Täter in Haft

07. September 2018 08:03; Akt: 07.09.2018 08:35 Print

"Brasiliens Trump" vor Kameras niedergestochen

Ein Wahlkampfauftritt in Brasilien endete blutig. Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro wurde mit einem Messer attackiert.

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Der rechte brasilianische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro ist bei einer Messerattacke während eines Wahlkampfauftritts nach Angaben seines Sohnes schwer verletzt worden. Bolsonaro habe Verletzungen an Leber, Lunge und Darm erlitten und "viel Blut verloren", schrieb sein Sohn Flavio Bolsonaro am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Sohn hatte zunächst angegeben, die Verletzung sei nur oberflächlich gewesen, seinem Vater gehe es gut. Fernsehbilder zeigten, wie der 63-jährige Ex-Offizier bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Juiz de Fora im Bundesstaat Minas Gerais angegriffen wurde. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Brasil, Bolsonaro sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine Person sei festgenommen worden.


Anhänger filmten Bolsonaro während der Veranstaltung, als der Angreifer zustach. (Quelle: Youtube)

"Leider ist es schlimmer als wir dachten", schrieb Flavio Bolsonaro bei Twitter. Sein Vater wurde in einem Krankenhaus in Juiz de Fora notoperiert. Das Internetportal G1 berichtete unter Berufung auf die Klinik, Bolsonaro sei der Darm durchstochen worden, sein Zustand sei aber "stabil".

Führender der Umfragen

Der Rechtspopulist, der auch als "brasilianischer Trump" bezeichnet wird, liegt in einer aktuellen Umfrage für die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober vorn. In der zweiten Wahlrunde würde er aber von fast allen anderen Kandidaten geschlagen. Bolsonaro ist ein Verteidiger der Militärdiktatur der Jahre 1964 bis 1985. Er fällt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen auf.

Bei der Präsidentschaftswahl wäre Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei der eigentliche Favorit. Er sitzt aber nach einer Verurteilung wegen Korruption und Geldwäsche im Gefängnis und darf nach jetzigem Stand nicht antreten.

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(red)

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