Trotz konkreter Begründung

13. März 2018 16:14; Akt: 13.03.2018 17:56 Print

VW darf mutmaßlichen Islamisten nicht kündigen

Samir B. wollte in den Dschihad ziehen und drohte Kollegen mit dem Mord. Das Unternehmen kündigte ihn. Jetzt zog B. vor Gericht - und gewann.

Samir B. war vor Gericht erfolgreich. (Symbolfoto) (Bild: picturedesk.com)

Samir B. war vor Gericht erfolgreich. (Symbolfoto) (Bild: picturedesk.com)

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Der 30-Jährige betrat das Landesgericht Hannover am Montag in Jogginghose. Er klagte gegen seinen Arbeitgeber Volkswagen, der ihn bereits 2016 gekündigt hatte. Der Grund: Samir B. wollte offenbar nach Syrien und sich der Terror-Miliz ISIS anschließen.

Volkswagen befürchtete, dass der Angestellte einen Anschlag auf ihrem Werksgelände verüben könnte. Bei Betriebsversammlungen waren beispielsweise bis zu 10.000 Menschen anwesend.

Am Flughafen gestoppt

Auch der Freundeskreis von Samir B. scheint die Vermutungen von VW zu bestätigen: Ein Foto auf Facebook aus dem Jahr 2014 zeigt den 30-Jährigen in einem Restaurant mit Bilel H. und Houssem H. - beide schlossen sich dem IS an, beide sind tot.

Er selbst wurde Ende 2014 am Flughafen Hannover gestoppt. Im Gepäck: 9.350 Euro in Bar, sowie eine Drohne.

Auch soll Samir B. in Fußgängerzonen den Koran verteilt haben. Immer wieder wurde er mit dem Islamisten Pierre Vogel gesehen. Und: Der 30-Jährige soll zu seinen Kollegen mehrmals gesagt haben, dass sie "alle sterben" werden.

Kündigung ist unwirksam

Für Volkswagen gab es keine andere Möglichkeit: Samir B. musste gekündigt werden. Auch bot man ihm einen Vergleich über 65.000 Euro, inklusive sauberem Arbeitszeugnis - man wollte ihn einfach loswerden.

Nützt alles nichts. Die Anwälte von Samir B. lehnen den Deal einfach ab. Am Montag verkündete der Richter dann das überraschende Urteil: Die Kündigung ist unwirksam!

Konkret heißt das, der mutmaßliche Islamist darf weiterhin für VW arbeiten. Der Autobauer hält die Kündigung weiterhin für berechtigt. Man will nun vor das Bundesarbeitsgericht ziehen.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mia am 13.03.2018 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach

    skandalös was da in Deutschland abgeht.

  • Kritischer Geist am 13.03.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Widerspruch

    Irgendwie ein Widerspruch: Ein Islamist, der Demokratie und Rechtsstaat ablehnt, beruft sich auf demokratisch zustandegekommene Gesetze und das rechtsstaatliche Urteil eines Gerichtes. Und Deutschland in seiner Toleranzbesoffenheit glaubt, man müsse die Intoleranz tolerieren, weil alles andere Faschismus wäre. Gute Nacht zivilisierte Welt!

  • Heimatland am 13.03.2018 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben Mitarbeiter ein Recht auf Sicherheit?

    Nicht zu fassen! Ein Betrieb (in diesem Fall VW) darf einen bekennenden Islamisten nicht kündigen, obwohl er Mitarbeiter mit Mord bedroht hat. Von der angebotenen Abschlagszahlung gar nicht zu reden! Was ist da los?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wien am 14.03.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Also ins Gefängnis muss er nicht und gekündigt hat wird er auch nicht :) Ich will mit meiner Familie das Land nur noch verlassen es ist den Untergang geweiht. Als moslem wird dir alles zu Füßen gelegt

  • Karl Enigl am 14.03.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Justiz

    Die Urteilsbegründung würde ich gerne lesen. Wahrscheinlich einige Seiten Zitate aus dem Gesetz, die mit der Sache sicher nichts zu tun haben und dem eingeflochtenen Hinweis, der Kläger hat recht. So macht man, ohne sich verantworten zu müssen, Fehlurteile. Solang Richter für solche Entscheidungen nicht belangt werden, geht solche Willkür munter weiter.

  • VORMALS Peter am 14.03.2018 02:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IN DEUTSCHLAND

    ist die Justiz ja noch dümmer wie bei uns in Österreich! Ihr lieben Deutschen bedankt euch bei eurer Merkel!

  • Karl am 13.03.2018 23:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Schwachsinn. Münchhausen lässt grüßen. Jede Privatfirma kann kündigen wen und wann sie will - sie muss halt die Kündigungszeit einhalten.

  • Reini A. am 13.03.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Soweit...

    ist es also schon gekommen. Aber ich kaufe eh schon seit Jahren keinen VW mehr.