Plastikmüll

14. März 2019 14:36; Akt: 14.03.2019 15:07 Print

Coca-Cola stellt minütlich 200.000 PET-Flaschen her

Erstmals gab Coca-Cola Produktionsdaten preis. Der Getränke-Riese verbraucht pro Jahr 3 Mio. Tonnen Plastik für Flaschen.

108 Milliarden Flaschen stellt Coca-Cola jährlich her. (Bild: Reuters)

108 Milliarden Flaschen stellt Coca-Cola jährlich her. (Bild: Reuters)

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Drei Millionen Tonnen Plastikmaterial verbraucht Coca-Cola jährlich. Mit dieser Menge lassen sich 200.000 Plastikflaschen pro Minute herstellen, das sind auf das Jahr umgerechnet insgesamt 108 Milliarden Halbliterflaschen. Das wiederum ist nur ein Fünftel der Weltproduktion, die bei mehr als 500 Milliarden PET-Flaschen im Jahr liegt. Nur ein Bruchteil davon wird recycled.

Umweltverschmutzer


Die Daten des Getränkeherstellers wurden der Ellen MacArthur-Foundation zur Verfügung gestellt und betreffen das Jahr 2017. Erstmals hat Coca-Cola damit freiwillig Produktionsdaten der Öffentlichkeit preisgegeben. Laut Greenpeace ist Coca-Cola der größte Umweltverschmutzer durch Wegwerfplastik und liegt knapp vor Pepsi und Nestle.

Inzwischen haben sich Großkonzerne wie Coca-Cola, Unilever, Dow Chemicals und der US-Einzelhandelsriese Walmart aber verpflichtet, zum Kampf gegen die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll beizutragen. Ziel ist es dafür zu sorgen, dass bis zum Jahr 2030 sämtliche Verpackungen recyclebar sind.

EU gegen Einwegplastik


Auch die EU-Staaten haben sich im vergangenen Herbst für ein Verbot von Einwegplastik ab 2021 ausgesprochen. Die EU-Kommission verspricht sich dadurch große Umweltvorteile. Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen. Die Kommission begründet den Vorstoß vor allem mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik.

Die MacArthur-Foundation


Die britische Ellen MacArthur Foundation ist eine Non-Profit-Organisation und wurde 2009 gegründet. Sie will Politik und Wirtschaft zu mehr Umweltschutz drängen. Die Foundation hat weltweit Konzerne aufgefordert, ihren Plastikverbrauch öffentlich zu machen. Die meisten, darunter H&M, L’Oreal und Pepsi, haben das bis jetzt verweigert.


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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sender am 14.03.2019 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum auch nicht?

    Solange es Abnehmer dafür gibt, kann man dem Unternehmen keinen Vorwurf machen. Hier ist jeder einzelne gefragt ob er bereit ist auf dieses Produkt im Sinne der Umwelt zu verzichten oder nicht.

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  • Wiener am 15.03.2019 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No Problem

    Dann müssen diese Konzerne auch für die Reinigung des Planeten bezahlen

  • Wm am 14.03.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Endlich Müllverbrennungsanlagen statt Kohlekraftwerke, Recycling ist Energieverschwendung, das Verbraucherverhalten wird sich nicht ändern. Die einzigen die verlieren sind die Kohleindustrie

Die neuesten Leser-Kommentare

  • 5proLiterBenzin am 15.03.2019 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz

    200.000 Strafe pro Minute, und das Problem wäre erledigt. Umweltschutz ist so einfach.

  • Deptslave am 15.03.2019 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinlösungen

    Wer weis wieviel Plastikflaschen bei der Klima-Demo getrunken werden?

    • Mal ehrlich am 24.03.2019 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      Leider unwichtig

      Um das geht es ja nicht. Natürlich sollten Menschen selbst wählen, jedoch ist es gar nicht mehr so leicht unterwegs eine Glasflache zu bekommen. Ist wie immer im Leben, die Politik hätte viel größere Hebel. Aber Cola und Co machen ja viel Geld damit, haben eine große Lobby. Schade für die Umwelt

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  • Habakuk am 15.03.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wer demonstriert

    Wer demonstriert gegen diese Umweltsünder? Auch gegen jene Charaktäre, die alles in PET Flaschen kaufen.

  • Kurt am 15.03.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Plastic Planet schauen

    Das Problem ist, dass nicht mal Coca Cola weiss, was genau in den Flaschen drin ist an Chemikalien. Das wird den Herstellern in Asien überlassen und die verraten es auch nicht. Das wurde bereits 2009 von Werner Boote in Plastic Planet so aufgezeigt.

  • Roman Polz am 15.03.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    hätts euch die Sendung gestern im ORF 1 angesehen dann wüßtet ihr daß nur Mehrwegpfandflaschen weniger umweltbelastend sind als plastikflaschen. und auch das gute plastiksackerl schneidet ökologisch besser ab als das papiersackerl. es kommt nur auf die richtige Entsorgung an. Und in vielen Ländern wird der dreck ganz einfach ins Meer gekippt weit draußen oder sonst in der Gegend verstreut!

    • Mal ehrlich am 24.03.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Scheuklappen ablegen

      Was wäre mit Glas? Oder neue Materialien, zB aus Holz? anderen organischen Materialien? Gibt nie nur einen einzigen, halbperfekten Weg. Schlimm genug, dass Müll in anderen Ländern ins Meer gekippt wird. Aber das bedeutet ja nicht, dass wir nicht ein wenig umweltbewusster agieren können. Umdenken wäre langsam erforderlich

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