In der Schweiz

10. Mai 2019 17:25; Akt: 10.05.2019 17:34 Print

Schülerin verprügelt Lehrer vor ganzer Klasse

Gewalt gegenüber Pädagogen ist heute keine Seltenheit mehr. Auch in der Schweiz kam es zu einer brutalen Attacke auf einen Lehrer.

Lehrer an HTL Ottakring wird von Schülern schikaniert (Video: Leserreporter)
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Nachdem die Videos der Übergriffe an der HTL Ottakring in Österreich für massiven Wirbel und politische Konsequenzen sorgten, rückt das Thema Gewalt an der Schule auch in unseren Nachbarländern in den Fokus:

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Kurz vor Ostern stürmte etwa in Freiburg (Schweiz) eine Schülerin ins Klassenzimmer und attackierte den Lehrer massiv. Der 50-Jährige erlitt dabei Verletzungen an der Stirn. Er ist bis heute krankgeschrieben, da ihm der Angriff psychisch zu schaffen macht.

Da die Schülerin wiederholt den Unterricht gestört hatte, war sie zuvor von der Schule verwiesen worden, wie "watson.ch" mit Verweis auf "La Liberté" berichtet. Am Tag des Angriffs wollte sie sich ins Zimmer setzen, was der Lehrer jedoch untersagte.

Die Attacke ist in der Schweiz kein Einzelfall: In den letzten drei Jahren verprügelte ein 17-Jähriger an einer Berufsschule seine Lehrerin und in Schaffhausen drohte ein Schüler seinem Lehrer sogar mit dem Tod.

Ursache der Gewalt

Der Präsident des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, Beat Zemp, zeigt sich ob dieser Entwicklung besorgt. "Die Schüler spucken ihre Lehrer an, schubsen sie oder teilen sogar Schläge aus. Uns erreichen immer mehr entsprechende Meldungen", schreibt das Nachrichtenportal weiter. Konkrete Zahlen zu solchen Vorfällen gibt es bislang nicht. Zemp glaubt jedoch, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. In vielen Fällen seien die Opfer junge Lehrpersonen mit noch wenig Erfahrung.

Der höchste Lehrer der Schweiz sieht den Hauptgrund für die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Pädagogen darin, dass die Gewalt in der heutigen Gesellschaft immer mehr toleriert und die Sprache immer gewalttätiger werde.

In jeder 4. Schule Angriffe auf Lehrer

Eine in Deutschland durchgeführte Umfrage des Lehrerverbands Bildung und Erziehung (VBE) eröffnete im Vorjahr einen erschreckenden Blick in die dortigen Klassenzimmer. 1.200 Schulleiter wurden dafür befragt. Knapp die Hälfte gab an, in den vergangenen fünf Jahren Fälle von psychischer Gewalt gegenüber Lehrern an ihren Schulen gehabt zu haben.

Wie "welt.de" berichtete, wurden zudem an einem Fünftel der Schulen Lehrer Opfer von Belästigungen und Diffamierungen über das Internet. Und: An jeder vierten Bildungseinrichtung wurden Lehrkräfte auch schon körperlich angegriffen.

Alle Videos und Artikel zum Mobbing-Skandal an der HTL Ottakring auf einen Blick >>>

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe heute am 10.05.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wahnsinn...

    was ist bloß mir einige los. vor 10 Jahren hatte sowas noch nie gegeben.

    einklappen einklappen
  • MElisabeth1964 am 11.05.2019 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld ist das Elternhaus!

    Die Eltern sind Schuld, denn sie haben auf ganzer Linie bei der Erziehung versagt!

  • Börny Geitner am 10.05.2019 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher..

    wars umgekehrt! Ich hab nicht eine kassiert, wenn ich frech war, oder die schlechte Schularbeit nicht von den Eltern unterschrieben wieder retour brachte. Warum auch immer, es hat sich sehr viel geändert in den letzten Jahren!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peter Lüdin am 12.05.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Die

    Kindererziehung hat sich inzwischen fast vollständig vom Elternhaus in die Schule verlagert. Diese Zeit fehlt dann der Schule bei der Wissensvermittlung. Wenn einzelne Schüler dann noch den Unterricht stören, muss die Schulleitung die Möglichkeit haben, diese vom weiteren Unterricht auszuschliessen. Da gehört einiges geändert im System. Eigene Klassen für Auffällige wären ein Weg in die richtige Richtung.

  • ThTs am 11.05.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    The truth doesnt make a noise

    Das ist das Ergebnis, wenn man die Erziehung seiner Kinder von Anfang an dritten überlässt. Glaubt den wirklich jemand, dass in den Kindergärten bzw Kinderhorte irgendjemand ein Interesse hat an einer vernünftigen Erziehung der Kinder???? Wer das glaubt, dem ist nicht wirklich zu helfen. Ich glaube das schon seit Jahrzehnten nicht und ich hatte recht. Wenn man sich die Respektlosigkeit und Verrohung de jungen Menschen anschaut, muss man keine weiteren Studien starten. Man muss aber auch ehrlich sagen, das ein Großteil der jungen Menschen eine vernünftige Erziehung haben.

  • Wm am 11.05.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Ein verdientes Erbe,hat man doch jede Kontrolle über die Erziehung der Eltern ohne Kontrolle überlassen. Das schöne man denkt doch nicht mal in die richtige Richtung,time out Klassen ein bißchen Kindergeld streichen, mehr Psychologen(hat man ja das letzte Jahrzehnt wie Hasen gezüchtet)und dann sind die Politiker schon am Ende der Fahnenstange Ich freue mich in ca 1-2Jahren dann wird man über ein versagen der Programme reden,oder es wird totgeschwiegen Wenn Anarchie herrscht können sie mich dann gerne um Rat fragen Gottseidank habe ich keine Kinder aber um die 5000 Burschen mit/ausgebildet

  • MElisabeth1964 am 11.05.2019 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld ist das Elternhaus!

    Die Eltern sind Schuld, denn sie haben auf ganzer Linie bei der Erziehung versagt!

  • Lehrerin am 10.05.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Jugend von heute

    Die Kinder & Eltern erwarten sehr viel von den Lehrer/innen. Es gibt kein Respekt mehr gegenüber der Lehrer.. die Kids sind sehr verwöhnt und weil die Eltern schlecht über sie Lehrer& Pädagogen schlecht reden, haben die Kinder keinen respekten Umgang mit den Pädagogen. Es ist echt viel schlimmer geworden. Bin selbst eine Lehrerin und sehe es, was die Kids sich heutzutage erlauben. Die Eltern müssen den Lehrern unterstützen..! Früher habe die Eltern für die Lehrer gearbeitet und jetzt wird es gegen die Lehrer gearbeitet. Schade!