Aufregung um Pfarrbrief

18. Januar 2018 21:00; Akt: 18.01.2018 21:38 Print

Heiliger Blasius wegen Oralsex-Eklat gelöscht

Ein Gemeindebrief der Pfar­rei­en­gemein­schaft St. Ste­pha­nus sorgt für Empörung. Er zeigt den Heiligen Blasius – in einer denkbar ungünstigen Position.

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Um Himmels Willen! Was hat sich die Pfarrgemeinschaft im deutschen Illingen bei ihrem ersten Gemeindebrief des Jahres 2018 nur gedacht?

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Denn auf dem Deckblatt des Briefes ist der Heilige Blasius in einer etwas missverständlichen Position abgebildet. Es zeigt den Heiligen in einem Gefängnis mit einer weiteren männlichen Person.

Da die Person aber ausgerechnet vor dem Geistlichen kniet, sieht es so aus, als würde der Bischof von ihr Oral befriedigt werden.

Schutzpatron der Blasmusik

Dass es sich bei dem Geistlichen ausgerechnet um den Heiligen "Blasius" handelt, dem Schutzpatron der Blasmusik, ist für viele Gläubige ein Dorn im Auge.

Auch die Bebilderung des Motivs kann als etwas zweideutig interpretiert werden. Darin ist folgendes zu lesen:

"Die Angst, die uns den Hals zunschnürt; die Wut, die uns sprachlos macht; die Schuld, die uns verstummen lässt; die Scham, die wie ein Kloß im Halse sitzt; das Unrecht, das uns lähmt – auf die Fürsprache des heiligen Blasius bitten wir Gott um Segen und Heilung".

Motiv bereits gelöscht

Das Motiv wurde von der Homepage der Gemeinde bereits wieder gelöscht. Offenbar war auch den Mitarbeitern aufgefallen, dass das Bild falsch interpretiert werden könnte.

Dominik Holl, der Bistumssprecher für Saarbrücken, erklärte gegenüber der "Bild", warum das Bild wieder entfernt wurde: "Um weitere Missinterpretationen und falsche Kontextualisierungen zu vermeiden, wurde das Bild entfernt."

Aber was sollte das Motiv wirklich zeigen? "Die Zeich­nung be­zieht sich auf eine Le­gen­de des Hei­li­gen Bla­sius, eines Bi­schofs aus dem 4. Jahr­hun­dert. Die­ser soll einen rö­mi­schen Sol­da­ten im Ge­fäng­nis vor dem Er­sti­ckungs­tod ge­ret­tet haben. Das Bild auf dem Pfarr­brief il­lus­triert diese Le­gen­de", wird Holl zitiert.

"Bitterer" Beigeschmack bleibt

Doch auch wenn das Bild mittlerweile wieder von der Homepage verschwunden ist, bleibt im Hinblick auf die Missbrauchsfälle der katholischen Kirche irgendwie doch ein etwas "bitterer" Beigeschmack.

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(wil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KunibertIII am 18.01.2018 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte ich prima vista nicht gedacht ...

    Das sieht nicht nach Oralsex aus. Es sei denn, man hat eine perverse Fantasie.

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  • krag am 19.01.2018 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    unmöglich

    eine total ver-rückte Welt. Erstens hält der Kniende den Kopf seitlich abgewendet, und zweitens ... wie sollte die Fellatio durch das dicke und breite, krawattenartige Textilband (eines der Bischofsinsignien) vollzogen werden können?

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  • krag am 19.01.2018 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    wozu?

    die person die den heute-artikel verfasst hat, verwechselt "Bebilderung" mit "Bildtext" ... aber was .... diese story ist wirklich nicht mehr als 20 Sekunden Tastenklopfen ohne nachheriges Durchlesen wert

Die neuesten Leser-Kommentare

  • O. Sumgruber am 24.01.2018 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Ich finde das Bild äußerst passend und huldige dem St. Blasius selbst auch sehr gerne. Der Beigeschmack ist allerdings eher salzig als 'bitter'.

  • Lisbeth Winterbach am 20.01.2018 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Bitterer Beigeschmack

    Letzte Worte des Artikels: Bitterer Beigeschmack - ihr seid echt witzig! :D

  • Max Mustermann am 19.01.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wir leben in einer versauten Zeit

    Hauptsache man macht die Kirche irgendwie schlecht. Bei dieser Abbildung muß man schon wirklich eine dreckige Fantasie haben.

  • azzurrogirl am 19.01.2018 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Oh Gott !

    Unsere Gesellschaft ist wohl schon so verrottet, dass gleich immer etwas unmoralisches hineininterpretiert wird! Wie der Schelm denkt, so ist er!

    • SE71 am 19.01.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Doppelmoral

      naja man geht von dem aus was und die Kirchenmänner zeigen, die mit Ihrer Doppelmoral jedes vertrauen in die Kirchen zerstören.

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  • Marlene am 19.01.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sensibilität

    Bei dem was in der Kirche alles vorgefallen ist, darf man sich nicht wundern was die Leute da hinein interpretieren! Man ist halt sensibel geworden bei Priester, Pfarrer und co.