"Brauchen auch ein Dach"

23. April 2019 08:59; Akt: 23.04.2019 09:07 Print

Obdachlose protestieren vor Notre-Dame

Innerhalb kürzester Zeit kam fast eine Milliarde Euro an Spenden für die Kathedrale zusammen. Das sorgt für Teile der Bevölkerung für Unverständnis.

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Vor rund einer Woche brannte das Dach der Notre-Dame ab, die seit 850 Jahren die Skyline von Paris prägt. Nach einem anfänglichen Schock machte sich schnell eine Welle der Solidarität breit. In weniger als 24 Stunden kam so knapp eine Milliarde Euro an Spenden zusammen, besonders von wohlhabenden Familien.

Erzbischof: "Ein Platz für die Armen"

Kurze Zeit später änderte sich die Gefühlslage der Menschen. Große Teile der Bevölkerung zeigten wenig Verständnis für die hohen Summen, die ohne mit der Wimper zu zucken verschenkt wurden. Vor allem die Obdachlosen in der französischen Hauptstadt fühlen sich vergessen. Am Montag wurde aus diesem Grund zu einem Protest vor der abgebrannten Kathedrale aufgerufen.

Die Obdachlosenvereinigung stellte Transparente mit der Aufschrift, "Eine Milliarde in 24 Stunden! Obdachlose = 0€" auf. Dabei riefen sie: "Notre-Dame braucht ein Dach, wir brauchen auch eines." Die Polizei war bei der Demonstration anwesend, berichtete aber, dass sie nicht eingreifen musste. Die Proteste liefen friedlich ab.

Nach der Ostermesse am Sonntag meinte bereits der Pariser Erzbischof Michel Aupetit, dass man die ganze Insel, auf der die Kathedrale steht, überdenken sollte. Er dachte an einen "Platz für die Armen". Er fügte hinzu: "Die ohne Dach über dem Kopf finden in Notre-Dame ein Zuhause. Sie können immer kommen und werden nicht hinausgeworfen. Das ist sicher."

Notre-Dame in Paris in Flammen

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • seven am 23.04.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Afrika

    Man sieht Afrikaner auf den Bildern. Wieviele Millionen Entwicklungshilfe hat Europa gespendet und bis heute hat sich nichts getan im korrupten von Warlord regierten Afrika.

  • Sochal am 23.04.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prestige ist alles.

    Spenden von bis zu 200 Mio Euro nur dass der Name ganz oben unter den Spendern steht. Es geht nur darum!! Die reichen Spender wollen nur einen Abdruck für die Ewigkeit hinterlassen. Menschenleben sind schon lange nichts mehr wert.

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  • Heinz Thai am 23.04.2019 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Schachzug

    von den Reichen. In Frankreich sind Spenden zu 70% steuerlich absetzbar.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ehklar am 23.04.2019 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Wieviel hat Macron schon gespendet?

  • Gehtsno am 23.04.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Spende

    Die Kirche ist eine der reichsten Unternehmen!!! Ich spende weder für Gebäude noch für arbeitslose Alkoholiker und schon gar nicht für "Flüchtlinge"! Lieber werfe ich mein Geld ins Feuer! Wenn, dann Spende ich für Tiere!

  • Max Mustermann am 23.04.2019 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden über Spenden

    Die eine Spende ersetzt ja nicht die andere. Man wird wohl kaum die berühmte Kirche unrestauriert stehen lassen können. Sehr wohl sollte man aber schauen, was man alles ins Land läßt und einmal reflektieren, ob bei einem derartigen Überschuß an "Hochbegabten" nicht viele dann auch auf der Strecke bleiben und in die Armut abrutschen. Außerdem finde ich es recht dreist, wenn man Spenden für die eigene gestrandete Existenz verlangt.

  • Strammer AFD Wähler. am 23.04.2019 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Sofort niederknüppeln. Was bilden sich die ein? Ein Gotteshaus ist kein Obdachlosenasyl. Notre Dame ist ein bedeutendes abendländisches Kulturgut. Das gehört auf jeden Fall wieder aufgebaut. Das wollen die Touris sehen, kein Obdachlosenheim. Wir werden ohnehin schon jeden Tag mit deren Armut belästigt.

  • Heinz Thai am 23.04.2019 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Schachzug

    von den Reichen. In Frankreich sind Spenden zu 70% steuerlich absetzbar.

    • Kritischer Geist am 23.04.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Thai

      ... was nichts daran ändert, dass man zunächst einmal 100 % zu bezahlen hat. Davon darf man 70 % steuerlich geltend machen, was einem bei einem Steuersatz von unter 50 % dann eine Ersparnis von weniger als 35 % bringt. Aber dass man als Reicher selbst dann keinen Dank zu erwarten hat, wenn man mit seinen Steuern den Staatshaushalt finanziert, war vorher auch schon klar.

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