Ohne Hände oder Arme

07. November 2018 18:02; Akt: 07.11.2018 18:03 Print

Frankreich rätselt über Babys mit Fehlbildungen

In den letzten 15 Jahren kam es in Frankreich in immer denselben drei Gegenden zu Geburten von Babys mit Fehlbildungen. Dem will die Gesundheitsbehörde nun nachgehen.

Ein Neugeborenes in den Armen seiner Mutter. Symbolbild. (Bild: iStock)

Ein Neugeborenes in den Armen seiner Mutter. Symbolbild. (Bild: iStock)

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Frankreichs Gesundheitsbehörden untersuchen nach eigenen Angaben, warum in einigen Regionen des Landes ungewöhnlich viele Babys ohne Hände, Unterarme oder Arme geboren werden. Das Ergebnis der landesweiten Untersuchung wird in rund drei Monaten veröffentlicht. "Nichts wird verschwiegen", sagte der Chef des öffentlichen Gesundheitsdienstes, François Bourdillon, am Mittwoch im Radiosender RTL.

Die Zahl der bisher bekannt gewordenen Fälle von Babys mit derartigen Geburtsdefekten ist ziemlich niedrig. In den vergangenen 15 Jahren wurden 25 Fälle in der Bretagne sowie in den Departementen Loire-Atlantique und Ain bekannt, wie aus einem Anfang Oktober von der Gesundheitsbehörde veröffentlichten Bericht hervorgeht. Dennoch lösten sie eine öffentliche Diskussion aus, da sie stets in denselben, begrenzten Gebieten vorkamen.

Kein nationales Register vorhanden

Als Bourdillons Behörde am Dienstag dann von elf weiteren Fällen in Ain berichtete, wuchs das Misstrauen. Medien und Experten stellten Fragen zum wahren Ausmaß des Phänomens. Gesundheitsministerin Agnès Buzyn versprach nun eine umfassende Untersuchung.

Eine statistische Einordung ist laut der "Zeit" allerdings schwierig, denn in Frankreich gibt es kein nationales Register in dem Neugeborene mit Fehlbildungen erfasst werden. Auch sind die Schadstoffe in der Umwelt, die Föten im Mutterleid Schaden zufügen könnten, noch zu wenig erforscht.

Daher fielen die gehäuften Fehlbildungen auch erst auf, als ein Gynäkologe nach zwei Geburten von Säuglingen ohne Arme die Fälle dem "Registre des Malformations en Rhône-Alpes" meldete. Dieses hatte bereits 2015 einen Bericht für die Gesundheitsbehörde in Paris über sieben Fehlbildungen verfasst. Darin wurde festgehalten: "Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass die betroffenen Schwangeren einer Substanz in der Landwirtschaft oder der Tiermedizin ausgesetzt wurden."

Alle Tests bisher ergebnislos

"Wir werden keine Spur auslassen", sagte Buzyn dem Fernsehsender BFMTV. "Vielleicht hängt es mit der Umwelt zusammen, vielleicht mit etwas, das die Mütter während ihrer Schwangerschaft gegessen oder eingeatmet haben". Alle entsprechenden Tests verliefen bisher ergebnislos. Pestizide in der Umwelt seien durchaus nicht als Ursache auszuschließen, da die Fälle stets in ländlichen Gebieten auftauchen. Es könne aber auch an möglichen Gendefekten liegen. Bisher gibt es aber auch dafür keine Belege.

Andere Fälle von Fehlbildungen in Föten aufgrund von Medikamenten sind aus dem letzten Jahrhundert bereits bekannt. In den 1950er und 1960er Jahren waren bis zu 12.000 Babys weltweit mit schweren Fehlbildungen zur Welt gekommen, deren Mütter während der Schwangerschaft ein Schlafmittel mit dem Wirkstoff Thalimodid – bekannt unter den Markennamen Contergan und Softenon – eingenommen hatten.

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(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz am 07.11.2018 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Masse stört das nicht

    Millionen von Toten gehen bereits auf das Konto der Chemie und ein Ende ist niemals in Sicht. Anstatt das zu stoppen gibt es immer wieder welche die das fordern, traurige Menschheit.

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  • susi am 07.11.2018 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    unser Sohn hatte auch Fehlbildungen (nur innerlich), der Arzt meinte; Genmutation - kommt halt hin und wieder vor. da frag ich mich auch von was sowas kommt, wir haben davor 2 ganz gesunde Kinder bekommen. ich glaub die Umwelteinflüsse werden in der Hinsicht immer schlimmere Auswirkungen haben

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • susi am 07.11.2018 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    unser Sohn hatte auch Fehlbildungen (nur innerlich), der Arzt meinte; Genmutation - kommt halt hin und wieder vor. da frag ich mich auch von was sowas kommt, wir haben davor 2 ganz gesunde Kinder bekommen. ich glaub die Umwelteinflüsse werden in der Hinsicht immer schlimmere Auswirkungen haben

    • El Patron am 07.11.2018 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susi

      Oder Alkohol in der Schwangerschaft villeicht ?

    • Sa am 07.11.2018 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susi

      Meine Freundin hat Zwillingsmädchen? zweieiig. Eines davon hat eine schwere seltene Stoffwechselstörung. Morbus Addison. Warum, wieso weiss man nicht. Sie verhielt sich vorbildlich in der Schwangerschaft, die Babys kamen zum errechneten Zeitpunkt.

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  • Franz am 07.11.2018 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Masse stört das nicht

    Millionen von Toten gehen bereits auf das Konto der Chemie und ein Ende ist niemals in Sicht. Anstatt das zu stoppen gibt es immer wieder welche die das fordern, traurige Menschheit.

    • Feingold am 09.11.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      Sara

      Warum stoppen . dadurch wird man reich. Und ganz ehrlich. Euch sind die Kinder eh egal. Hauptsache dem Hund geht es gut.

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