Stopp für Nachtleben

30. April 2016 17:44; Akt: 09.05.2016 03:40 Print

Richter lässt alle Nachtklubs in Buenos Aires schließen

Ein argentinischer Richter hat allen Lokalen, die "Tanz zu abgespielter oder live vorgetragener Musik" bieten, den Hahn zugedreht. Er will damit durchsetzen, dass die Drogengesetze eingehalten werden. Erst kürzlich starben bei einem Festival fünf Menschen an Ecstasy. Die Klubbesitzer fühlen sich ungerecht behandelt und protestieren heftig.

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Ein argentinischer Richter hat allen Lokalen, die "Tanz zu abgespielter oder live vorgetragener Musik" bieten, den Hahn zugedreht. Er will damit durchsetzen, dass die Drogengesetze eingehalten werden. Erst kürzlich starben bei einem Festival fünf Menschen an Ecstasy. Die Klubbesitzer fühlen sich ungerecht behandelt und protestieren heftig. 


Erst wenn die Stadt Nacht- und Tanzklubs in Buenos Aires sicherer mache, würde er deren Besuch wieder zulassen, so Richter Roberto Gallardo. Er wolle mehr Kontrolle in den Klubs sowie einen konkreten Zeitplan sowohl "kurz-, mittel- als auch langfristig" bis wann zum Beispiel das dafür benötigte Personal augebildet werden könne. Nur dürfe weiterhin erklingen, so Gallardo. 

Nicht "Nachtleben der ganzen Stadt stoppen"

Kritik kommt nicht nur von den Klubbesitzern, sondern auch von der Regierung in Buenos Aires. Der Richter solle seine Entscheidung überdenken, so der Bürgermeister. Immerhin würden so auch alle Feierwilligen, die keine Drogen nehmen gestraft. "Wir sind auch besorgt wegen der Drogensucht, aber das bedeutet nicht, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes das Nachtleben der ganzen Stadt stoppen", so Bürgermeister Horacio Rodriguez Larreta. 

Nachtklubs wollen Verbot ignorieren

Zornig sind auch die Betreiber der Lokale. Sie haben schon anklingen lassen, sich nicht an die Verordnung halten zu wollen. "Das ist, als würde man das Gemüsegeschäft schließen, weil man im Fleischerladen giftige Lebensmittel gefunden hat", empört sich der Chef des Interessensverbandes. 

Beim Time Warp Festival, einem Festival elektronischer Musik, starben fünf Menschen an Designerdrogen. Daraufhin kündigte die Stadtregierung an, in nächster Zeit keine Genehmigungen für ähnliche Veranstaltungen mehr vergeben zu wollen. Das Time Warp Festival findet auch in Österreich statt.

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