Unglück am Djatlow-Pass

14. Februar 2019 18:00; Akt: 14.02.2019 18:49 Print

Was ist damals am "Berg des Todes" passiert?

von Fee Riebeling - Vor 60 Jahren starben am Djatlow-Pass in Russland neun Ski-Wanderer einen grauenvollen Tod – wie und weshalb ist immer noch ein Rätsel. Nun soll erneut ermittelt werden.

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60 Jahre ist es her, dass am in Russland eine Gruppe Wanderer unter mysterösen Umständen ums Leben kam. Nun sollen neue Ermittlungen Licht ins Dunkel der Geschehnisse am "Berg des Todes" bringen. Was man bisher weiß: Acht Männer und zwei Frauen wollten 1959 zum Berg Otorten wandern. Doch dort kamen sie nicht an. Stattdessen wurden sie später tot und grob entstellt aufgefunden. Die Umstände sind bis heute ungeklärt. Zwar galt die Route damals aufgrund des Wetters und des hohen Schnees zu dieser Jahreszeit als sehr schwierig. Eigentlich wollten die Expeditionsteilnehmer schon am ersten Tag den Djatlow-Pass queren, mussten aber stattdessen ihr Nachtlager beim Cholat Sjachl (Berg des Todes) aufschlagen. Als die Leichen der Studenten in den eisigen Berghängen gefunden wurden, wiesen sie unglaubliche Verletzungen auf. Als die Leichen der Studenten in den eisigen Berghängen gefunden wurden, wiesen sie unglaubliche Verletzungen auf. Was mit den neun Wanderern passiert ist, ist bis heute offen, was Spekulationen befeuert. Im Bild: Grabstein für die Verstorbenen in Jekaterinburg. Es gibt zahlreiche wilde Theorien: Verdächtigt werden wahlweise das Nomadenvolk der Mansen, biologische Phänomene wie die sogenannte Hyperthermie-Demenz, Blitze oder sogar ein russischer Yeti Andere wiederum sind davon überzeugt, dass es ein Massaker durch Aliens gewesen ist. Doch es gibt auch die These, dass die Gruppe von einer streng geheimen, sowjetischen Waffe getötet worden sein soll. Solch haarsträubende Theorien könnten zumindest eine Erklärung für die radioaktive Kontamination, die plötzliche Alterung und das abwiegelnde Verhalten der offiziellen Stellen liefern. Jetzt sollen in dem ungelösten Fall erneut Ermittlungen aufgenommen werden. Das gab Generalstaatsanwalt der Oblast Swerdlowsk, Andrei Kurjakow (l.), am 4. Februar bekannt. So sollen in den kommenden Monaten drei mögliche Ursachen neu untersucht werden: Lawine, Wirbelsturm und Schneebrett. Dafür wollen sie in einem sogenannten Reenactment-Experiment den vermuteten Ablauf jener Nacht nachspielen. Auch die Exhumierung der Opfer ist angedacht. Der Plan gefällt nicht allen. Kritiker monieren, dass von den zahlreichen Theorien ausgerechnet die drei geprüft werden sollen, die damals bereits ausgeschlossen worden waren und am wenigsten wahrscheinlich sind.

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16 Tage – so lange hätte die Wanderung der russischen Studenten zum Berg Otorten im Uralgebirge eigentlich dauern sollen. Doch die jungen Männer und Frauen, die am 25. Januar 1959 aufgebrochen waren, kamen nie am Ziel an.

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Stattdessen starben sie in der Nacht auf den 2. Februar 1959 unter mysteriösen Umständen. Zwar sprachen die offiziellen Stellen seither davon, dass sie erfroren seien. Doch bis heute gibt es Zweifel an der Version.

Radioaktivität widerspricht offizieller Todesursache

So waren die Leichen teilweise nackt, ihre Schädel eingeschlagen und die Rippen gebrochen. Einer Leiche sollen Zunge und Augen gefehlt haben. Zudem waren die Toten über Nacht ergraut und ihre Kleidung strahlte radioaktiv. (Die gesamten Umstände von damals lesen Sie hier)

60 Jahre später haben die russischen Behörden erklärt, Licht ins Dunkel bringen zu wollen. So sollen in den kommenden Monaten drei mögliche Ursachen neu untersucht werden: Lawine, Wirbelsturm und Schneebrett.

Konkrete Pläne, kritische Stimmen

Dafür wollen sie in einem sogenannten Reenactment-Experiment den vermuteten Ablauf jener Nacht nachspielen und mithilfe alter Medienberichte und Zeitzeugenaussagen das Verhalten der Opfer in Extremsituation neu einschätzen. Auch deren Exhumierung ist angedacht.

Der Plan gefällt nicht allen. Kritiker monieren, dass von den zahlreichen Theorien ausgerechnet die drei geprüft werden sollen, die damals bereits ausgeschlossen worden waren und am wenigsten wahrscheinlich sind.


Im Film "Devil's Pass" (2014) will eine Gruppe US-Studenten den Todesfällen am Djatlow-Pass auf den Grund gehen – und kommt selbst ums Leben. (Video: Ascot Elite Entertainment)

Jede Menge absurde Theorien

Theorien zu der Nacht, in der die neun Studenten zu Tode kamen, gab und gibt es viele. Tatsächlich soll es im Laufe der Zeit bis zu 90 verschiedene Erklärungsversuche gegeben haben. So könnten etwa die Zelte von Blitzen getroffen worden sein, was bei der Wandertruppe zu Verwirrung und Panik geführt haben könnte. Das würde zumindest die zerrissene Kleidung der Opfer und das Fehlen der Augen und Zungen erklären.

Zwischenzeitlich war der Verdacht auch auf das Nomadenvolk der Mansen gefallen, die im Norden des Urals leben. Sie wurden verdächtigt, die Wanderer ermordet zu haben. Allerdings fanden sich nie Belege für diese Annahme.

Eine weitere Erklärung hat die sogenannte Hyperthermie-Demenz im Fokus. Wer eine solche entwickelt, überhitzt plötzlich, vergisst, wie kalt es wirklich ist und entkleidet sich. Das hätte im Fall der Studenten tatsächlich tödlich geendet. Denn in jener Nacht herrschten in der Unglücksregion Temperaturen um minus 25 Grad Celsius.

Geheime Raketenstarts?

Forscher und Dokumentarfilmer Mike Libecki hingegen glaubt, dass der Menk die jungen Leute tötete. So nennen die Russen den Yeti.

Eine weitere Theorie stammt von dem UFO-Experten Paul Stonehill. Er ist davon überzeugt, dass es das Werk von Außerirdischen gewesen ist. "Diese Menschen wurden ermordet. Aber der Täter war kein Mensch." Dafür sprächen die Berichte von anderen Wanderern, die von orangefarbenen Kugeln am Himmel berichtet hatten.

Geheime sowjetische Waffe

Auf die Feuerkugeln am Himmel stützt sich auch eine weitere Theorie. Laut dieser könnte die Gruppe von einer streng geheimen, sowjetischen Waffe getötet worden sein. Zwar ist dies von den Behörden immer bestritten worden, doch es gibt auch andere Stimmen – wie die von Ria Bartholomej, der Frau eines der Weggefährten der Opfer.

Sie bezieht sich dabei auf ein Buch des russischen Militärs, wie Stern.de sie unter Berufung auf eine russische Nachrichtenagentur zitiert: "Uns wurde weisgemacht, dass es Anfang Februar [1959] keine Raketenstarts gab, und plötzlich taucht ein Buch auf, das auf 1204 Seiten alle Raketenstarts dieser Zeit dokumentiert."

Demnach kam es am 2. Februar um 6 Uhr morgens während eines Raketenstarts von Kapustin Jar – einem einst sowjetischen und jetzt russischen Raketentestgelände – zu einer Notsituation, nach welcher das Manöver abgebrochen werden musste. Möglicherweise sind die Wanderer deswegen ums Leben gekommen.

War der Geheimdienst am Werk?

Ob es sich bei der erwähnten Rakete um eine mit Atomsprengköpfen handelte, ist nicht überliefert. Und so gibt es auch verschiedene Ansätze, die radioaktiv strahlende Kleidung der Opfer zu erklären.

Während einige Quellen davon sprechen, die Radioaktivität stamme aus atomaren Forschungsstätten, in denen mehrere Opfer gearbeitet haben sollen, vermuten andere wie der Buchautor mit dem Pseudonym Aleksej Rakitin, dass es etwas mit dem sowjetischen Geheimdienst, dem KGB, zu tun haben könnte.

Wie Rakitin in seinem 2018 auf Deutsch erschienenen Buch "Die Toten vom Djatlow-Pass. Eines der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges" schreibt, hatten drei der Wanderer Verbindungen zum KGB und sollten eine auf Pullovern und Hosen angebrachte Probe mit radioaktiven Strontium-90s an westliche Geheimagenten übergeben. Jedoch sei der Plan gescheitert und die Truppe habe umgebracht werden müssen.

Ob an all den Theorien etwas dran sein könnte oder ob sie ins Reich der Verschwörungstheorien gehören, ist nach wie vor offen. Es ist jedoch fraglich, ob die neu angestoßene Untersuchung hier Klärung bringen kann.

Welche Variante halten Sie für am glaubwürdigsten? Oder haben Sie sogar noch eine andere Idee? Erzählen Sie uns davon – in den Kommentaren!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Idiocracy am 17.02.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das Me... Dings wars

    Wo die "weibliche" Form davon jetzt in Deutschland sein Unwesen treibt ;)

  • Nico am 14.02.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Meine Theorie ist dass es die USA war. Das Antlitz des Bösen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Idiocracy am 17.02.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das Me... Dings wars

    Wo die "weibliche" Form davon jetzt in Deutschland sein Unwesen treibt ;)

  • Nico am 14.02.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Meine Theorie ist dass es die USA war. Das Antlitz des Bösen