Medienberichte

11. Juli 2019 07:37; Akt: 11.07.2019 10:57 Print

Iran will britischen Öltanker stoppen

Iranische Militärschiffe sollen an der Meerenge von Hormus einen britischen Öltanker aufgefordert haben, iranische Gewässer anzusteuern. Dies berichten amerikanische Medien.

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Die US-Fernsehsender CNN und Fox News berichteten am Mittwochabend (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus der US-Administration, fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden hätten sich dem Tanker "British Heritage" am Mittwoch nahe der Straße von Hormus genähert.

CNN meldete, die Iraner hätten das britische Schiff aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und iranisches Gewässer anzusteuern. Ein britisches Kriegsschiff habe den Tanker jedoch begleitet, sei eingeschritten und habe die iranischen Boote zurückgedrängt. Es gebe US-Luftaufnahmen des Zwischenfalls, hieß es weiter.

Ein Sprecher des US Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, erklärte auf Anfrage, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, den Tanker zu drangsalieren.

Iranischer Supertanker beschlagnahmt

Der Sprecher verwies für weitere Informationen zu dem Vorfall an das britische Verteidigungsministerium. Er betonte, Bedrohungen für die internationale Schifffahrt bedürften auch einer internationalen Lösung. Die Weltwirtschaft sei abhängig von freien Handelswegen, und es sei an allen Nationen, diese zu schützen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen.

Vor einer Woche hatten die Behörden Gibraltars mit Hilfe der britischen Marine einen Supertanker mit iranischem Öl beschlagnahmt. Die "Grace 1" soll versucht haben, illegal Rohöl in das Bürgerkriegsland Syrien zu bringen. Der iranische Präsident Hassan Rohani drohte Großbritannien nach der Festsetzung des Tankers mit "Konsequenzen".

Nadelöhr des weltweiten Ölhandels

Die schmale Meerenge von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist das Nadelöhr des weltweiten Ölhandels: Durch die Seestraße zwischen dem Iran und Oman wird ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls befördert.

Inmitten der wachsenden Spannungen zwischen Teheran und Washington kam es in der Region zuletzt zu mehreren Zwischenfällen. Öltanker wurden angegriffen, wofür die USA den Iran verantwortlich machten.

Der Iran schoss zudem eine US-Drohne ab. Am Dienstag sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford, die USA wollten eine internationale Militärkoalition zum Schutz von Öltankern in der Golfregion schmieden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • heinz am 11.07.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Dummheit

    Die Briten beschlagnamen einen Iran. Tanker der unter einer anderen Flagge fährt.? Nun sollen Iraner ein britisches Schiff entern/kappern wollen, obwohl ein brit. Kriegsschiff dabei ist? Was soll man da glauben? Provokation von GB. und USA? oder Dummheit der Iraner?

  • Wm am 11.07.2019 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Sollen die Briten mal den Tanker von Gibraltar frei geben

  • stealth71 am 11.07.2019 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, da sieht man wieder,

    wenn England oder Israel in internationalen Gewässern ein Schiff aufbringen, es wie im Fall von Israel dabei sogar Tote gibt, dann wird nicht von Piraterie gesprochen, beim Iran aber sofort.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wm am 11.07.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Ein bisschen sollten sie schon in der Realität leben, wer provoziert denn am laufenden Band, die USA und jetzt die Briten. Abgesehen möchte ich gerne wissen wieviel Geld der CIA in die Opposition investiert um das Land zu destabilisieren. Von solcher Vorgangsweise hört man natürlich nichts in der Zeit im Bild

  • Southpaw am 11.07.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nach den Wahlen...

    ...in Israel, also im September, wird es dann schön langsam losgehen.

  • zimbo am 11.07.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Passende Revanche

    wegen des gestürmten iranischen Tanker.Schon richtig so.

  • Kritischer Geist am 11.07.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Provokation

    Das politische Regime des Iran steht zunehmend unter Druck. Nur ein gemeinsamer Feind, den man als Sündenbock verkaufen kann, kann die Bevölkerung noch zusammenhalten und dem Regime von Vorteil sein. Am besten wäre natürlich ein Krieg für den Machterhalt der Mullahs. Deshalb wird jetzt provoziert, was das Zeug hält. Und falls es einen Krieg gibt, werden die europäischen Medien den schwarzen Peter mit Sicherheit wieder den Amerikanern oder Israelis in die Schuhe schieben und damit die westliche Welt spalten wo es eigentlich darum ginge, gegen islamistische Regime zusammen zu stehen.

    • Wm am 11.07.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wm

      Wer hat denn als erster mit der Piraterie angefangen. Normal sollten spanische Schiffe die Briten vor Gibraltar festsetzen und den gestohlen Frachter samt Besatzung nach Hause schicken. Ein bisschen sollten sie schon in der Realität leben

    einklappen einklappen
  • heinz am 11.07.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Dummheit

    Die Briten beschlagnamen einen Iran. Tanker der unter einer anderen Flagge fährt.? Nun sollen Iraner ein britisches Schiff entern/kappern wollen, obwohl ein brit. Kriegsschiff dabei ist? Was soll man da glauben? Provokation von GB. und USA? oder Dummheit der Iraner?