Ozonschicht-Killer

24. Mai 2019 19:42; Akt: 25.05.2019 16:48 Print

Hier sitzen also die FCKW-Umweltverbrecher

Seit 2010 dürfen ozonschädigende FCKW nicht mehr hergestellt werden. Trotzdem steigen die Emissionen wieder. Nun sind die Verursacher identifiziert.

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Bis in die 1990er-Jahre wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) unter anderem als Treibmittel in Spraydosen ... ... und als Kühlmittel verwendet. Doch weil die Stoffe ... ... die schützende Ozonschicht in der höheren Atmosphäre schädigen, gilt heute ein internationales Produktionsverbot. Trotz des Verbots haben Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in Boulder bereits vor einigen Jahren verdächtige Messwerte des Ozonkillers in der Atmosphäre entdeckt. Sanken die Werte des FCKW-Stoffs Trichlorfluormethan zunächst, kam es etwa im Jahr 2012 zu einer Trendwende: Laut den Forschern ist die einzige Erklärung, dass es eine neue Quelle für den Stoff gibt und dass dieser entgegen der internationalen Klimaschutzvereinbarungen wieder hergestellt wird. Die Forscher vermuteten die Quelle damals Und damit lagen sie ganz richtig, wie eine im Mai 2019 im Fachjournal "Nature" erschienene Studie zeigt. Erste Hinweise dafür kamen von zwei Messstationen in Ostasien, darunter von der Gosan-Messstation auf der südkoreanischen Insel Jeju. Die Forscher konnten in der Studie zwar nicht die FCKW-11-ausstoßenden Industriezweige identifizieren. Aber die Herkunft aus dem Osten Chinas sei klar bewiesen. Es ist nahezu sicher, dass diese Emissionen gegen das Montreal-Protokoll verstoßen, das die Verwendung dieser Substanz verbietet. "Vermutlich entstehen die Emissionen bei der Herstellung von Schaumstoffen, bei der ein erheblicher Teil der Substanz unmittelbar in die Atmosphäre entweicht", so Stefan Reimann von der Empa, der an der Studie beteiligt war.

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Dank des Montreal-Protokolls zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht von 2010 sind die Emissionen der ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) stark zurückgegangen.

Vergangenes Jahr sorgte jedoch eine Studie für Aufsehen, wonach die Emissionen eines der wichtigsten Ozonkiller, FCKW-11, seit mehreren Jahren trotz des weltweiten Verbots wieder steigen.

Ursprung Industriegebiet

Eine Untersuchung eines internationalen Forschungsteams mit Beteiligung der Schweizer Forschungsanstalt Empa bestätigt nun den Anfangsverdacht, dass diese Emissionen aus dem Osten Chinas stammen. Davon berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature".

Erste Hinweise dafür kamen von zwei Messstationen in Ostasien, wie die Empa am Mittwoch mitteilte. Namentlich von der Gosan-Messstation auf der südkoreanischen Insel Jeju und der japanischen Messstation des National Institute of Environmental Science auf der Insel Hateruma bei Taiwan.

"Derartige Messungen zeigen immer dann Spitzenwerte in der Luftverschmutzung, wenn die Luftmassen aus Industriegebieten stammen", erklärte Sunyoung Park von der Kyungpook National University in Südkorea. "Für FCKW-11 stellten wir fest, dass diese 'Spitzen' nach 2012 deutlich höher waren als vorher."

Möglicherweise weitere Quellen

Ein Forschungskonsortium aus 13 Institutionen, darunter auch die Empa, führte daraufhin anhand der Messdaten komplexe Computerberechnungen durch, um die Quelle der FCKW-11-Emissionen ausfindig zu machen. Sie konnten die Emissionen so eindeutig auf den Osten Chinas zurückführen.

Möglicherweise verursachen andere Länder oder andere Regionen in China zusätzliche FCKW-Emissionen, schrieb die Empa. Weite Teile der Welt seien durch die bestehenden Überwachungsnetzwerke noch nicht ausreichend abgedeckt, erklärte Park laut der Mitteilung. Die Nutzung chinesischer Messwerte sei zudem noch eingeschränkt.

Ein Ausbau der Messnetzwerke insbesondere um industrialisierte Regionen herum wäre laut Studienautor und Empa-Forscher Stefan Reimann wünschenswert. "Ein solches Netzwerk wird nicht nur für die Erkennung verbotener Ozon-abbauender Gase wie FCKW-11 enorm wertvoll sein, sondern auch für die Überprüfung der offiziell gemeldeten nationalen Treibhausgasemissionen", so Reimann.

Übeltäter Schaumstoffproduktion

Die Forschenden konnten in ihrer aktuellen Studie zwar nicht die FCKW-11-ausstoßenden Industriezweige identifizieren. Aber die Herkunft aus dem Osten Chinas sei nun klar bewiesen, schrieb die Empa.

"Es ist nahezu sicher, dass diese FCKW-11-Emissionen gegen das Montreal-Protokoll verstoßen, das die emissive Verwendung dieser Substanz verbietet", sagte Reimann. "Vermutlich entstehen die Emissionen bei der Herstellung von Schaumstoffen, bei der ein erheblicher Teil der Substanz nicht im Schaum verbleibt, sondern unmittelbar in die Atmosphäre entweicht." Diese Anwendung von FCKW-11 ist laut Montreal-Protokoll seit 2010 weltweit verboten.

Die "Environmental Investigation Agency" und die "New York Times" hatten durch Recherchen bereits chinesische Schaumstoffhersteller als mögliche FCKW-11-Quelle ausgemacht. Chinesische Behörden identifizierten und schlossen inzwischen illegale Produktionsstätten.

Ob sich China schon zum aktuellsten Bericht geäußert hat, ist nicht bekannt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • schloßberganwohner am 24.05.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    na dann hilft nur ...

    ... fleißig am Freitag bei uns hier demonstrieren und die Kfz-Steuern erhöhen - dann ist alles wieder gut ...

  • Ewald am 24.05.2019 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    GT2019

    Na dann auf, auf, liebe Greta. Auf nach China. Die Chinesen freuen sich schon auf Dich. Bei Demos sind die ganz speziell dort.

    einklappen einklappen
  • Albert am 24.05.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demos

    Deshalb sind die Demonstrationen bei uns so wichtig weil wir ja die Umweltverschmutzer sind weil natürlich ist China ein Bundesland von Österreich. Das bestätigen bestimmt viele dem Ö3 Mikromann wenn er sie frägt. Traurig nur dass solche Experten dann wahlberechtigt sind.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 27.05.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Muss ein Irrtum sein...

    Warum die Aufregung?? Die "Atlantis-West sinkt nicht" Fraktion, will uns ja weiß machen, dass dies alles natürlich sein und der Mensch keinerlei Rolle bei der Erwärmung spielt... Man misst sich nur "natürliches" FCKW...

  • Bruno Bär am 25.05.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Und uns wollen sie zu CO 2 Strafsteuern verdonnern, wenn wir die Umweltziele nicht erreichen. In Wirklichkeit ist das eine reine Abzocke der EU und sonst nichts. Die anderen scheren sich nichts. Aber das kommt davon, wenn man das Pariser Klimaabkommen als Politiker ungeschaut unterschreibt.

    • Jessasna am 25.05.2019 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Seit..

      ..wann!! -schauen Politiker auf das Etwas, Das sie unterschreiben? Denen ist nur Eines wichtig: Der eigene Kontostand.

    einklappen einklappen
  • Andre am 25.05.2019 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bin schockiert

    hab zwar nie eine studie gebraucht um zu wissen das Industrien schuld an allen sind aber BITTE. und klar ist schon vorher gewesene das die asiaten die verursacher von sehr vielen sind (Smog, hochgiftige produktionen, entsorgung im Meer,...) Müll wird an Länder verkauft und sie Kippen es ins Meer.. soll ich noch weiter aufzählen?.. Atomtest, Radioaktives zeug.. aber Hauptsache der Auspuff unserer Auto in EU sind Schuld an allem..

    • ich am 26.05.2019 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andre

      Aber es sind nicht nur die Asiaten, die Amerikaner scheren sich auch einen Dreck um die Umwelt! Nicht immer nur den Asiaten den schwarzen Peter zustecken!

    einklappen einklappen
  • karin am 25.05.2019 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rathlos

    Selbst wenn der Rest der Welt keine Produkte aus China kauft bei duesen vielen Chinesen wird es sucher nicht weniger.

  • Hari am 25.05.2019 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unter Kuratel stehend

    Es geht doch nur um eine zusätzl. Milliarden Steuer egal wie sie heisst: Co2 Steuer, Plastiksteuer hat nicht funktioniert ebenso nicht Digitalsteuer etc....EU Haushalt müsste durch den Brexit um 20% gekürzt werden, auch 20% der ca 50.000 EU Angest./Beamten da viel weniger Arbeit. Die EU Mitarbeiter kosten den Nettozahlern wie Ö ca 9 Milliarden im Jahr mit ohne EU Beamtenpensionisten, keine Ahnung.