Osteranschläge

14. Juni 2019 16:45; Akt: 14.06.2019 18:00 Print

Terror in Sri Lanka: Hauptverdächtiger gefasst

Bei den Anschlägen am Ostersonntag in Sri Lanka sind über 250 Personen um Leben gekommen. Ein Hauptverdächtiger wurde festgenommen.

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Aufräumarbeiten nach dem Terror: Sicherheitspersonal überprüft die Kirche St. Sebastian in Negombo. Mindestens 290 Menschen sind tot, weitere 500 verletzt. In Sri Lanka kam es am Ostersonntag zu mehreren Explosionen. In den Sozialen Medien kursieren Bilder aus dem Innern der Kirche St. Sebastian in Batticaloa. Priester bringen sich nach der Explosion in Kochchikade in Sicherheit. Die Detonationen ereigneten sich in mehreren Kirchen und Luxushotels. Verwüstung in der römisch-katholischen St.-Sebastians-Kirche in Negombo. Mindestens 67 Menschen starben beim Anschlag auf die römisch-katholische Kirche. Im Luxushotel Shangri-La in Colombo detonierte ebenfalls ein Sprengsatz. Die Zionskirche in Batticaloa, rund 280 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo, wurde ebenfalls zu einem Schauplatz des Terrors. Die ersten sechs Explosionen fanden innerhalb einer Stunde statt. Später ereignete sich noch eine siebte und eine achte Detonation. In Orugodawatta, einem Vorort im Norden der Hauptstadt Colombo, riss ein Selbstmordattentäter nach Polizeiangaben drei Polizisten mit in den Tod. Entsetzen und Trauer im ganzen Land. Die Opferzahl steigt laufend. Auch mehrere Ausländer wurden getötet. Sieben Personen wurden verhaftet. Die Regierung spricht von einer koordinierten Aktion mit dem Ziel, "Tod und Chaos" über das Land zu bringen. Österreich hat seine Reisehinweise für Sri Lanka nach den Anschlägen angepasst. Die Behörden verhängten eine Ausgangs- und eine Social-Media-Sperre im Land. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete am Dienstag (23. April), dass sich die Organisation IS zu den Terror-Anschlägen bekennt.

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Nach den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka mit mehr als 250 Toten ist ein Hauptverdächtiger gefasst worden. Der 29-jährige Mann aus Sri Lanka sei im Nahen Osten festgenommen und am Freitag zusammen mit vier anderen Verdächtigen an das Land ausgeliefert worden, teilte die Polizeiorganisation Interpol mit.

Der 29-jährige Ahamed Milhan Hayathu Mohamed wurde mit so genannter Red Notice wegen Terrorismus und Mordes von der Polizeiorganisation gesucht. Interpol gab keine Details darüber bekannt, in welchem Land er im Nahen Osten gefasst wurde.

Experten schon länger im Einsatz

"Die Festnahme und Auslieferung eines der Hauptverdächtigen der Bombenanschläge in Sri Lanka ist ein wichtiger Schritt in der laufenden Untersuchung", erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock laut Mitteilung.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol schickte bereits kurz nach den Anschlägen ein Experten-Team nach Sri Lanka. Das Team wurde auf Ersuchen der sri-lankischen Behörden eingesetzt und sollte die Ermittlungen nach der Anschlagsserie unterstützen. Es bestand aus Spezialisten mit Expertise in den Bereichen Tatortuntersuchung, Sprengstoff, Terrorismusbekämpfung und Opferidentifizierung.

Am Ostersonntag im April hatten neun Selbstmordattentäter Anschläge unter anderem auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels in Sri Lanka verübt. Dabei kamen mehr als 250 Menschen ums Leben.

IS-Terrormiliz will verantwortlich sein

Die Attentäter gehörten nach Angaben der Regierung einer einheimischen Islamistengruppe an, die der Hassprediger Mohammed Zaharan gegründet hatte. Er sprengte sich in einem der Hotels in die Luft. Indische Geheimdienste hatten Sri Lanka vorab über Anschlagspläne von Zaharans Gruppe gewarnt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

Nach den Anschlägen war es in Sri Lanka zu Unruhen gekommen; mindestens ein Mann kam dabei ums Leben. Die überwiegend buddhistischen Singhalesen stellen die Mehrheit der Bevölkerung in dem Inselstaat. Es hatte bereits seit einiger Zeit Spannungen und Gewalt zwischen Singhalesen und der muslimischen Minderheit gegeben – diese macht rund zehn Prozent der knapp 21 Millionen Sri Lanker aus.

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(red)

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