Verbrechen oder Suizid?

30. Juni 2017 15:46; Akt: 30.06.2017 15:56 Print

Wieder mysteriöser Tod auf "Mordinsel" Koh Tao

Die Leiche von Elise hing an einem Baum. "Suizid", sagt die Polizei. "Niemals", sagt die Mutter der Belgierin. Die "Mordinsel" Koh Tao macht wieder Schlagzeilen.

Mutter Michele mit ihrer Tochter Elise.

Zum Thema
Fehler gesehen?

"Meine Tochter wurde ermordet. Die thailändische Polizei will das unter den Teppich kehren, weil sie sich um den Ruf der Insel sorgt." Diese Anschuldigungen erhebt die Belgierin Michele Van Egten. Die Leiche ihrer Tochter Elise war Ende April auf Koh Tao gefunden worden.

Die kleine Insel im Golf von Thailand gerät wegen Todes- und Vermisstenfällen unter Touristen immer wieder in die Schlagzeilen. Als dort die Briten Hannah Witheridge und David Miller im September 2014 ermordet worden waren, erhielt Koh Tao von der Presse den Spitznamen "Mordinsel" verpasst – auch jetzt wieder.

Viele offene Fragen
Der Tod von Elise Dallemange (30) wirft einige Fragen auf. Die thailändische Polizei geht von einem Suizid aus. Sie fand die Leiche an einem Baum hängend in der Tanote-Bucht, wo sie mindestens drei Tage gehangen haben und von Tieren angefressen worden sein soll. Die Identifizierung war nur anhand von Zahnabgleichen möglich, die Elises Eltern aus Belgien geschickt hatten. Ein Abschiedsbrief wurde nie entdeckt.

Dass ihr Kind sich in Thailand das Leben genommen haben könnte, will Mutter Michele nicht glauben. Elise, die auf der Nachbarinsel Koh Phangan in einem Yoga-Camp arbeitete und lebte, sei kurz vor ihrer Heimkehr nach Belgien gewesen. Sie habe bereits ein Rückflugticket nach Bangkok gekauft und sollte am 24. April von dort nach Brüssel fliegen, sagt die Mutter.

Zudem habe sie kurz vor dem Verschwinden mit ihrer Tochter über Skype telefoniert: "Sie war fröhlich und glücklich wie immer. Sie erzählte mir, dass sie zunächst bei ihrem Bruder unterkommen wolle, sie war ganz aufgeregt", so die Mutter gegenüber dem belgischen "Nieuwsblad".

Unter falschem Namen
Wieso Elise überhaupt auf die kleine, rund eine Bootsstunde von Koh Phangan entfernte Insel gereist war, ist unklar. Mysteriöserweise tauchte später Elises Gepäck auf – in Chumphon auf dem Festland. Die Mutter ist auch ratlos, wieso Elise sich auf Koh Tao unter einem falschen Namen im Triple B Resort eingetragen hatte. Wollte sie sich vor jemanden verstecken? War sie vor jemandem auf der Flucht?

Mutter Michele, die Anfang Mai auf Koh Tao war, wartet noch immer auf den abschließenden Autopsiebericht aus Bangkok, wo Elises Leiche zur Obduktion entsandt und dann eingeäschert wurde. Bislang habe sie auch keinen polizeilichen Ermittlungsbericht erhalten. Anfangs Mai sei ihr lediglich das Foto einer kaum erkennbaren Frau mit langen braunen Haaren vorgelegt worden, die an einem Strick von einem Baum hing.

Die Mutter sucht Zeugen
Die Familie der Verstorbenen hat auf Facebook eine Seite eingerichtet und bittet Zeugen um Hinweise. Sie möchte erfahren, wer in den vergangenen Wochen auf Koh Phangan oder an den letzten Tage von Elise Dallemagne auf Koh Tao Kontakt zu ihr hatte oder sonstige Informationen liefern könnte.

Bis zu einem Hilfeaufruf der Mutter auf Facebook hatten die Behörden nicht über Elises Tod informiert – vermutlich, wie der deutschsprachige "Der Farang" schreibt, "um wilde Spekulationen zu unterbinden und den Tourismus nicht zu beschädigen".

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ingrid am 30.06.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Erhängt

    Für eine Mutter ist das furchtbar schrecklich.

    einklappen einklappen
  • Calimero am 30.06.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Restlose Aufklärung

    Da stimmt sicher etwas nicht ! Eine belgische Frau wurde tot aufgefunden - ihr Körper, der von Eidechsen halb gegessen wurde - auf Koh Tao in Thailand und machte sie zum siebten Todesfall am touristischen Hotspot, bekannt als "Todesinsel".

    einklappen einklappen
  • hueher am 01.07.2017 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Thailändische Todesinseln sollten gemieden werden

    Ich kenne Thailand da ich teilweise dort lebe, und kann nur jeden warnen, besonders junge Frauen NICHT AUF DIESE INSELN ZU FAHREN !! Es gab und gibt immer wieder misteriöse Todesfälle dort und die Behörden wie die Polizei alles verschweigt, weil der Polizeichef korrupt ist. Besonders die Mondscheinparties auf KhoPangan sind eine üble Abzocke und gefährlich besonders für Frauen......... Ich darf erinnern an den Mord an einer Engländerin vor 2 Jahren, wo der Sohn des Polizeichefs als Täter entdeckt wurde, aber was geschah mit ihm, nichts, es wurden 2 unschuldige Fischer aus Myanmar verhaftet !!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • hueher am 01.07.2017 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Thailändische Todesinseln sollten gemieden werden

    Ich kenne Thailand da ich teilweise dort lebe, und kann nur jeden warnen, besonders junge Frauen NICHT AUF DIESE INSELN ZU FAHREN !! Es gab und gibt immer wieder misteriöse Todesfälle dort und die Behörden wie die Polizei alles verschweigt, weil der Polizeichef korrupt ist. Besonders die Mondscheinparties auf KhoPangan sind eine üble Abzocke und gefährlich besonders für Frauen......... Ich darf erinnern an den Mord an einer Engländerin vor 2 Jahren, wo der Sohn des Polizeichefs als Täter entdeckt wurde, aber was geschah mit ihm, nichts, es wurden 2 unschuldige Fischer aus Myanmar verhaftet !!

  • Calimero am 30.06.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Restlose Aufklärung

    Da stimmt sicher etwas nicht ! Eine belgische Frau wurde tot aufgefunden - ihr Körper, der von Eidechsen halb gegessen wurde - auf Koh Tao in Thailand und machte sie zum siebten Todesfall am touristischen Hotspot, bekannt als "Todesinsel".

    • hueher am 01.07.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Korrupte Polizei

      Nicht 7 Tote Ausländer, es waren viel mehr, die korrupte Polizei verheimlicht, bzw. Versucht alles zu verheimlichen

    einklappen einklappen
  • Ingrid am 30.06.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Erhängt

    Für eine Mutter ist das furchtbar schrecklich.

    • hueher am 01.07.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht hinfahren.....

      Diese Inseln MUSS MAN MEIDEN!! Es wird immer gewarnt aber hunderte junge Frauen kommen immer wieder zur Mondscheinparty............es gibt schönere und sichere Orte in Thailand

    einklappen einklappen