Gemeinderat findet's okay

27. Februar 2018 14:11; Akt: 27.02.2018 14:50 Print

Deutsche lassen Hitler-Glocke weiter läuten

Der Gemeinderat von Herxheim am Berg hat entschieden, dass die über 80 Jahre alte Glocke aus der Zeit des Nationalsozialismus in der Kirche bleiben soll.

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"Alles fuer's Vaterland – Adolf Hitler" steht auf der umstrittenen Glocke im idyllischen Herxheim am Berg in Rheinland-Pfalz, auf der auch ein Hakenkreuz dargestellt ist. Nun hat der Gemeinderat – unter der Beobachtung eines riesigen Medienaufgebots – beschlossen, die Glocke aus der Zeit des Nationalsozialismus nicht entfernen zu lassen.

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Mit zehn zu drei Stimmen entschied das Gremium, dass die sogenannte Hitler-Glocke als "Anstoß zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht" erhalten bleiben soll. Der parteilose Bürgermeister Georg Welker, ein evangelischer Pfarrer im Ruhestand, wollte die Glocke nun auch wieder läuten lassen. Auch das hat der Gemeinderat beschlossen.

"Aufgeklärten Erinnerungskultur"

Die Glocke gehört der Gemeinde und hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Jakobskirche. Nachdem sie im vergangenen Jahr landesweit für Aufsehen gesorgt hatte, wurde sie Anfang September abgeschaltet.

Bürgermeister Welker unterbreitete im Gemeinderat ein Gutachten, dass zum Schluss kam, die Glocke als Denkmal einzustufen, und dass sie entweder in ein Museum gebracht oder im Kirchturm bleiben soll. Eine Entsorgung der Glocke sei "eine Flucht vor einer angemessenen und aufgeklärten Erinnerungskultur", steht in der Expertise.

Die Mehrheit im Gemeinderat hat nun entschieden, die Glocke hängen zu lassen, sie wieder in Betrieb zu nehmen und an der Kirche eine Gedenktafel anzubringen, die auf ihre Geschichte hinweist. Die Evangelische Kirche hatte zuvor angeboten, die Kosten für die Demontage der alten und die Anschaffung einer neuen Glocke zu übernehmen.

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(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guten Morgen am 27.02.2018 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Böse Kultur

    Da müssen aber viele Bauwerke fallen viele Kulturen und Zeiten haben ihre Schandmale.

  • Max Mustermann am 27.02.2018 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zur Geschichte stehen

    Die pöööhse, pöööhse Glocke. Wenn man sie abmontieren würde, könnte man Geschichte dadurch auch nicht rückgängig machen.

    einklappen einklappen
  • Dr. Döblinger am 27.02.2018 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so!

    Gute Entscheidung. Was kann denn die Glocke dafür? Dann müsste man die Swastika überall in Asien auch entfernen lassen...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ich am 28.02.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Am Besten die Kirche wegreißen und eine Moschee hinbauen - na klar

  • Stephan P. am 28.02.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ekelhaft

    Eine Frage an alle: Was habt ihr statt dem Geschichte- und Deutschunterricht gemacht?

  • Censorship am 28.02.2018 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Verstecktes Relikt...

    A) Sieht man das Teil genau, wenn man persönlich auf den Kirchturm geht... B) Gibt es immer noch Insignien der kommunistischen Diktaturen (inkl. Nachfolgeparteien).. C) Geben SED Verbrecher (Stasi, Funktionäre,..) offen Interviews im TV und niemand stört es...

  • Felix am 28.02.2018 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Kriege hat es immer schon gegeben, Menschen wurden immer schon verfolgt, Gruppen immer schon vernichtet,.....irgendwann ist es genug die eine Geschichte immer wieder aufzuwären denn es ist Teil unserer Geschichte. Es gab schlimmeres und dies wird heute nicht so aufgebauscht wie der 2te Weltkrieg. Soll die Glocke hängen und läuten denn viele wußten ja nichts von den Umständen der Glocke. Sie ist Teil einer Geschichte....

  • Gauf am 28.02.2018 06:01 Report Diesen Beitrag melden

    Vieles mehr

    Dann bitte auch gleich das Coloseum in Rom und die Pyramiden ìn Ägypten abreisen. Auch dort wurden Menschen versklavt und abgeschlachtet. Ich kann immer wieder nur den Kopf schütteln über was man sich aufregen kann.