Achtung! Video zeigt Gewalt

27. Februar 2018 13:05; Akt: 27.02.2018 15:20 Print

So grausam werden Rinder für Burger gequält

Undercover-Aufnahmen des SOKO Tierschutzes zeigen schwere Misshandlungen in einem Bio-Schlachthof. McDonald's kündigte die Zusammenarbeit.

Undercover Aufnahmen vom SOKO Tierschutz

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Laut dem SOKO Tierschutz kann das Fleisch dieser Rinder potenziell in jedem Supermarkt, Bio-Laden, Restaurant, Burger oder beim Metzger liegen. Ziemlich sicher auch in Österreich, wie Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz berichtet. Erst am vergangenen Freitag holte ein 40-Tonner mit österreichischem Kennzeichen Fleisch aus dem Betrieb ab.

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Es stammt von dem deutschen Schlachthof Hynek – einem Fleischlieferanten von Fast-Food-Läden. Diese Undercover-Aufnahmen zeigen, wie grausam Rinder dort gequält werden. "Kein Einzelfall, sondern System", sagt SOKO Tierschutz. In diesem Fall sogar mit Bio-Kennzeichnung.

Videos zeigen Tierquälerei

Rinder, die bei unzureichender Betäubungen zuckend zum Entbluten auf dem Schlachthaken hängen. Elektroschocks ins Gesicht oder den Anus. Unnötige Gewalt und Schläge mit Eisenstöcken - diese und andere Verstöße gegen den Tierschutz zeigen jüngst veröffentlichte Undercover-Aufnahmen des Vereins SOKO Tierschutz.

Überwachungskameras sinnlos, Tierärzte untätig

Kaum zu glauben: Oftmals steht ein Veterinärmediziner unmittelbar daneben wenn ein Tier misshandelt wird – sieht die Verstöße, bleibt dennoch untätig.
Ebenso wenig erweisen sich die vom Schlachthof selbst installierten Überwachungskameras als geeigneter Schutz vor Tierquälerei. Jeder Verstoß wurde dokumentiert. Doch wo kein Kläger,...

Die Aufnahmen stammen aus dem Schlachthof Hynek in Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg/Deutschland). Mitglieder des Vereins SOKO Tierschutz montierten darin versteckte Kameras. Der Betrieb gehört "OSI Food Solutions Germany".

Das deutsche TV-Format Spiegel TV veröffentlichte im Februar 2018 das schockierende Video-Material. Laut mehreren Medienberichten wurde der Schlachthof in Tauberbischofsheim nach der Ausstrahlung geschlossen. Wie Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz berichtet, wird dort jedoch nach wie vor gearbeitet. Erst vergangen Freitag holte ein Kühllaster mit österreichischem Kennzeichen Fleisch aus dem Betrieb ab.

McDonald's reagierte auf Aufdecker-Video

Der Fast-Food-Konzern stellte nach Bekanntwerden des Videos die Lieferbeziehung zum Schlachthof ein: "Die uns vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb. Dies ist für uns nicht akzeptabel. Wir haben den Bezug von Fleisch von besagtem Schlachthof unmittelbar nach Kenntnis der Vorwürfe bis auf weiteres einstellen lassen" , heißt es von McDonald's.

Hier lesen Sie die Stellungnahme von McDonald's zu den Enthüllungen.

Tierquälerei auch in anderen Betrieben

Wie weitere Video-Aufnahmen verdeckter Ermittlungen des SOKO Tierschutzes zeigen, ist dies kein Einzelfall.

Im Oktober und November 2017 ermittelte der SOKO Tierschutz undercover im Schlachthof Frenken in Düres (Deutschland). Die Aufnahmen verstören. Obwohl der Schlachtbetrieb bio-zertifiziert ist und über ein sechsköpfiges Veterinärteam verfügt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • martin k. am 26.02.2018 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    bio fleisch ohne stresshormone bei mc ??

    und sich mit einem bio certifikat schmücken eine frechheit. mc donalds stellungnahme einfach billig

  • Das omen am 26.02.2018 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    nicht verwunderlich

    ich habe einmal in österreich mit einem amtstierarzt über solche vorfälle gesprochen. der hat allerding auch genau von solchen vorfällen berichtet. sein argument war das man nicht wisse ob die geräte zum betäuben auch wirklich funktionieren. deswegen kommt es immer wieder zu solch szenen. er meinte es sei von betrieb zu betrieb unterschiedlich aber man kennt durchaus solche firmen auch in österreich.

    einklappen einklappen
  • DANKE am 27.02.2018 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kauf mir ein Schloßßß

    Wer mach die Politik und die Gesetze? Nicht die armen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Antonietta/Tumminello am 28.02.2018 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Klimakiller Nr. 1

    Die Tierwirtschaft, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist in hohem Maße für den Klimawandel verantwortlich. Je nach Studie werden ihr bis zu 51 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgase zugeschrieben. Die Emissionen entstehen zum einen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere. Besonders Wiederkäuer wie Rinder verursachen viel Methan, weshalb das klimarelevanteste Lebensmittel Butter, gefolgt von Rinderfleisch ist. Durch die hohe Menge des Konsums ist allerdings Schweinefleisch am klimaschädlichsten. Zum anderen entstehen Emissionen indirek

  • Nicht hin schauen am 27.02.2018 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Seitenblicke

    Macht nix bei einen super Essen schnell vergessen.

  • DANKE am 27.02.2018 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kauf mir ein Schloßßß

    Wer mach die Politik und die Gesetze? Nicht die armen

  • Penelope am 27.02.2018 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt da eine interessante Doku

    Heißt "Earthlings", sollte man mal gesehen haben. Und nein, bin selbst keine Vegetarierin.

  • Lustige Leute am 27.02.2018 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Missbrauch Mochoritsch Kärnten

    Der Verein gegen Tierfabriken hat einen Schweinemastskandal in Kärnten aufgedeckt: Im Traditionsbetrieb Mochoritsch in der Nähe des Klopeinersees sollen Tiere nicht EU-konform geschlachtet worden sein. Die Eigentümer sichern Transparenz zu, um den Fall aufzuklären. Die Eigentümer des Schweinemastbetriebes, Familie Jernej, führt unter anderm die Raststation Mochoritsch auf der Südautobahn und das Gasthaus Mochoritsch in Rückersdorf.