Nächtliche Killer

24. April 2019 15:26; Akt: 24.04.2019 15:51 Print

Dutzende verstümmelte Katzen gefunden

In kanadischen Städten werden immer wieder tote Katzen gefunden. Von Anfang an fiel der Verdacht auf Tierquäler, doch die Wahrheit sieht anders aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ist ein kranker Sadist oder gar ein satanischer Kult am Werk? Seit Jahren finden die Bewohner der Städte Edmonton und St. Albert in der kanadischen Provinz Alberta in ihren Vorgärten und auf Spielplätzen immer wieder kopflose oder verstümmelte Katzen. Es scheint fast so, als würde sie jemand bewusst dort hinlegen. Doch ein Schuldiger war bislang nicht auszumachen.

Umfrage
Haben Sie Katzen zu Hause?
21 %
34 %
22 %
9 %
4 %
2 %
8 %
Insgesamt 502 Teilnehmer

Das gelang nun dem forensischen Tierarzt Nick Nation und der Biologin Colleen Cassady St. Clair von der Universität Alberta. Sie untersuchten die Leichenschauberichte von 53 Katzen, die zwischen 2007 und 2017 in den beiden Städten abgegeben wurden. Sie kamen zum Schluss, dass nicht Menschen die Katzen getötet haben, sondern Kojoten.

Keine menschlichen Spuren

Fast 70 Prozent der untersuchten Katzen dürften direkt von Kojoten erlegt worden sein, während weitere 15 Prozent wohl zuerst von einem Auto angefahren wurden, bevor sich Kojoten über sie hermachten. Die Katzen zeigten keine Anzeichen für einen menschlichen Einfluss wie etwa Messerschnitte, wie sie im Fachjournal "Veterinary Pathology" berichteten.

Dafür fanden die Forscher in den zersplitterten Krallen der Katzen Fellbüschel von Kojoten. Auch die Bissspuren weisen auf Kojoten hin. Die Verstümmelungen rühren laut den Forschern daher, dass mehrere Kojoten im Kampf um die besten Stücke an den Katzenkadavern gezerrt hatten.

Katzen als Übungsobjekte

Die Funde konzentrierten sich auf die Monate Juni bis Oktober, 80 Prozent davon auf August und September. Das liegt laut den Forschern daran, dass dann die örtlichen Nagetierbestände ihren Höhepunkt erreichen, was viele Katzen auf die nächtliche Jagd treibt. Zudem erklärte St. Clair auf dem Sender CBC: "Es könnte auch daran liegen, dass Kojoteneltern dann ihren Jungen das Jagen beibringen und dafür Katzen als Übungsobjekte verwenden." Das sei eigentlich ironisch, wenn man sich vergegenwärtige, wie viele Tiere die Katzen selbst töten.

Als Schutz gegen die Kojoten empfiehlt St. Clair, die Katzen in der Wohnung zu halten oder nur noch in einen umzäunten Garten zu lassen. "Ich habe selbst eine Katze, die ständig raus will. Doch unsere Studie zeigt, dass Katzen, die ihre Zeit draußen verbringen, ein ziemlich übles Lebensende droht."

Allgemein scheinen Katzen auf dem Speisezettel der Kojoten ziemlich weit oben zu stehen. Eine aktuelle Studie des amerikanischen National Park Service hat in Kalifornien 3000 Kothäufchen von in Städten lebenden Kojoten analysiert. Das Fazit: Katzen machen 20 Prozent der Kojotennahrung aus, wie IFLscience.com schreibt.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(jcg)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • angelina am 24.04.2019 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    nachtsperre

    katzen in der nacht nicht heraus lassen, könnte der einzige tip sein, der vielleicht etwas bringt...

  • helmar am 24.04.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schau ma mal......

    Wann es so weit ist dass Wölfe Hunde und Katzen zum Üben verwenden und was dann passieren wird. Ich vermute man vertuscht es so lange wie möglich. Wie man ja auch bei Wild und Schafkadavern den Ball sehr flach hält.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • angelina am 24.04.2019 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    nachtsperre

    katzen in der nacht nicht heraus lassen, könnte der einzige tip sein, der vielleicht etwas bringt...

  • helmar am 24.04.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schau ma mal......

    Wann es so weit ist dass Wölfe Hunde und Katzen zum Üben verwenden und was dann passieren wird. Ich vermute man vertuscht es so lange wie möglich. Wie man ja auch bei Wild und Schafkadavern den Ball sehr flach hält.