Eskalation befürchtet

27. Februar 2014 07:35; Akt: 03.03.2014 12:30 Print

Klitschko warnt Putin vor Einmischung

Der designierte Präsidentschaftkandidat Vitali Klitschko warnt Nachbar Russland vor einer Einmischung und einer Eskalation der Situation. Er fordet Wladimir Putin auf, Viktor Janukowitsch kein Exil zu gewähren. Dieser wird in einem russischen Militärlager auf der Krim vermutet. Russland hat am Donnerstag Kampfjets an der Grenze zur Ukraine in Alarmbereitschaft versetzt.

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Vitali Klitschko warnt Nachbar Russland vor einer Einmischung und einer Eskalation der Situation. Er fordet Wladimir Putin auf, Viktor Janukowitsch kein Exil zu gewähren. Dieser wird in einem russischen Militärlager auf der Krim vermutet. Russland hat am Donnerstag Kampfjets an der Grenze zur Ukraine in Alarmbereitschaft versetzt.

"Im Osten unseres Landes versucht Russland derzeit starken Einfluss zu nehmen, da müssen wir besonders aufpassen", sagte Klitschko der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe). Der Politiker und ehemalige Weltklasse-Boxer ortet Manipulationsversuche. In Russland sei von einigen Medien versucht worden, das Bild von einem Putsch und radikalen Demonstranten zu zeichnen. "Das ist einfach falsch", sagte Klitschko.

Klitschko traut Putin kein Eingreifen zu

Auf die Frage, ob er ein militärisches Eingreifen Russlands befürchtet, sagte Klitschko: "Ich kann mir das nicht vorstellen, denn eine solche Eskalation der Situation wollen beide Seiten nicht." Als Reaktion auf den Umsturz im Nachbarland hat die Regierung in Moskau ihre .

Angesichts zunehmender Spannungen auf der Krim hat die Ukraine Russland mit Nachdruck vor Truppenbewegungen auf der Halbinsel gewarnt. Sollten sich Angehörige der Schwarzmeerflotte "unangemeldet außerhalb der festgelegten Zonen" bewegen, werde dies als Aggression gewertet, sagte Interimspräsident Alexander Turtschinow am Donnerstag in Kiew. Der Aufenthalt russischer Militärs auf der Krim sei durch ein bilaterales Abkommen "streng geregelt", so Turtschinow.

Während die Ukraine in die Zukunft blickt, ist . Er wurde wie auch der Ex-Innenminister Witali Sachartschenko wegen "Massenmordes" im Zuge der Proteste gegen die Regierung zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Klitschko: Janukowitsch kein Exil gewähren

Klitschko fordert von Russland, Janukowitsch kein Exil zu gewähren. "Janukowitsch muss sich in der Ukraine vor einem Gericht für seine Taten verantworten." Es gebe starke Anzeichen dafür, dass sich der Flüchtige auf der Krim in einem russischen Militärlager versteckt halte.

Inzwischen werden in Kiew die Weichen für die Zukunft des Landes gestellt. Das Parlament in Kiew soll am Donnerstag den Politiker Arseni Jazenjuk als Interims-Regierungschef wählen. Der 39-Jährige ist eine Schlüsselfigur der Protestbewegung in der Ukraine. Dem Kabinett soll auch der mutmaßlich gefolterte Regierungsgegner Dmitri Bulatow als Sportminister angehören. Der Kommandant des Protestlagers auf dem Maidan, Andrej Parubij, wird demnach Chef des Sicherheitsrates.

Lage auf der Halbinsel Krim instabil

Bei Protesten auf der Halbinsel Krim kam es zwischen Befürwortern und Gegnern einer Annäherung an Russland . Deutlich mehr als 10.000 Krimtataren demonstrierten vor dem Regionalparlament in Simferopol gegen eine Abspaltung der Autonomen Krim-Republik. Hingegen machten rund 4.000 prorussische Demonstranten Stimmung für eine engere Anbindung der Krim an Moskau. Sicherheitskräfte sprachen von mindestens 30 Verletzten durch Stein- und Flaschenwürfe.

Am Donnerstag besetzten bewaffnete Unbekannte die Gebäude von Parlament und Regionalregierung. Die etwa 30 Männer in Uniform, jedoch ohne Rangabzeichen, hätten am frühen Morgen mit Schnellfeuergewehren das Glas der Eingangstüren zerschossen und sich Zugang verschafft, sagte ein Behördenmitarbeiter am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Simferopol. Demnach bezeichnete die Gruppe sich angeblich als Selbstverteidiger der russischsprachigen Bevölkerung der Krim. Es gibt zunächst keine Forderungen.

Das russische Verteidigungsministerium hat am Donnerstag erklärt, es habe Kampfflugzeuge an den westlichen Grenzen des Landes in Kampfbereitschaft versetzt. Das berichtete die Agentur Interfax.

Die Ukraine selbst versetzte die Sicherheitskräfte auf der Halbinsel Krim in Alarmbereitschaft. Das Stadtviertel von Simferopol sei abgeriegelt worden, teilte Interims-Innenminister Arsen Awakow mit. Die Polizei lasse keine "extremistischen Handlungen" zu.

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