In den Palästen

23. Januar 2018 14:20; Akt: 23.01.2018 16:48 Print

Luxus-Geisterstadt: Serben zeigen ihre Villen

Die Einwohner von Gomilica zogen nach Österreich um zu arbeiten. In ihrer Heimat ließen sie riesige Häuser erbauen. Ein Video zeigt die ganze Pracht.

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Viele Serben meinen, dass Gomilica zu einem der reichsten Dörfer zählt. Der Grund sind die "Paläste", die eng an eng beisammen stehen.

Gomilica wirkt jedoch das ganze Jahr über wie ausgestorben. Der Grund: Die Bewohner der Villen befinden sich zum Großteil in Österreich. Bereits in den 60er Jahren zog es die Einwohner des Dörfchens hierher. Die Bezahlung war und ist immer noch um einiges besser als im Balkan-Staat.

Für jedes Familienmitglied ein Zimmer

Unterdessen vergaßen sie ihre Wurzeln nicht. In ihrer Heimat ließen sie Häuser bauen. Diese besuchten sie in den Ferien immer wieder. Doch bei einfachen Ferienhäuschen blieb es nicht. Ein Mann meint dazu: "Als es den Schilling noch gab, hat der Nachbar zwei Stockwerke gebaut. Also hab ich drei gemacht. Das war ein Wettkampf."

Eine Dame zeigt das Innere ihres "Palastes". Das Haus von Slavka Vasic wirkt so, als ob es mehr Zimmer als das Farbspektrum Farben zu bieten hat. Ein rosa Zimmer für Mädchen, ein blaues für Buben, eines in Apricot für Gäste. Insgesamt befinden sich 30 Zimmer und 8 Terrassen im Haus. Alles für ihre Kinder und Enkel - jeder hat sein eigenes Zimmer. Jährlich verbringt die Familie insgesamt zehn Tage in der vierstöckigen Villa.

Mietwohnung in Wien - Villa in Gomilica

Gemeinsam mit dem Nachbardorf ist Jazovik über 800 Millionen Euro wert. Wie viel die Einwohner für ihre einzelnen Gebäude ausgegeben haben, das wissen sie selbst nicht mehr. Über drei Generationen lang investierten die Menschen in ihre Grundstücke.

Viele kommen im Urlaub in die "Luxus-Geisterstadt". Einen Großteil der Zeit verbringen sie mit arbeiten. Immer moderner und größer sollen die Häuser werden. Zum Entspannen bleibt oftmals nur wenig Zeit.

In Österreich sieht die Sache anders aus. Ein Bewohner gibt an, dass er in Wien in einer kleinen Mietwohnung lebt: Ein Zimmer und ein Bad reicht ihnen zum Leben. Wie viele Räume sein Haus in Gomilica hat, weiß er aber selbst nicht.

Im Sommer wird der Geisterstadt für kurze Zeit Leben eingehaucht. Da kommen die Bewohner etappenweise und in regelmäßigen Abständen ins Dörfchen. Trotz der schlechten Straßen fahren fünf Busse nach Wien und wieder zurück. Ende Februar wird es jedoch wieder ruhig in Gomilica. Was bleibt, sind die prachtvollen Villen.

Lesen Sie mehr:
Luxus-Geisterstadt: Diese Villen stehen immer leer >>

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oneveline am 23.01.2018 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso den nicht?

    Ja sei es ihnen vergönnt! Die Meisten waren und sind fleissige Gastarbeiter die nie Ärger gemacht haben. Neid kommt sicherlich nicht auf, den solche Häuser bedeuten auch wieder viel Arbeit, wobei der ganze Urlaub drauf geht. Wenn man sieht welche Paläste sich die Bettelmafia hinbaut, ohne ehrliche Arbeit, wieviel Geld aus dem Drogenmilieu nach Afrika wandert, ect.

  • Andreas am 23.01.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die Heimat ist doch nicht so attraktiv

    Kenn ich selber von meiner Tante und ihrem Ehemann, bis zum Umfallen gearbeitet und Gesundheit mit Überstunden auf der Baustelle zerstört um in der "Heimat" eine Villa aufzubauen, denn dort werden sie bestimmt eines Tages zurückkehren. Jetzt ist der Mann gesundheitstechnisch in Frühpension, und die Tante auch, aber ein Anzeichen dass sie jemals in die "Heimat" zurückkehren gibt es nicht. Der Sohnemann und die Enkel wollen auch nichts davon wissen. Verkaufen kann man das nicht da es in einer unattraktiven Lage im Heimatdorf liegt, und viel zu teuer wäre für die örtliche Bevölkerung.

  • Sepp am 23.01.2018 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ach Österreich

    Wieder einmal typisch. Arbeiten die Ausländer nicht - schlecht. Arbeiten sie doch - auch schlecht. Ehrlich? Was ist so schlimm daran? Würde ich genau so machen - arbeiten gehen, Geld verdienen und dieses Geld in mein Hobby investieren. Anderes Beispiel: Familie spart und fliegt jedes Jahr auf Urlaub - Heee, wie können die das nur machen!?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mia am 24.01.2018 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mein

    Mann und ich haben auch ein ganzes Leben lang gearbeitet und sehr gut verdient. Wir konnten und zwar ein Haus bauen, aber so eine Luxusvilla konnten wir uns nicht leisten. Haben die ihr ganzes Leben lang nur Kitt vom Fenster gegessen ? Die mussten ja auch von irgend etwas leben und Miete, Strom, Gas usw. zahlen ? Oder haben sie dies in Wien umsonst bekommen ?

  • Möbius am 24.01.2018 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Na nu wo sind den alle hin? Aso die wohnen alle in Österreich die Insel der Seeligen! Wieso das eigentlich? Aja hier bekommt man für nix tun Geld und in Serbien kann man Fensterkitt essen für das Gleiche!!

  • G.Amalcher am 24.01.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wahr oder Unwahr

    Sorry. Jeder Österreicher muss die Hosen runterlassen um Unterstützung zu bekommen. Und bevor ich nicht weis mit welchen Geld die Häuser entstanden ist und mehr über diese Famillie weis werde ich es weder gut noch schlecht bewerten. Ich kannte einen Mann der sich seine Ausbildung vom Staat zahlen lassen hat und Unterstütung bekam aber im Ausland eine Villa hat die die Häuser als Blockhütte wirken läst hatte. Deswegen meine Zweifel

  • Lukasz Böhm am 24.01.2018 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Jeder von uns der jetzt neidisch blickt kann sich dort ebenfalls ein Haus erbauen!

  • Michel am 24.01.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fleißig

    Da sieht man ja nur wie die Leute geschuftet haben und wie fleißig die waren!Hut ab echt, jedoch glaube ich sicher nicht dass die Leute das mit Sozialhilfe oder Kindergeld erbaut haben wie einigen schreiben denn so etwas wäre unmöglich und die Serben die ich kenne haben meistens eh nur 2 Kinder also ist es woll das Kindergeld auch nicht gewesen was diese Häuser erbauen ließ! Das hat man den alten Schilling zu verdanken und einer anderen Zeit und su etwas wäre jetzt sicher nicht mehr machbar. Also echt Hut ab diese Menschen haben fleißig gearbeitet, Steuern bezahlt und auf vieles verzichtet!

    • wolf198 am 24.01.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      Fleißig, wenn man weis wie!

      Keine Frage, dass diese Leute sehr viel gearbeitet haben: Müssten ja alle die tollste Pension haben! Oder wurde hier sehr viel am Finanzamt vorbei geschleust? Der Schwund am Bau soll ja auch sehr beträchtlich sein. Bin wirklich keinem was zu neidig, aber als Österreicher bekommst mit einem Haus in Österreich keine geförderte Wohnung! Arbeitslosenrate war im Winter auch immer sehr hoch! Man braucht auch die (bezahlte) Zeit um sein Haus zu bauen! Ich weis wovon ich rede bzw. schreibe!

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