"Historischer Moment"

24. April 2019 17:41; Akt: 25.04.2019 08:07 Print

Wirksamer Impfstoff gegen Malaria entwickelt

Am Mittwoch gab die WHO bekannt, dass nach dreißig Jahren endlich ein wirksamer Impfstoff gegen Malaria entwickelt werden konnte.

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"RTS,S" nennt sich jener Impfstoff, der dreißig Jahre lang von Forschern bearbeitet wurde. Am Mittwoch kündigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen "historischen Moment" an - das Mittel wirke gegen den in Afrika verbreiteten und gefährlichsten Malaria-Erreger "Plasmodium falciparum", eine Impfkampagne soll gestartet werden.

Impfungen bis 2022

Bis 2022 sollen rund 360.000 Kleinkinder gegen die gefährliche Krankheit geimpft werden. Dazu wolle man zunächst einen Pilotversuch in Malawi starten. Sollte dieser erfolgreich sein, sollen auch Ghana und Kenia ins Programm aufgenommen werden.

Die Impfung habe allerdings einige Tücken, erklärt die WHO. Eine Immunisierung alleine könne die Krankheit noch nicht verhindern, ergänzt Mary Hamel, Koordinatorin des Malaria-Impfprogramms bei der WHO.

Hohe Erfolgsrate

Der bisher größte Erfolg konnte in einer weit angelegten Studie festgestellt werden. Bei rund 15.000 Kindern konnte der Impfstoff rund 40 Prozent der Erkrankungen und 30 Prozent der schweren Malariafälle verhindern.

"Der Kampf gegen Malaria ist einer, in dem wir unvollkommene Werkzeuge nutzen. Die beste Wirkung können wir nur haben, wenn wir sie kombinieren", sagte Pedro Alonso, der Direktor des Malaria-Programms der WHO zur Nachrichtenagentur dpa. "Diese Malaria-Impfung verstärkt unseren Werkzeugkasten."

Praktische Umsetzung

Die Impfung alleine reiche daher nicht, sondern müsse von Aufklärungskampagnen begleitet werden. Diese sollen verhindern, dass Eltern nicht plötzlich auf andere Präventionsmittel - wie etwa Moskitonetze - verzichten.

Eine Herausforderung dürfte die praktische Umsetzung der Impfkampagnen werden. Für die volle Wirksamkeit müssen die Kinder nämlich vier Spritzen bekommen, dabei sollen die ersten drei im Alter von fünf bis neuen Monaten verabreicht werden, die vierte etwa im Alter von zwei Jahren. Eltern müssen, so die WHO, ihre Kinder daher gewissenhaft in den richtigen Zeitabständen zur Impfung bringen.

Malaria-Fälle nehmen wieder zu

Zuletzt ist die Zahl der weltweiten Malaria-Fälle wieder angestiegen. Laut der WHO kamen von 2016 auf 2017 gut zwei Millionen Fälle hinzu. Die Zahl der Erkrankten belief sich auf 219 Millionen, die der Todesfälle auf 435.000. Etwa 90 Prozent aller Erkrankungen passieren in Afrika.

Zwar gebe es bereits Mittel, die prophylaktisch wirken - die Menschen vor Ort können sich diese jedoch nur selten leisten. Dass nun ein wirksamer Impfstoff entwickelt wurde, der gegen die Parasiten eingesetzt werden kann, bezeichnet Alonso als "historischen Moment".

Malaria ist weltweit eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten und verbreitet sich mit enormer Geschwindigkeit. Meist wird das "Sumpffieber" durch Moskitos übertragen - jährlich sterben in Afrika alleine 250.000 Kinder daran. Der Impfstoff habe "das Potenzial, das Leben von Zehntausenden Kindern zu retten", so Ghebreyesus.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 25.04.2019 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Bevölkerungsexplosion

    Das ist leider die Kehrseite der besseren Gesundheitsvorsorge; die Säuglings- und Kinder-Sterblichkeit konnte ja tlw. stark gesenkt werden.

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  • Lauren am 24.04.2019 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wer es glaubt ...

    Afrika war schon immer eine Spiel Wiese für Wissenschaftler um alle möglichen Sachen zu testen (dort fällt es nicht auf) jetzt wollen sie ein Heilmittel gefunden haben? Das letzte mal waren in den Impfungen Mittel drinnen die bei Frauen zu einer verkümmerten Gebärmutter führte und sie Unfruchtbar wurden. Wird sicher wieder so etwas sein denn die Pharmaindustrie verschenkt nicht einfach solche Mittel ohne hinter Gedanken! Klagen werden diese armen Menschen auch niemanden also einfach weiter machen .... grausame Welt!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Paul am 25.04.2019 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Bevölkerungsexplosion

    Das ist leider die Kehrseite der besseren Gesundheitsvorsorge; die Säuglings- und Kinder-Sterblichkeit konnte ja tlw. stark gesenkt werden.

    • Tina am 25.04.2019 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Entwicklungshilfe

      Paul,liegt auch an der falschen Entwicklungshilfe;kein Geld für Familienplanung /Sprich FP 2020/Vasectomy etc.

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  • Lauren am 24.04.2019 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wer es glaubt ...

    Afrika war schon immer eine Spiel Wiese für Wissenschaftler um alle möglichen Sachen zu testen (dort fällt es nicht auf) jetzt wollen sie ein Heilmittel gefunden haben? Das letzte mal waren in den Impfungen Mittel drinnen die bei Frauen zu einer verkümmerten Gebärmutter führte und sie Unfruchtbar wurden. Wird sicher wieder so etwas sein denn die Pharmaindustrie verschenkt nicht einfach solche Mittel ohne hinter Gedanken! Klagen werden diese armen Menschen auch niemanden also einfach weiter machen .... grausame Welt!

    • Ralph am 25.04.2019 01:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lauren

      Sehen sie sich die Geburtenraten in Afrika an.. alleine das beweist daß sie falsch liegen und wieder nur gegen die zivilisierte Welt hetzen

    • Hypnos am 25.04.2019 06:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Lauren

      Haben sie hierfür Beweise? Die Mutmaßungen und Falschinformationen vieler Impfgegner lassen mich langsam an der Menschheit zweifeln

    • Merit am 25.04.2019 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Explodierende Bevölkerungszahl

      Lauren,leider explodiert die Bevölkerung Afrikas.Wäre endlich an der Zeit den Kaufman-Plan in Afrika anzuwenden.

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