Mülldeponie von Ghazipur

04. Juni 2019 18:29; Akt: 04.06.2019 18:29 Print

Dieser Ekel-Berg ist höher als das Wiener Riesenrad

Indiens Hauptstadt erstickt in Müll. Die größte Deponie türmt sich bereits 65 Meter hoch auf und ist damit schon höher als das Wiener Riesenrad – und sie wächst weiter.

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Im Osten der Millionen-Metropole wächst ein ekelhaftes Mahnmal dieser Verschmutzung in den Himmel: Schon jetzt überragt der Müllberg von Ghazipur mit 65 Metern Höhe knapp das Wiener Riesenrad. Dieses erreicht an seinem höchsten Punkt nur 64,75 Meter. Und obwohl die Deponie schon hoffnungslos überfüllt ist, werden jeden Tag weitere 2.000 Tonnen Müll angekarrt. Wenn das so weiter geht, wird Ghazipur innerhalb des nächsten Jahres auch den 73 Meter hohen Taj Mahal, das weltberühmte Wahrzeichen Indiens, in ihren Schatten stellen. Damit wird der Müllberg auch zu einer Gefahr für den Flugverkehr. Das indische Höchstgericht hat die Stadtbehörden bereits gewarnt, dass deswegen bald rote Warnlichter installiert werden müssten. Immer wieder brechen durch austretendes Methangas Feuer aus. Oft dauert es Tage, bis diese gelöscht werden können. Auch das Sickerwasser, das aus dem Berg in den nahen Kanal rinnt, ist mit giftigen Chemikalien verseucht. Anwohner im Umkreis von mehreren Kilometern leiden zudem häufig unter Atemwegsbeschwerden, wie die indische "Economic Times" berichtet. 2018 wurden bei einem Hangrutsch in Folge massiver Niederschläge zwei Menschen unter den Ekel-Massen begraben. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Trotzdem klettern täglich Menschen auf den Müllberg, um nach Verwertbarem zu suchen. So auch Quasim Ali: Er kam aus dem Westen Bengalen nach Neu-Delhi, um einen Job zu finden, hatte aber kein Glück. Seit 2000 durchkämmt er den Müllberg von Ghazipur nach recycelbaren Resten. Auch das Sickerwasser, das aus dem Berg in den nahen Kanal rinnt, ist mit giftigen Chemikalien verseucht. Und obwohl die Deponie schon 2002 ihre ursprüngliche Kapazitätgrenze erreicht hat, gibt es noch immer keine Alternative. Experten schätzen, dass sich die jährliche Müllmenge bis zum Jahr 2030 beinahe verdreifachen wird.

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Indiens Großstädte sind berüchtigt für ihre Müllmengen. Allen voran Neu-Delhi, das nach Angaben der Vereinten Nationen als am meisten verschmutzte Hauptstadt der Welt gilt. Im Osten der Millionen-Metropole wächst ein ekelhaftes Mahnmal dieser Verschmutzung in den Himmel – die Müllkippe von Ghazipur.

Bald höher als Taj Mahal

Schon jetzt überragt der Müllberg mit 65 Metern Höhe knapp das Wiener Riesenrad. Dieses erreicht an seinem höchsten Punkt nur 64,75 Meter. Und obwohl die Deponie schon hoffnungslos überfüllt ist, werden jeden Tag weitere 2.000 Tonnen Müll angekarrt. Wenn das so weitergeht, wird Ghazipur innerhalb des nächsten Jahres auch den 73 Meter hohen Taj Mahal, das weltberühmte Wahrzeichen Indiens, in ihren Schatten stellen.

Denn die Deponie wächst jedes Jahr um etwa zehn Meter in die Höhe – und das auf einer Fläche von mehr als zwanzig Fußballfeldern. Damit wird der Müllberg auch zu einer Gefahr für den Flugverkehr. Das indische Höchstgericht hat die Stadtbehörden bereits gewarnt, dass deswegen bald rote Warnlichter installiert werden müssten.

Gesundheitsschädigende Stoffe

2018 wurden bei einem Hangrutsch in Folge massiver Niederschläge zwei Menschen unter den Ekel-Massen begraben. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. In Reaktion darauf wurde die Deponie geschlossen. Das hielt allerdings nicht lange an, nur wenige Tage später rollten die Mülllaster wieder.

Immer wieder brechen durch austretendes Methangas Feuer aus. Oft dauert es Tage, bis diese gelöscht werden können. Auch das Sickerwasser, das aus dem Berg in den nahen Kanal rinnt, ist mit giftigen Chemikalien verseucht. Anwohner im Umkreis von mehreren Kilometern leiden zudem häufig unter Atemwegsbeschwerden, wie die indische "Economic Times" berichtet. Trotzdem klettern täglich Menschen auf den Müllberg, um nach Verwertbarem zu suchen.

Immer mehr Müll

Und obwohl die Deponie schon 2002 ihre ursprüngliche Kapazitätgrenze erreicht hat, gibt es noch immer keine Alternative. Seit Jahrzehnten ist die Müllsituation in den indischen Metropolen katastrophal – und Besserung ist keine in Sicht. Experten schätzen, dass sich die jährliche Müllmenge bis zum Jahr 2030 beinahe verdreifachen wird. Der Ekel-Berg von Ghazipur wird also noch weiter wachsen.

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(rcp)

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