Wissenschaftliches Netzwerk

15. Februar 2018 14:25; Akt: 15.02.2018 15:21 Print

Cannabis ist die Arzneipflanze des Jahres

Cannabis ist Arzneipflanze des Jahres 2018. Das wissenschaftliche Netzwerk für Arzneimittel HMPPA wählte den Hanf.

Cannabis hat mehr als 500 Wirkstoffe, sagen Mediziner. (Bild: iStock)

Cannabis hat mehr als 500 Wirkstoffe, sagen Mediziner. (Bild: iStock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Cannabis ist zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt worden. Der Hanf enthalte mehr als 500 Inhaltsstoffe, lobt das Netzwerk „Herbal Medicinal Products Platform Austria“ (HMPPA) der österreichischen Universitäten. Der Wirkstoff Tetrahydrocannabiol (THC) wird etwa zur Tumor-Schmerzbehandlung oder gegen Übelkeit bei Krebsbehandlung eingesetzt. Bald sind auch Arzneistoffe mit Cannabidiol (CBD) in Österreich erhältlich, die bei Epilepsien und Schizophrenie helfen.

Umfrage
Was halten Sie von Cannabis?
3 %
13 %
84 %
Insgesamt 556 Teilnehmer

Berauschend

Neben seiner berauschenden Wirkung lindert THC auch den Schmerz, weshalb es zusätzlich zu Opioiden bei Tumoren oder in der Palliativmedizin bereits eingesetzt wird, wie Georg Kress von der Abteilung für spezielle Anästhesie und Schmerzmedizin an der MedUni Wien ausführte.

"Cannabinoide können starke Opioide keinesfalls ersetzen, aber deren Wirkung steigern und deren Nebenwirkung wie Appetitmangel oder Übelkeit reduzieren", sagte Kress. Arzneimittel mit THC wurden bereits Mitte der 1980er-Jahre in den USA zugelassen, seit den 1990er-Jahren erfolgt der Einsatz auch bei Magersucht bei Tumor- und Aids-Patienten.

Nicht berauschend

Der Wirkstoff CBD wiederum ist ein nicht berauschender Inhaltsstoff der Cannabispflanze und unterliegt deshalb weder dem Arzneimittel-, noch dem Suchtmittelgesetz. Neben dem Einsatz bei frühkindlicher Epilepsie und Schizophrenie hilft Cannabidiol nach einer Knochenmark-Transplantation. Ein erster CBD-Arzneistoff soll in absehbarer Zeit - spätestens im kommenden Jahr - in Österreich auf den Markt kommen, versicherte der Mediziner.

Der Anbau

Angebaut wird der Drogenhanf von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Dort werden die Pflanzen unter streng kontrollierten Bedingungen kultiviert, um deren Inhaltsstoffe für Arzneimittel zu isolieren, sagte Chlodwig Franz von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. "Durch eine Ausnahmeregelung ist der medizinische Einsatz von cannabisbasierten Arzneimitteln erlaubt", betonte Brigitte Kopp vom Department für Pharmakognosie der Universität Wien. Für die Verordnung THC-hältiger Präparate ist ein Suchtgiftrezept - die "Suchtgift-Vignette" - erforderlich.

Jährliche Wahl

Die Wahl zur Arzneipflanze wird jedes Jahr vom 2006 gegründeten Netzwerk HMPPA durchgeführt. Im vergangenen Jahr war das Mutterkraut gekürt worden, das etwa zur präventiven Wirkung bei Migräne eingesetzt wird.
Die Bilder des Tages

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(GP)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • berger am 15.02.2018 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut

    Für viele chronische Erkrankungen am Besten das Original im Tee oder Verdampfer zur Lebensqualitätssteigerung.

  • Gabriela am 17.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kraut gegen Schmerzen und andere en

    Das Wertvollste Kraut hilfreich und seit Jahrtausenden zu Heilzwecken verwendet.. Nebenwirkungen fast keine auf jeden Fall keine unangenehmen

  • Kenner am 15.02.2018 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider nicht so gut

    Es gibt jetzt bereits zugelassene Medikamente, die jedoch von der Kasse nicht erstattet werden, trotz Wirksamkeitsstudien. Beispielsweise in der MS Therapie. THC ist nicht als Arzneimittel zugelassenen, wird aber von der Kasse erstattet, obwohl es keine fundierten Studien gibt. Ob das was mit dem österreichischen Cannabisproduzenten, der AGES zu tun hat? Aus diesem Grund kann ich mir nicht vorstellen, dass sich in absehbarer Zeit etwas an dieser "österreichischen Lösung " ändert.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gabriela am 17.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kraut gegen Schmerzen und andere en

    Das Wertvollste Kraut hilfreich und seit Jahrtausenden zu Heilzwecken verwendet.. Nebenwirkungen fast keine auf jeden Fall keine unangenehmen

  • Kenner am 15.02.2018 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider nicht so gut

    Es gibt jetzt bereits zugelassene Medikamente, die jedoch von der Kasse nicht erstattet werden, trotz Wirksamkeitsstudien. Beispielsweise in der MS Therapie. THC ist nicht als Arzneimittel zugelassenen, wird aber von der Kasse erstattet, obwohl es keine fundierten Studien gibt. Ob das was mit dem österreichischen Cannabisproduzenten, der AGES zu tun hat? Aus diesem Grund kann ich mir nicht vorstellen, dass sich in absehbarer Zeit etwas an dieser "österreichischen Lösung " ändert.

  • berger am 15.02.2018 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut

    Für viele chronische Erkrankungen am Besten das Original im Tee oder Verdampfer zur Lebensqualitätssteigerung.