Brunnen-Drama

28. Februar 2019 21:25; Akt: 28.02.2019 21:46 Print

Schlimme Vorwürfe im Fall Julen: Sind Retter schuld?

Böser Verdacht nach dem Brunnendrama in Spanien. Der kleine Julen soll erst durch die Arbeiten der Retter gestorben sein. Das behauptet ein neuer Bericht.

Foto der Rettungsarbeiten. (Bild: picturedesk.com)

Foto der Rettungsarbeiten. (Bild: picturedesk.com)

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Das Schicksal des zweijährigen Julen im spanischen Totalán hat ganz Europa schockiert. Er stürzte in ein 71 Meter tiefen Brunnenschacht, nach zwei Wochen fieberhaften Arbeitens konnten ihn die Rettungskräfte nur noch tot bergen.

Ein erster Obduktionsbericht nach dem Unglück kam zu dem Ergebnis, dass Julen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Zeitungen berichteten damals, dass der Zweijährige entweder sofort tot war oder noch am Tag des Sturzes gestorben sei. Der Aufprall habe ihn wohl getötet.

Widersprüchlicher Bericht
Dem widerspricht nun ein Bericht, den die Anwälte des Finca-Besitzers vorlegten, auf dessen Grundstück sich das Loch befand. Sie sehen die Schuld ausgerechnet bei jenen Menschen, die Julen zu retten versuchten.

Der Bericht will festgestellt haben, dass das Kind nicht durch den Sturz, sondern erst durch die Rettungsarbeiten starb. Aus den vorhandenen Informationen, beispielsweise Videoaufnahmen, könne man sich "erlauben anzunehmen", dass Julen "während der Rettungsarbeiten" starb.

Konkret hat der Bericht ein Werkzeug im Visier, das in den ersten Stunden nach Julens Sturz verwendet wurde. Mit einer Spitzhacke sollte ein Erdklumpen gelockert werden, der den Schacht blockierte: "Der Einsatz mit der Spitzhacke, insgesamt zehn Schläge, zwischen 17.30 Uhr und 21.00 Uhr am Unglückstag (Julen stürzte um 14 Uhr in den Schacht), ist das einzige, was die körperlichen Wunden am Kopf und am Schädel des Minderjährigen verursachen konnte", heißt es im Bericht.

Haare an der Hacke
Auch schreibt der Bericht von "acht Haaren des Kindes, drei davon mit Wurzel", die an einer Spitze des Werkzeugs vorhanden gewesen sein sollen. "Welche andere These als die des direkten Einflusses auf den Kopf des Kleinen kann das erklären?", steht im Bericht.

Die Anwälte wollen nun, dass die eingesetzten Feuerwehrleute, die Polizisten und diejenigen, die für die technische Planung und Durchführung verantwortlich waren, befragt werden.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tintifax am 28.02.2019 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schutzbehauptung ...

    ... des Fincabesitzers, damit man sich selbst aus dem Schussfeld rettet. Soll man Ersthelfer, die alles - und das unter Zeitdruck - versuchen, in derartigen Fällen zu helfen, für den Tod des Buben verantwortlich machen? Sowas von schäbig! Pfuiii!!!

  • Ben am 01.03.2019 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Vielleicht versteh ich da jetzt was falsch, aber.. Wenn auf einer Spitzhacke Haare kleben, dann wäre man ja schon ziemlich nah an den Buben heran gekommen, und dass nur wenige Stunden nach dem Sturz. Wozu hätte dann der Tunnel gegraben werden sollen?

  • Fabian Rolder am 28.02.2019 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuld

    Es ist immer einfach die Schuld jemand anderem zu geben, würde lieber zur Schuld stehen.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wienerberg am 01.03.2019 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    bedenklich

    es würde mich nicht wundern wenn man schon solche Meldungen liest, das mache vor solchen Hilfsaktionen dann lieber die Finger lassen. Statt Dank wird man dann noch für alles andere bezichtigt weil die eigentlichen Verantwortlichen für den Tod des Kindes einen schuldigen suchen.

  • Julian am 01.03.2019 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Das man nun Versucht JENE zu Mörder zu machen die Helfen wollten, Das nicht ALLE RETTUNGSVERSUCHE von Erfolg beschienen sind zeigen LEIDER Weltweite Vergleiche, Die Schuld trift den Landbesitzer & die Eltern, Es wird noch soweit kommen das man sich weigert zu Helfen zu Retten wen man als Dank dafür zum Mörder erklärt wird. Wieso haben NICHT die ELTERN oder der Grundbesitzer SELBER gegraben wen SIE es sowieso besser gemacht hätten.

  • Auch nur eine Meinung am 01.03.2019 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unglück

    Genausogut könnte mann auch Gott zur Verantwortung ziehen...

    • Gernot am 01.03.2019 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      von mir bekommen

      die Eltern 100% Schuld, so was kleines lässt man nicht unbeaufsichtigt.

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  • Ben am 01.03.2019 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Vielleicht versteh ich da jetzt was falsch, aber.. Wenn auf einer Spitzhacke Haare kleben, dann wäre man ja schon ziemlich nah an den Buben heran gekommen, und dass nur wenige Stunden nach dem Sturz. Wozu hätte dann der Tunnel gegraben werden sollen?

  • Case am 28.02.2019 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    Accusations

    1. Hätten die "Retter" nicht versucht, die Person zu befreien, wäre er definitiv verstorben. 2. Die "Retter" können nicht als solche bezeichnet werden, weil sie hier niemanden gerettet, sondern leider nur tot geborgen haben.