Strahlendes Sperrgebiet

06. Februar 2019 12:20; Akt: 06.02.2019 12:21 Print

In Tschernobyls Todeszone tobt wieder das Leben

Die Reaktorkatastrophe von 1986 beendete einst alles Leben in der Gegend um Tschernobyl. Nun ist es in großer Vielfalt zurück.

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Mehr als drei Jahrzehnte nach dem GAU von 1986 gleicht das Gebiet um das havarierte Atomkraftwerk einem wahren Wildtierparadies. 2015 hatten Forscher vom Staatlichen Radioökologischen Reservat Polesie im weißrussischen Gomel im Fachjournal "Current Biology" bereits von der Rückkehr von Elchen, Hirschen, Rehen, Wildschweinen und Wölfen berichtet.

Doch diese Arten sind nicht die einzigen, die – nachdem ihre Bestände direkt nach dem GAU eingebrochen waren – wieder zurück ins noch immer strahlende Sperrgebiet gekommen sind. Das geht aus einer im Fachjournal "Food Webs" publizierten Studie hervor.

15 Neuzugänge dokumentiert

Das Team um Peter E. Schlichting von den Universitäten von Georgia und Arizona hatte für die Untersuchung zunächst Fischköder entlang des Prypjat-Flusses und alten landwirtschaftlichen Bewässerungskanälen ausgelegt – um Aasfresser anlocken.


Video: Das befindet sich unter dem gigantischen Schutzmantel von Tschernobyl (Quelle: Glomex/ProSieben, 2017)

Der Plan der Wissenschaftler ging auf. So fanden sich nach kurzer Zeit zehn Säugetier- und fünf Vogelarten bei den Fischkadavern wieder. Darunter "zum ersten Mal Seeadler, amerikanische Nerze und Flussotter", so Schlichtings Kollege James Beasley in einer Mitteilung der Hochschule.

98 Prozent der Fische, die das Team als Köder ausgelegt hatte, wurden gefressen. Für die Forscher ein Zeichen einer reichen Vielfalt an Aasfressern und in der Folge eines florierenden Ökosystems.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg am 06.02.2019 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bin ja gespannt.

    Bin ja gespannt ob wir bald Fleisch aus dieser Zone in den Supermarktregalen finden. Wir werden es wahrscheinlich nicht erfahren.

  • Bine am 07.02.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Das Leben findet immer einen Weg ;)

    einklappen einklappen
  • angelina am 06.02.2019 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    natur

    ich hoffe, dass diese zone noch lange so bleibt, tier und natur entfalten sich perfekt, ohne dass der mensch sich einmischen!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • 1002Himmelszelt am 07.02.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Schlussfolgerungen

    Das besagt nur, dass in das Gebiet immer wieder ahnungslose Tiere von außerhalb zuwandern. Alle krebskranken, totkranken Tiere sowie missgebildete Junge sterben ja weg, die sieht keiner. Und "sicher" ist das Gebiet keinesfalls: der trotz Betonummauerung ewig lecke Reaktorblock wird noch 100.000 Jahre tödlich weiterstrahlen. PR für die Atomlobby?

  • Bine am 07.02.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Das Leben findet immer einen Weg ;)

    • Censorship am 07.02.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Bine

      Das Leben war nie weg, es brauchte keinen Weg zu finden.... Was hier steht, ist seit Jahren, Jahrzehnten bekannt und dokumentiert...

    • Censorship am 07.02.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrheit wird zensiert?

      Das Leben brauchte keinen Weg zurück finden, es war nie weg! Es gab zwar einen gewissen Rückgang, welche aber nicht so eklatant war, wie hier dargestellt... Bis auf den Reaktor und dem Spitalskeller, wo die Feuerwehrausrüstungen deponiert sind, gab es immer Tiere im Sperrbereich.. Diese Zahlen sind seit Jahren bekannt und auch für die Allgemeinheit in diversen Dokus vermittelt... Was hier gefeiert wird, ist ein alter Hut...

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  • Georg am 06.02.2019 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bin ja gespannt.

    Bin ja gespannt ob wir bald Fleisch aus dieser Zone in den Supermarktregalen finden. Wir werden es wahrscheinlich nicht erfahren.

  • Fredl am 06.02.2019 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Atombombig?

    Soll das etwa jetzt heißen Atomenergie ist ungefährlich?

  • angelina am 06.02.2019 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    natur

    ich hoffe, dass diese zone noch lange so bleibt, tier und natur entfalten sich perfekt, ohne dass der mensch sich einmischen!