der Verursacher zu sein. In einer Aussendung behauptet das Unternehmen, der Fluss schaue immer so aus. Gleichzeitig fuhr Norilsk Nickel die Produktion einer Anlage zurück und lässt den Fluss überwachen. 

Einwohner der Stadt behaupten, dass sich ihr Fluss schon im Juni einmal kurz rot gefärbt habe. 


Das Unternehmen Norilsk Nickel ist der weltgrößte Produzent von Nickel und Palladium. Es baut rund ein Fünftel des weltweit gewonnenen Nickels und mehr als die Hälfte des Palladiums ab. Die Firma steht schon seit Jahren wegen der Verpestung der Luft in der Kritik. 1935 entstand die Stadt Norilsk als Gulag. Die Gegend ist wegen ihrer harten Winter und der hohen Umweltverschmutzung berüchtigt: 

 


 

 




 

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